
Seite 2
Letzteres ist die größte Schwäche von Resonance, obwohl viele bekannte Elemente enthalten sind. Ihr pariert gelbe Angriffe, weicht roten Attacken aus und durchbrecht Deckungen mit Tritten. Ungewöhnlich ist, dass Ihr nur zwei Treffer vor Eurem Ableben einstecken könnt, dafür aber mit jedem besiegten Gegner einen Punkt der Lebensleiste zurückerhaltet. Die Kämpfe sind zwar hektisch, funktionieren aber grundsätzlich. Das Problem ist, dass Asobo die einfachen Keilereien zum Kern vieler Spielinhalte macht. Zu findende Geheimnisse wie neue Schwerter mit speziellen Fähigkeiten oder Schmuck für passive Prozentboni belohnen Euch für Erkundungstouren. Zusätzlich entdeckt Ihr an vielen Stellen Resonanz-Punkte, die Ihr in einen knappen Fähigkeitenbaum investiert. Dieser schaltet beispielsweise mehr fallen gelassene Wurfgegenstände oder die Möglichkeit frei, Gegner zu schleudern. Da sich die Massengefechte im Verlauf kaum weiterentwickeln und erst zum Finale spannendere Ideen aufkommen, bei denen Ihr auch Eure Lichtsphäre benötigt, wirken viele Upgrades eher überflüssig.
Die größte Stärke von ”Resonance sind die Rätsel mit der erwähnten Lichtsphäre und die Erkundung. Ähnlich wie in Indiana Jones und der Große Kreis besitzt Sophia ein Buch mit Aufzeichnungen, das Euch Hinweise liefert. Wie auch in Indiana Jones könnt Ihr mehrere Hinweise einholen oder selbst knobeln. Der Mix aus Spiegel-, Symbol- und Fallenrätseln ist angenehm vielfältig gestaltet.
Die Klettereinlagen sind einfach gehalten. Ihr werdet zwar häufig über Plattformen springen – und nicht nur einmal im Abgrund landen – , aber im Gegensatz zu Tomb Raider führt der Kletterhaken nur zu einer festen Kletteranimation. Freies Schwingen oder das Entlanghangeln an Felswänden ist nicht möglich.
Wir wollen nicht zu viel verraten, aber ab dem sechsten Kapitel müsst Ihr auch gelegentlich schleichen und vor einer übernatürlichen Bedrohung unter Druck flüchten – das Anpirschen an menschliche Feinde ist übrigens nicht möglich. Die Schleichpassagen haben die Besonderheit, dass Ihr stets neue Deckung finden müsst. Erschwert wird dies dadurch, dass Ihr beim schnellen Laufen blaue Lichtspuren hinterlasst, die Eure Position verraten. Das ist eigentlich ein interessanter Kniff, der sich jedoch im weiteren Spielverlauf abnutzt.
Wer die Vorgänger kennt, weiß bereits um Asobos visuelle Stärken. Auch Resonance beeindruckt fast durchgehend. Mit der hauseigenen Engine Zouna zaubern die Entwickler wunderschöne Insellandschaften und antike Gewölbe, die für Hobby-Archäologen ein Traum zum Entdecken sind. Nur das zweite Kapitel mit einem Hafenbrand bringt den Performance-Modus ordentlich ins Schwitzen. Der Soundtrack mit seinen choralen Gesängen unterstreicht die Bildgewalt formidabel. Selbst die deutsche Vertonung der Hauptfiguren liegt auf einem sehr guten Niveau. Lediglich bei den Theseus-Rückblenden und einigen NPC-Gesprächen kommt dann doch ein wenig Fremdscham auf.








