Resident Evil 5 – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Wie eingangs erwähnt, ist Teil 5 eine dezent veränderte HD-Ver­sion von Resident Evil 4. Klar, die Schauplätze haben sich gewandelt: ein afrikanisches Dorf in sengender Mittagssonne, eine an ”Tomb ­Raider” erinnernde Ruinenstadt unter der Erde, eine technisch-kühle Erdölraffinerie – ein deutlicher Bruch mit den typischen, fast schon romantisch wirkenden Grusel-Lokalitäten früherer Teile; und vor allem Geschmack­sache.
Der Spielverlauf lässt Euch wie in Teil 4 kaum Zeit zum Luftholen. Das Tempo ist dermaßen hoch, Ihr fliegt förmlich durch das Abenteuer: hier ein Storyschnipsel um die Herkunft des Progenitor-Virus, da eine Rückblende auf den letzten Einsatz von Chris Redfield und seiner ehemaligen Partnerin Jill Valentine; hier ein Kampf gegen ein Dutzend infizierter Menschen, da ein Duell gegen eine furchterregende Tiermutation; hier eine Verfolgungsjagd durch die Savanne, da ein Quick-Time-Event mit Todesgarantie beim Drücken der falschen Taste – eine Mischung, die schon bei Resident Evil 4 für Begeisterung sorgte.

Das tut sie auch hier. Allerdings wirkt Teil 5 an vielen Stellen schematisch. Hebel ziehen, Türen auf, Gegner rein – dieses Muster ist nicht gerade originell und kommt häufig vor. Der Vorgänger war in dieser Hinsicht weniger vorhersehbar und organischer aufgebaut. Dort gab es zum Beispiel wesentlich mehr Abschnitte, die bereits mit Feinden gefüllt waren: Sie lauerten in Hütten und Gängen und mussten nicht erst sichtbar ins Level gelassen werden – das hielt den Spielverlauf frisch.

Hoffnungslos veraltet oder perfekt an das Spielkonzept angepasst? Die Kontrollen gleichen dem Schema von Resident Evil 4 und bieten auf Wunsch zusätzlich das Seitwärtslaufen an. Allerdings funktioniert dies nicht, während Ihr eine Waffe in der Hand haltet: Wollt Ihr mit dem Messer zustechen oder schießen, müsst Ihr stehenbleiben. Rennen, zielen und ballern gleichzeitig wie in EAs SciFi-Horror Dead Space ist nicht möglich.

Für diese Designentscheidung spricht das auf Präzision ausgelegte Kampfsystem: Um tödliche Kopftreffer zu landen oder Feinden gezielt ins Bein zu schießen, bedarf es trotz Laserpointer einer ruhigen Hand. Gerade das Anvisieren von Extremitäten ist auf höherer Schwierigkeitsstufe unumgänglich – nur so könnt Ihr eine Nahkampfattacke starten und großen Schaden anrichten, ohne eine Kugel zu verschwenden (siehe Bilderserie oben). Dagegen spricht das umständliche Manövrieren während eines Kampfes: von den Feinden weglaufen, 180°-Drehung, zielen, schießen – elegant und dynamisch sieht anders aus. Am Ende ist es Geschmacks- und Gewöhnungs­sache. Wir haben im gesamten Spiel keine Stelle entdeckt, die aufgrund der eigenwilligen Kontrollen unfair wäre. Im Gegenteil: Die Steuerung ist präzise und eingängig, nach kurzer Einarbeitungszeit wirkt sie bereits vertraut.

Habt Ihr das Hauptspiel beendet, geht es erst richtig los. Es warten neue Kostüme, Grafikfilter, Ministatuen und mit ’Söldner’ sogar ein neuer Modus: Letzterer gleicht dem aus Teil 4 (der nicht in der deutschen Version enthalten war) und bietet abgeschlossene Maps, auf denen Ihr in Arcade-Manier innerhalb eines Zeitlimits Feinde meuchelt.

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Nipponichi
6. Juni 2025 20:13

Teil 5 fand ich gar nicht so verkehrt. Mir hat er ganz gut gefallen, anders als das Original vom vierten Teil.

Und zu Teil 6 sage ich, daß er mir erstaunlich viel Spaß gemacht hatte. Gerade mit Leon und Ada. Ich konnte die viele negative Kritik nie nachvollziehen.

Mayhem
6. Juni 2025 13:28

Weil es ein Hollywood-Action-Spiel war. So mies wie die Paul Anderson Filme.

Kara Day
6. Juni 2025 11:46

Wieso schreiben viele teil 6 sei so sch…. Ich habe/hatte es gerne gespielt

Rudi Ratlos
6. Juni 2025 11:31

Fand es ganz spaßig als ich gerafft habe, der Kollegin im SP-Modus alle Items wegzunehmen, weil die KI hummeldumm war 😀

BoC-Dread-King
6. Juni 2025 7:49

REV ist noch “ok” gewesen, gerade im Co-Op Modus konnte man es sich antun. Ansonsten viel zu Action lastig, QTE und arg gescriptet. Aber natürlich besser als der Resident Evil Tiefpunkt VI.

Revan
5. Juni 2025 20:10

“Immer noch ein klasse Action-Spiel” ist ein Fazit, dass hoffentlich nie wieder unter einem Resident Evil Teil der Hauptreihe stehen muss 😜

Mayhem
5. Juni 2025 19:29

Teil 5 und 6 waren zu sehr in Hollywood verwurzelt.

Eydrian
5. Juni 2025 17:41

Entgegen der meisten Meinungen, empfand ich RE 5 & 6 auch als kurzweilige Actionkost und habe diese gern (im Singleplayer) durchgespielt!

senser
5. Juni 2025 15:30

Im coop fand ich es auch super. Alleine habe ich es glaube ich nie gespielt.

Max Snake
5. Juni 2025 15:07

War ein spaßig Koop Shooter mit unverbrauchte Setting und einfallsreiche Monster.