
| Spiel: | Hohokum |
| Publisher: | Sony |
| Developer: | Honeyslug |
| Genre: | Denken |
| Getestet für: | PS3 |
| Erhältlich für: | PS3 |
| USK: | |
| Erschienen in: | 10 / 2014 |
Keine Erklärung, kein High Score, keine Gefahren. Wie bewertet, beschreibt und kritisiert man ein Spiel, das einfach nur audiovisuell gefallen und Euch eine entspannte Zeit bieten will? Am liebsten würde ich mich davor drücken, eine Zahl an das Ende dieses Tests zu schreiben. Aber da es nun einmal sein muss, wage ich einen Versuch.
Im Gegensatz zu Journey oder Proteus, wo sich die Geister daran scheiden, ob es sich überhaupt um Spiele im eigentlichen Sinn handelt, gibt es bei Hohokum ein klar definiertes Ziel: Eure Schlangen-Kollegen haben sich in verschiedenen Welten versteckt findet alle! Dazu schlängelt Ihr Euch durch thematisch unterschiedliche, wunderschön gestaltete Levels aus der Feder des britischen Künstlers Richard Hogg. Ihr steuert Euren vielfarbigen Wurm mit dem linken Analogstick und dürft beschleunigen und bremsen, das war es aber auch an Kontrollmöglichkeiten. Der Rest ergibt sich in den einzelnen Welten, die immer unterschiedliches Vorgehen verlangen, Euch aber keinerlei Hinweise an die Hand geben. Also probiert Ihr einfach aus: In einem Level lassen sich getöpferte Vasen umstoßen, in einem anderen könnt Ihr Fantasiewesen transportieren und in einem dritten begleiten Euch Fische durch Wasserblasen. Daraus ergeben sich mal mehr, mal weniger offensichtliche Rätsel, Sammel- und Sortieraufgaben, an deren Ende Ihr immer mit einem befreiten Freund und einer kleinen gemalten Storysequenz belohnt werdet.
Knifflig bis nervig gestaltet sich die Orientierung zwischen den Levels. Diese sind mal direkt miteinander verknüpft, mal durch kleine Transit-Welten verbunden, die wichtigen sind außerdem über ein Levelhub ansteuerbar. Da es aber keine beschreibende Karte gibt, müsst Ihr Euch merken, wie Ihr wohin kommt und worum es dort geht. Das raubt Euch spätestens dann die angestrebte Entspannung, wenn Ihr auf der Suche nach den letzten versteckten Sammel-Augen seid. Verschmerzbar ist dieser Kritikpunkt angesichts der spürbaren Liebe, die in dieses Projekt geflossen ist: Die Grafik ist farbenfroh, verspielt und strotzt nur so vor skurrilen Einfällen, die musikalische Untermalung aus dem Portfolio des Indie-Labels Ghostly International passt wunderbar. Für den ersten Durchgang braucht Ihr locker sechs Stunden, wenn Ihr wie ich ab und zu einfach nur durch die Levels surft und einen Moment braucht, um auszuknobeln, was zu tun ist. Wer die Lösungen der Welten schon kennt, kommt in 60 Minuten durch. Seid Ihr mit dem PSN verbunden, lädt Hohokum Euren Spielstand automatisch in die Cloud. Dank Cross-Buy zockt Ihr so unterwegs auf Vita weiter.
Tobias Kujawa meint: Gleich vorneweg: Ich hatte mir von Hohokum mehr erhofft das ultimative Entspannungsspiel von Journey-gleicher Wirkung. Aber Honeyslugs Schlangen-Rätselei fehlt dann doch das gewisse Etwas. Wer wie ich künstlerische, von der Norm abweichende Grafik schätzt, kommt voll auf seine Kosten. Egal, auf welcher Plattform, die Szenarien mit ihren kräftigen Farben und fantasievollen Geschöpfen zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht. Auch spielerisch war das ein oder andere Highlight dabei, zum Beispiel der Unterwasserlevel oder die Honigfabrik. Gleichzeitig ärgere ich mich aber, wenn ich mal wieder nicht auf Anhieb die gesuchte Welt finde, außerdem geht mir der eigentlich gute Soundtrack in einigen Szenen auf die Nerven, wenn ich zu lange brauche. Trotzdem ist es schön, dass es Hohokum gibt: Es nervt nämlich nicht mit ständigen Tutorial-Einblendungen und Richtungspfeilen, sondern lässt mich einfach machen und herumprobieren, ohne mir ungeduldig die Lösung ins Ohr zu brüllen.
Audiovisuell leckere, aber spielerisch unfokussierte Schlangen-Rätselei.
| Singleplayer | ![]() | 7 |
| Multiplayer | ![]() | |
| Grafik | ![]() | |
| Sound | ![]() |











