Saints Row – im Klassik-Test (360)

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Meinung

Raphael Fiore meint: Gut geklaut ist halb gewonnen: Eigentlich müsste man die Saint’s Row-Macher übel beschimpfen. Denn die Entwickler mopsen sogar die hampeligen GTA-Animationen und nennen es dann Parodie. Doch ­andererseits verbessert die Volition-Crew einige nervige GTA-Aspekte: Die einsteigerfreundliche Handhabung der Vehikel ist beispielhaft und das Navigations-System bringt Euch auf dem schnellsten Weg zum nächs­ten Missionsziel. Zudem könnt Ihr teuer gepimpte Wagen nach einem ­Totalschaden in neuwertigem Zustand beim Autohändler abholen. Auch das ‘Ohne-Respekt-keine-Hauptmission’-System gefällt mir gut: Bevor es richtig zur Sache geht, verteidige ich ein bisschen mein Revier, kurve Nutten herum, begehe einen Versicherungsbetrug oder haue einen ­Kredithai übers Ohr – das kommt gut! Auch der äußerst einsteigerfreundliche und sich den Spielerfähigkeiten anpassende Schwierigkeitsgrad sowie die Tatsache, dass die virtuellen Cops viel durchgehen lassen, erhöhen den Spielspaß immens. Mit der schieren Größe und der durchdachten GTA: San Andreas-Story kann Saint’s Row nicht mithalten, für einen Award reicht’s trotzdem.

Matthias Schmid meint: Xbox-360-Gangster leben leichter! Hatten mir hartnäckige Cops und überladene Missionen bei GTA: San Andreas den Spaß am Verbrecherleben vermiest, kann ich bei Saint’s Row die Sache viel lockerer angehen. Verfolgungsjagden mit den Bullen machen endlich Spaß, witzige Nebenaufgaben wie Versicherungsschwindel oder Vandalismus vertreiben jegliche Langeweile. Grafikpuristen beschweren sich aber zurecht über plötzlich auftauchende Objekte, Clippingfehler und sichtbaren Bildaufbau. Dass die Story ruhig aufwändiger und länger ­hätte ausfallen können, stört mich kaum – ich stifte ohnehin viel lieber ­Chaos: Den Cops die Karren unterm Hintern wegzuklauen oder eine belebte Kreuzung mit der Shotgun in ein Schlachtfeld zu verwandeln, macht massig Laune.

André Kazmaier meint: Ein Wort reicht aus, um Saint’s Row zu beschreiben: Spaß! Immer wieder ertappe ich mich bei den witzigen Missionen mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Auch die lebendige Umgebung, die ohne Ladezeiten auskommt, überrascht positiv. Beispiel: Einem Schusswechsel im kleinen Rahmen schlossen sich unzählige Gang-Mitglieder an und verwandelten das Geschehen in ein spektakuläres Action-Feuerwerk! Außerdem ist das Geschehen in Saint’s Row von der Boliden-Steuerung bis hin zum ­Speichersystem herrlich unkompliziert. Über grafische Mängel wie teils grob modellierte Charaktere und technische Schnitzer wie Ruckler oder Tearing schaue ich entspannt hinweg. Eine etwas tiefgründigere Story hätte dem Spiel dagegen gut getan.

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