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In den weitläufigen Sandkastenlevels gibt Euch das Spiel freie Hand, wie Ihr das Missionsziel (zum Beispiel einen Mord, eine Befreiung oder einen Diebstahl) erreicht. Wer sich die Siedlungen, Hügel, Felder und Berge mit der frei dreh- und zoombaren Kamera genau anschaut, entdeckt meistens mehrere Optionen, sich dem Ziel zu nähern. Jedoch stehen Euch stets Wachen und Zivilisten im Weg, deren Besonderheiten Ihr bei Eurer Planung berücksichtigen müsst: Wachen mit Strohhüten lassen sich von Ablenkungsmanövern nicht irritieren, Samurai durchschauen Aikos Tarnung und können im Nahkampf nur von Mugen im Alleingang getötet werden, Bürger fliehen und rufen um Hilfe, wenn sie Euch sehen. Der Sichtkegel einer einzelnen Person lässt sich mit Druck auf das Steuerkreuz sichtbar machen. So wisst Ihr, wo Ihr geduckt ungehindert vorankommt, wann der Blick eines Wächters abgelenkt ist und wo Ihr besser nicht auftauchen solltet. Zusätzlich machen Euch die natürlichen Bedingungen in den Levels das Leben schwer: Im Schnee sind Eure Fußspuren kurze Zeit sichtbar, in der Nacht verkürzt sich der Sichtkegel der Feinde.
Scheint eine Situation aussichtslos, hilft vielleicht der Schattenmodus: Damit plant Ihr Aktionen einzelner Helden (etwa einen Schuss oder einen Angriff) und löst sie später mit einem Knopfdruck aus, wenn Ihr parallel einen anderen Recken steuert. So synchronisiert Ihr etwa Kills nahe beieinander stehender Wachen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, Schwachstellen in den Patrouillenwegen zu erkennen, Soldaten aus ihren Positionen zu locken und zu isolieren und so Lücken zu schaffen, durch die Ihr dann schlüpft. Der offene Kampf ist immer eine schlechte Idee: Soldaten rufen Verstärkung, sobald sie Euch entdecken, und sind so schnell in der Überzahl. Ständiges Speichern und Laden (dank mehrerer Quicksave-Plätze manövriert Ihr Euch nicht in Sackgassen) gehören zur Routine beim ”Shadow Tactics”-Zocken. Die Ladezeiten zu Beginn einer Mission sind quälend lang, dafür geht es dann beim Quickload schneller. Habt Ihr einen Auftrag beendet, dürft Ihr Voraussetzungen für Abzeichen einsehen und das Level zum Erringen dieser auf Wunsch noch einmal starten.
Grafisch reizt das Spiel Eure Hardware nicht ansatzweise aus. Die hübsch gezeichneten Charaktere und Landschaften und die kräftigen Farben haben dennoch Charme und bieten stets gute Übersicht. Auf die Ohren gibt es fernöstliche Klänge sowie englische und japanische Sprachausgabe. Wer beides nicht versteht, greift auf leserliche deutsche Untertitel zurück – eine Seltenheit bei PC-Umsetzungen.








