Lego Marvel’s Avengers – im Test (PS4)

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Die Lego-Spiele sind bekannt und beliebt wegen ihres unbeschwerten Humors, des frustarmen Spielablaufs und des liebevollen Umgangs mit der jeweiligen Lizenzvorlage. Im Idealfall kommt noch eine gehörige Portion Abwechslung dazu. Diese Mischung sorgte Ende 2013 bei Lego Marvel Super Heroes für ein fantastisches Spiel, das auch heute noch zu den international am besten bewerteten Lego-Titeln gehört. Umso schlimmer ist es da, dass der Quasi-Nachfolger in fast allen Belangen schwächer ausfällt.

Das fängt bereits bei der Vorlage an: Statt sich wie der Vorgänger frei an den Marvel-Comics zu orientieren und nur vereinzelte Kino-Anspielungen einfließen zu lassen, ist Marvel’s Avengers eine klassische Lego-Umsetzung des Film-Universums. Das bedeutet: kein Spider-Man, keine Fantastic Four, keine X-Men. Statt eine zusammenhängende, eigene Geschichte zu erzählen, reiht TT Games hier Szenen aus den beiden ”Avengers”-Filmen aneinander und streut etwas ”Iron Man 3”, ”Thor 2” und ”Captain America” ein – selbst Kennern der Filme fehlt hier der rote Faden. Außerdem führt die Filmorientierung im Story-Modus zu deutlich weniger Charakter- und Schauplatzvielfalt als im Vorgänger, zumal die Entwickler die Chance verpassen, Euch à la ”Lego Batman” in die Rolle der Bösewichte schlüpfen zu lassen.

Wo der Vorgänger auf eine humorvolle, eigens für das Spiel angefertigte Sprachausgabe setzte, gibt es bei Lego Avengers meist nur deplatziert wirkende Ausschnitte der englischen Film-Tonspur – in teils schauderhafter Qualität und von ständig schwankender Lautstärke. Die deutsche Fassung wurde solide neu vertont zum Teil von den original Film-Synchronsprechern. Das Kampfsystem hat eine leider nur bedingt positive Überarbeitung erfahren: Ihr wählt nun manuell zwischen normaler Attacke und Spezialangriff. Letzterer erledigt Standardgegner sofort, spielt aber teils sekundenlange Animationen ab, während Euch die Kontrolle entzogen wird. Je nach Stärke Eures Helden dauert es nun außerdem nervtötend lang, das Kanonenfutter mit normalen Schlägen kleinzukriegen. Etwas Abhilfe schaffen die schicken Team-Angriffe, welche Ihr nach Combos aktiviert. Uneingeschränkt spaßig ist Lego Avengers nur in der offenen Welt: Hier locken Orte wie Manhattan, Asgard und die S.H.I.E.L.D.-Basis mit Nebenmissionen, Zeitrennen und über 200 freispielbaren Charakteren.

Denis Kuckmann meint: Ich liebe die Lego-Spiele, ich liebe die Marvel-Filme und ich liebe Lego Marvel Super Heroes – kein Wunder also, dass ich mich wie verrückt auf die Avengers-Klötzchensause gefreut habe. Leider macht das Spiel selbst abseits der durch die Vorlage gegebenen Einschränkungen vieles falsch: Durch mieses Leveldesign und schlechte Kameraführung weiß ich oft nicht, was ich tun soll. Dass beim Auskundschaften der Levels zudem häufig unendliche Gegnerhorden dazwischenfunken, nervt mich noch mehr als bei Lego Batman 3 – zumal die Schergen nun mehr einstecken und oft sogar aus Zwischensequenzen heraus angreifen. Immerhin darf ich dabei dem sensationellen Soundtrack lauschen, mich vieler Cameo-Auftritte von Marvel-Gott Stan Lee erfreuen und anschließend die tolle offene Welt erkunden.

  • 15 Levels &amp 8 Oberwelten zum Erkunden
  • 63 Fahr- und Flugzeuge (frei-)spielbar
  • nur für PS3/PS4: ”Civil War”-Charaktere und ”Ant Man”-Level/Helden (Frühling)

Die Klötzchenrächer enttäuschen mit Wiederholung und Frustration. Erkundungsfreudige Fans haben dank umfangreicher, offener Welt trotzdem Spaß.

Singleplayer70
Multiplayer
Grafik
Sound