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| Spiel: | Snipperclips |
| Publisher: | Nintendo |
| Developer: | SFB Games |
| Genre: | Geschicklichkeit |
| Getestet für: | Switch |
| Erhältlich für: | Switch |
| USK: | |
| Erschienen in: | 4 / 2017 |
In den fast 45 Jahren seit Pong haben Tausende kreative Menschen zigtausend Videospiele erschaffen – und trotzdem gibt es sie noch immer: die neuen Ideen, an die bislang niemand gedacht hatte. Snipperclips ist so eine Idee, so ein frisches, simples Konzept, das eigentlich auf der Hand liegt – nur hatte es sich eben bislang geschickt in den Gehirnwindungen der Spielemacher versteckt.
In Snipperclips steuern zwei Spieler je eine Papierfigur. Wenn sich ihre 2D-Formen überlappen, kann ein Spieler per Knopfdruck der anderen Figur genau diesen Bereich herausschneiden. Bewusst gewählt wurde die Grundform der Spieler: An einer Seite ist sie abgerundet, an der anderen eckig. So kann man dem anderen gerade Stücke abscheiden oder runde, man kann Zacken wegschnippeln oder den Mitspieler zu einer Art Korb zurechtstutzen. Das geht natürlich nur, wenn beide Spieler ihre Figuren via Schultertasten korrekt drehen – das ganze Prozedere erfordert Teamwork, Fingerspitzengefühl und Geduld. Schneidet Ihr zu viel ab, kann sich jeder auf Knopfdruck wieder heile machen.
Und wozu das Ganze? Die Entwickler haben sich Rätselräume ausgedacht, wo Ihr Bälle in Öffnungen bugsiert, Schalter drückt, Waagen kippt, Formen ausfüllt, Fische fangt, Eier befördert und vieles mehr tut. Und das gelingt eben nicht mit den zwei Standard-Heinis, sondern nur, wenn Ihr aus ihnen durch Beschnitt dünne Stöcke, wandelnde Zahnräder, praktische Haken oder konkave Behältnisse macht. Und natürlich muss eine ausgefeilte Spielphysik her, damit all das gut funktioniert und obendrein Lösungen möglich sind, welche die Entwickler nicht auf dem Plan hatten.
Snipperclips lebt von der Kommunikation seiner Spieler: Ihr tauscht Ideen aus, gebt Anweisungen, schimpft über die mangelnde Auffassungsgabe Eurer Kollegen oder ihre schlampige Ausführung. Ihr freut Euch zusammen und hadert zusammen. Versammeln sich vier Knobelfreunde mit vier Joy-Cons, können sie zwölf auf diese Spielerzahl zugeschnittene Stages meistern – logisch, dass hier die Pflicht zur Zusammenarbeit noch zwingender ist. Da erwischt man sich schon mal dabei, wie man aus Jux die Mitspieler einfach so kaputt schneidet…
Weil den Machern das vermutlich ähnlich ging, haben sie drei weitere ”Blitzduell”-Disziplinen programmiert: Ihr messt Euch beim Hockey, manövriert Bälle in Basketball-Körbe oder macht im Dojo Jagd aufeinander – wer mehr schneidet als zerschnitten wird, geht als Sieger aus der Papier-Arena. Währenddessen beglückt Euch das Spiel mit mal quäkender, mal verspielter, immer einfallsreicher Musik und sieht mit seinem Papier-und-Bastel-Look zuckersüß aus. ms






















