The Inquisitor – im Test (PS5)

0
2457
Zurück
Nächste

Seite 1

Spiel:
Publisher:
Developer:
Genre:
Getestet für:
Erhältlich für:,
USK:
Erschienen in:

Königstein im Jahr 1533: Vor 1.500 Jahren stieg Jesus vom Kreuz ­hinab und rächte sich an allen, die ihm Unrecht taten. Die Folge: Das Christentum ist geprägt von ­Rache statt Vergebung und dem Hinhalten der anderen Wange. In diesem Universum, das auf der polnischen Buchreihe ”I, the ­Inquisitor” basiert, schlüpft Ihr in die Rolle des Inquisitors Mordimer Madderdin. Er wird von der Kirche nach Königstein gesandt, um sich um einen angeblichen Vampir zu kümmern, der sein Unwesen treibt. Doch eine Mordserie und zwei zankende Stadtoberhäupter lassen erahnen, dass es in Königstein weitaus größere Probleme zu geben scheint.

Auf den ersten Blick wirkt ­Mordimers Reise wie ein typisches Sherlock Holmes-­Adventure, bei dem Ihr die in Hubs eingeteilten Stadtviertel von Königstein besucht. Doch die Entwickler haben fleißig Elemente größerer Titel einfließen lassen. Ein Straßendieb beklaut uns und wird nun mitsamt Quick-Time-Events durch die Stadt verfolgt? Kennt man so aus Like a Dragon. Wir setzen uns auf eine Bank und belauschen das Dorfvolk bei seinen Gesprächen über ”Huren” und ”spanischen Sex”. Hallo, Assassin’s Creed! Und dann gibt es da noch die stumpfen, aber immerhin sehr leichten und kurzen Schwertkämpfe, die wohl von The Witcher inspiriert sind, und Entscheidungen, mit denen Ihr die Story in meist weniger wichtigen Aspekten ein wenig beeinflussen könnt.

Neben all den bekannten ­Mechaniken warten ­regelmäßig Abstecher in die düstere ­”Unwelt”. Hier weicht Ihr einem riesigen Rotaugen-Oktopus und Geistersoldaten aus und sammelt Lichtkugeln ein, um schlussendlich an die Lösung des aktuellen Falls zu kommen. Das wird zwar in der Theorie durch Pfeilhagel und herabfallende Schwerter komplexer, ist aber spielerisch weiter zu simpel, um den Ablauf der optisch monotonen Unwelt aufzulockern. Diese Ausflüge stören nur bedingt, da die geradlinige und interessante Erzählung fast nicht unterbrochen wird. Mit Mordimers Glaubensfähigkeit seht Ihr ständig den nächsten Hotspot und die Rätseleinlagen wie ein Schiebepuzzle oder eine Schachpartie sind kaum der Rede wert. Auch wenn Ihr Gesichtern und Animationen das geringe Budget anmerkt, so ist die Spielwelt erstaunlich liebevoll gestaltet und für Mittelalter-Fans einen Spaziergang abseits der Storypfade wert. The Inquisitor ist kein Hochglanzprodukt, aber der Mechanik-Mix sorgt im Zusammenspiel mit der interessanten Geschichte und dem ungewöhnlichen Universum für launige Adventure-Unterhaltung.

Zurück
Nächste
0 Kommentare
neuste
älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen