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Dafür müsst Ihr manchmal gezielt eine Jagd planen: Braucht Ihr etwa das Herz einer bestimmten Bestie, schaut Ihr auf der Übersichtskarte nach, wo seine Weidegründe sind und hofft dann dort auf Euer Glück. Denn die Biester lassen nicht jedes Mal jedes Bauteil fallen. Waffen und Kleidung sind mit Slots versehen, in die Ihr gefundene Modifikationen einfügt, die Elementarschaden oder zusätzlichen Widerstand gewähren. Zuletzt lassen sich auch Aloys Vorratsbeutel für die verschiedenen Munitions- und Tranktypen erweitern.
Zahlreiche automatische Rücksetzpunkte während aktiver Missionen vermeiden Frust, manuell speichert Ihr an fair verteilten Lagerfeuern. Beißt Aloy mal ins Gras, was ab dem zweiten der vier wähl- und jederzeit veränderbaren Schwierigkeitsstufen durchaus passieren kann, wacht sie am nächstgelegenen entdeckten Lagerfeuer wieder auf. Darüber hinaus dienen diese Plätze als Schnellreisepunkte. Um so von A nach B zu kommen, muss Aloy allerdings Schnellreisepakete aus ihrem Inventar investieren. Diese waren während unseres Tests aber nie Mangelware.
Spielerisch gibt es also wenig zu meckern, und auch die Technik ist ein Genuss. Die Maschinenwesen mit ihren zahlreichen ineinandergreifenden Bauteilen und unterschiedlichen Materialien sind ein Augenschmaus und ahmen die Bewegungen ihrer realen Vorbilder gut nach. Auch die Kleidung der Menschen überzeugt auf ganzer Linie: Grob gewebte Stoffe, Lederbänder und kunstvoll aus Maschinenteilen gefertigter Schmuck bringen die Neo-Urzeit-Atmosphäre gut rüber. Da stört es auch kaum, wenn mal ein Arm oder Haare durch Ausrüstung clippen. Den Gesichtern und vor allem den Augen der Charaktere fehlt aber die Natürlichkeit der Uncharted 4-Figuren und die Körperbewegungen in Dialogen wirken roboterhaft. Leider stimmen dabei auch die Lippenbewegungen nicht mit den deutschen Synchronstimmen überein.
Die Bildrate blieb in unseren Testsessions fast immer konstant bei 30 fps, Pop-ups hielten sich in Grenzen – trotz viel Weitsicht, dichtem Pflanzenwuchs und schicker Lichteffekte. Stark sind die Wetterwechsel: Regnet es, tropft Aloy das Wasser vom Kinn und sie lässt entsprechende Kommentare ab; in der Wüste können Sandstürme die Sicht erschweren. Nur der Tag-Nachtwechsel geht für unseren Geschmack zu schnell vonstatten. Der Soundtrack gibt sich ebenfalls keine Blöße und untermalt das Geschehen mit dynamischen Klängen, die auf die Umgebung und die aktuelle Bedrohung abgestimmt sind. Auch die Soundeffekte überzeugen: Streift Aloy durch die Natur, knackt und rauscht es überall und kleine Tiere suchen raschelnd das
Weite, während sich die Maschinen anhand ikonischer Trittgeräusche und bestimmter Laute schon einordnen lassen, bevor man sie aus dem Dickicht heraus erspäht.







