The First Berserker: Khazan – im Test (PS5)

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Khazan macht flott deutlich, dass der spielerische Fokus auf den Konfrontationen mit allerhand humanoiden und monströsen Schergen liegt, die fachgerecht vermöbelt werden wollen. Und das ergibt auch Sinn, tischt ­Neople doch ein äußerst kompetentes Kampfsystem auf, das wesentlich komplexer ist, als es anfangs den Anschein hat. Zum Einstieg greift Ihr zu einer Kombination aus Schwert und Axt, die Euch typische leichte und schwere Angriffe ermöglicht. Per Knopfdruck setzt Ihr zum Ausweichsprung an, wahlweise blockt Ihr feindliche Attacken oder pariert sie mit dem richtigen Timing. Letztere Mechanik kommt dabei der Finesse eines Sekiro so nahe, wie es in dem Genre leider viel zu selten der Fall ist. Vor allem aber begeistert das Kampfsystem mit einem wuchtigen Spielgefühl, bei dem jeder Hieb befriedigend auf Eure Feinde einschlägt oder von Euch abprallt. Wirken Eure defensiven Möglichkeiten eingangs noch wie Optionen Marke ”Geschmacksache”, verlangen spätere Konfrontationen konsequent den dynamischen Einsatz aller verfügbaren Manöver.

Sehr wohl Geschmacksache sind die drei Waffentypen, die schon kurz nach Spielstart angeboten werden. Zur Schwert-Axt-Kombination gesellen sich ein brachiales Zweihandschwert sowie ein flinker Speer. Jede Waffe setzt auf einen individuellen Kampfstil samt eigenem Fertigkeitenbaum, der mit zahlreichen Fähigkeiten Potenzial für maßgeschneiderte Spielweisen entfaltet. Besonders lobenswert: Ihr könnt Eure Skill-Punkte jederzeit ohne ­Restriktionen neu verteilen. Ein Trainingsgelände eröffnet zudem die Möglichkeit, neue Fähigkeiten vor dem Ernstfall auszuprobieren. Alles willkommene Elemente, die ihren Gipfel in einer hervorragenden Designentscheidung finden: Scheitert Ihr an einem Boss, werdet Ihr trotzdem – basierend auf Eurer Leistung – mit Lacrima (Khazans Seelen-Pendant) belohnt. So wachst Ihr, während Ihr lernt. Bravo!

Stichwort ”Boss”: Die regelmäßigen Kämpfe am Ende der Missionen sind das große Highlight von Khazan. Die fiesen Obermotze machen keine Gefangenen und fragen Eure Fähigkeiten zumeist reichlich brutal ab. Stellt Euch auch als geübte Spieler mit Soulslike-Erfahrung auf zahlreiche Bildschirmtode ein. Tatsächlich empfanden wir die Schwierigkeit – gerade in späteren Konfrontationen – als ziemlich knackig. Ihr solltet also eine grundlegende Frustresistenz mitbringen. Wird es Euch doch mal zu viel, schaltet Ihr auf einen vereinfachten Schwierigkeitsgrad, der Euch allerdings nicht davor bewahrt, Bosse ausgiebig zu studieren. Verschnaufen könnt Ihr im Hauptquartier, wo Ihr Ausrüstung schmiedet, Euch mit Ressourcen eindeckt oder zu wenig inspirierten Nebenmissionen startet, die eigentlich immerzu Erlebtes aus den Hauptmissionen mit Variationen aufwärmen.

Technisch macht Khazan eine gute Figur. Der Anime-Look überzeugt grundlegend, wenn ihm die farbarmen und wenig abwechslungsreichen Schauplätze keine Steine in den Weg legen. Die 60 fps des Performance-Modus kommen gelegentlich ins Stolpern, das fällt aber kaum ins Gewicht. Musikalisch bleibt wenig längerfristig im Ohr, dafür liefert die Riege an Sprechern (leider ohne deutsche) gute Arbeit.

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Bort1978
I, MANIAC
Bort1978

Danke. Ich spiele ja auch auf Trophäen. Und es gibt eine Trophäe dafür, wenn man alle Bosse ohne NPC erledigt. Daher habe ich die im 1. Run nicht genutzt. Aber auf Experte werde ich die dann sicherlich auch nutzen. Geht ja schon gut ab. Hätte das lieber im NG+ gemacht. 😉

joia
I, MANIAC
joia

@bort – gratuliere! Ich hab den NPC nach Lust und Laune eingesetzt – beim Endboss und ein paar anderen beispielsweise auch nicht, aber manchmal war´s lustig.
Den zweiten Durchlauf heb ich mir noch auf, hab aber schon vorsichtshalber begonnen – auch auf Experte. Für wenn ich wieder richtig Bock hab.

Hab grad noch ein paar Eindrücke zu Wuchang in den “die ersten 33 Minuten”-Artikel gesetzt – gesetzt den Fall es interessiert dich.

Ein angenehmes WE.

Bort1978
I, MANIAC
Bort1978

Vorhin das Spiel das 1. Mal beendet, auf normal, ohne Nutzung der NPC‘s in den Bosskämpfen. Hab auch das Berserker-Ende erreicht, bei dem der Endboss noch ne 3. Phase hat. Geiler Kampf. Und auch da lohnt es sich mit den Rüstungen zu probieren. Mit der richtigen Rüstung war er relativ easy und lag im 3. oder 4. Versuch.
Jetzt nochmal komplett neu auf Experte durch. Feines Spiel.