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| Spiel: | Halo: Reach |
| Publisher: | Microsoft |
| Developer: | Bungie |
| Genre: | 360 |
| Getestet für: | 360 |
| Erhältlich für: | 360 |
| USK: | 18 |
| Erschienen in: | 11 / 2010 |
Es ist der Test von Halo 4, den Ihr gerade lest – abgesehen vom Titel. Und das Spiel ist sehr schlecht – abgesehen von all den tollen Sachen.
Wir wissen leider nicht, welcher Teufel die Marketing-Abteilung von Microsoft geritten hat, den beknackten Spruch ”Es ist Halo 4 – abgesehen vom Titel“ zum Werbeslogan seines wichtigsten Spiels des Jahres 2010 zur küren. Verdient hat das dieser würdige Abschluss einer großen Ego-Shooter-Ära nicht – Halo: Reach trägt den Namen seines Schauplatzes aus gutem Grund im Titel: Zum einen behandelt die wohl letzte Halo-Episode aus dem Hause Bungie den Kampf um den Planeten Reach und erzählt damit die Vorgeschichte zu den Ereignissen des Erstlings Halo: Combat Evolved. Zum anderen steht Reach wohl auch sinnbildlich für das Erreichen des Endes einer Saga, für das Ankommen im Hafen nach einer gut achtjährigen, aufregenden Ego-Shooter-Reise.
Mit an Bord sind eine etwas kurz geratene, unterm Strich aber doch sehr gelungene Solo-Kampagne, die sich bis zum furiosen Finale stetig steigert, sowie ein Mehrspieler-Modus, der in puncto Umfang, Optionsvielfalt und Community-Einbindung auch auf lange Sicht hin seinesgleichen suchen wird.
Doch widmen wir uns zunächst dem Solo-Erlebnis: Den Einstieg ’sachte‘ oder ’gemächlich‘ zu heißen, käme einer Verharmlosung der Umstände gleich. Halo: Reach legt in den ersten gut 90 Minuten einen Fehlstart hin, der uns kalt erwischt hat: Denn wer die Vorgänger nicht gut kennt, versteht in puncto Story und Spielwelt erst einmal nur Bahnhof. Zudem lassen die Gefechte die gewohnte Dynamik und Wucht vermissen. Wenn die offene, nichtlineare Spielwelt eines ODST schon über Bord geworfen wird, dann bitte für ein von der ersten Sekunde an mitreißendes, perfekt getimtes Schlachtengemälde. Auch der Start der vierten Mission ’Dämmerung‘ – einem Sniper-Einsatz – zeigt, dass Halo in puncto Wucht und Mittendrin-Inszenierung einem Call of Duty nicht mehr das Wasser reichen kann: Im Gegensatz zur Pripyat-Schleichpassage aus Modern Warfare wirkt der Scharfschützen-Einsatz aufgesetzt und langweilig.











An den Grafik von Killzone 2 wird Halo: Reach nie reichen und das sage ich nicht nur als Halo Fan. Insgesamt war Bungie’s letzte Halo Spiel ein Highlight von dramatisch Singleplayer, Koop und Multiplayer.
Ein Krieg der Welten zum mitspielen.
Nichts für ungut, aber bei dem Satz kann ich nur ungläubig den Kopf schütteln – beim direkten Vergleich mit Halo 1 & 2 auf der alten Xbox sollten die Unterschiede groß genug erscheinen, um sich nicht zu einer solchen Aussage hinreißen zu lassen. Was die Synchro betrifft, so handeln es sich hierbei um professionelle Synchronsprecher aus Film und TV. Über die Auswahl und Qualität bedingt durch die Aufnahmebedingungen lässt sich streiten, aber hier von unterirdisch zu sprechen, würde über das Ziel hinausschießen.