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In einer Sache ist NieR: Automata altmodisch: beim Speichern. Es gibt keine Autosave-Funktion, stattdessen müsst Ihr in der Nähe eines Terminals sein, um via Menü Euren Fortschritt zu sichern. Wer ins Gras beißt, taucht an der letzten Save-Station wieder auf und hat nur eine Chance, seinen alten Körper und damit auch seine Chips zurückzuholen – die Soulsbourn-Spiele lassen grüßen. Bei NieR: Automata kommt dazu: Seid Ihr wohlbehalten bei Eurer alten Existenz angelangt, könnt Ihr Eure Upgrades bergen oder aber den Körper reaktivieren – dann wird er vermutlich an Eurer Seite kämpfen; habt Ihr aber Pech, könnte er sich auch gegen Euch wenden. Ach ja: Als Schnellreise-Punkte dienen die Terminals auch noch – wer also beim zweiten NieR: Automata-Durchlauf Laufwege vermeiden will, kann dies tun.
Zweiter Durchlauf? Korrekt. Wie im Kasten auf der vorherigen Seite angedeutet, ist nach dem Abspann nicht ansatzweise Schluss. Fragt Euch also nicht, wann Ihr endlich den Androidenbuben 9S mal steuern dürft – das kommt noch. Wundert Euch auch nicht, warum die in den Trailern präsente Androidin A2 in den ersten 15 Stunden quasi nicht vorkommt – auch sie wird noch ein wesentlicher Teil des Spiels. Auch das Hacken von Feinden (anstatt sie niederzuknüppeln) nimmt ab Spielstunde 20 eine wichtige Rolle ein – die Ausflüge ins Maschinengehirn werden als intelligente 2D-Ballerpassagen inszeniert. Gleichzeitig durchbricht NieR: Automata die vierte Wand ins Spielerwohnzimmer gleich mehrfach: Wenn die Grafikanzeigen wie von einem Virus infiziert verrücktspielen, wenn urplötzlich ein blitzschneller Abspann über den TV rauscht oder aber – und das ist genial – wenn Ihr Euch irgendwann zuseht, wie Ihr 20 Stunden vorher Menü-Einstellungen vorgenommen habt.
Anspielungen auf NieR sind vorhanden und teils auch lustig, sie sind jedoch kein essenzieller Teil des Spiels. Und die Musik? Die ist (wieder) traumhaft: mal treibend, mal exotisch, mal kindlich, mal traurig, mal mit Gesang, mal ohne. Gelungen sind auch die englischen Stimmen, den hervorragenden Sprechern des Vorgängers sind sie aber unterlegen








