
Seite 2
Zum Glück erwacht Reach kurz darauf aus seiner Lethargie und macht den drögen Einstieg dank exzellenten Pacings und immer größeren Gefechten rasch vergessen. Mitunter seid Ihr ob der vielgestaltigen Schauplätze und fordernden Missionsziele so beschäftigt, dass Euch die nur ordentliche Grafik nicht weiter stört; obwohl Reach spürbar schicker ist als ein Halo 3 (z.B. bei Lichteffekten und Rüstungen), fällt unterm Strich auf, dass Bungie den Anschluss an Guerrilla, Infinity Ward oder Naughty Dog verpasst hat. Außerordentlich gut ist hingegen einmal mehr der Soundtrack – wenn treibende Trommeln die Kämpfe untermalen oder epische Fanfaren den Abschuss eines Sternenschiffes beweinen, während Euer Team vor einem blitzdurchzuckten Nachthimmel thront, dann wird klar, dass die Halo-Serie in Sachen Stimmung und Atmosphäre den meisten Konkurrenten die Schau stiehlt.
Für so manchen unschönen Bruch sorgen leider einmal mehr die deutschen Stimmen: Die schwanken diesmal zwischen ’geht so‘ und ’stümperhaft‘ und haben bei einem Prestige-Produkt dieser Kragenweite nichts verloren – da Ihr auf der deutschen ”Reach“-Disc aber nur diese Sprachausgabe findet, müsst Ihr wohl oder übel damit leben.
Eine große Stärke der Serie waren und sind die Fahreinsätze: Halo: Reach setzt in diesem Punkt noch einen drauf und avanciert vom ’Ego-Shooter mit Fahreinlagen‘ zu einem abwechslungsreichen Action-Potpourri, das Euch hinters Steuer von u.a Warthog, Ghost-Gleiter, Pelican-Helikopter und Scorpion-Panzer steckt. Zudem nehmt Ihr erstmals an einer waschechten Raumschlacht teil und freut Euch dank diverser ’Bemanne ein Geschütz‘-Passagen obendrein über einige kernige RailShooter-Passagen.
Neu in Reach sind ’Panzerungsfähigkeiten‘, die Ihr im Singleplayer-Modus an mehreren Stellen pro Level austauschen dürft: Während der ’Sprint‘ und die ’aktive Tarnung‘ nichts Besonderes mehr sind, stellen der ’holografische Köder‘, das ’Panzerungsschild‘ (ein verbessertes ’Bubble Shield‘) und der Ausweich-Hopser eine echte Bereicherung dar. Die Krönung schließlich ist das komfortabel steuerbare Jetpack, das Euch in den Kämpfen fast schon eine neue Dimension eröffnet; leider kommt es im Einzelspieler-Part etwas zu selten zum Einsatz.
Das gewaltige Arsenal futuristischer Schießprügel wird zwar keinen Halo-Hasser bekehren, erhält u.a. mit einem Granatwerfer und dem starken Plasmawerfer coole Neuzugänge, die eine willkommene Abwechslung zu Klassikern wie dem MA37-Sturmgewehr oder dem tödlichen Gravitationshammer darstellen. Nicht zuletzt, weil Euch schon auf der normalen Schwierigkeitsstufe die regelmäßige Munitionsknappheit dazu nötigt, die Waffen der getöteten Feinde zu benutzen, wisst Ihr das Gros der mannigfaltigen Knarren bald zu schätzen.











Nichts für ungut, aber bei dem Satz kann ich nur ungläubig den Kopf schütteln – beim direkten Vergleich mit Halo 1 & 2 auf der alten Xbox sollten die Unterschiede groß genug erscheinen, um sich nicht zu einer solchen Aussage hinreißen zu lassen. Was die Synchro betrifft, so handeln es sich hierbei um professionelle Synchronsprecher aus Film und TV. Über die Auswahl und Qualität bedingt durch die Aufnahmebedingungen lässt sich streiten, aber hier von unterirdisch zu sprechen, würde über das Ziel hinausschießen.