The Yakuza Remastered Collection – im Test (PS4)

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Das Kernkonzept der Yakuza-Abenteuer als eine Art Japan-GTA bleibt sich stets treu: Verfolgt dramatische Storys mit Wendungen, erkundet lebendige Umgebungen und absolviert Missionen, die häufig mit mehr oder weniger langen Prügelorgien gelöst werden – alles garniert von jeder Menge originellen Mini­spielen und Nebenaufgaben. Innerhalb dieses Rahmens ­unterscheiden sich die drei ”Remastered”-Episoden teilweise deutlich: Am traditionellsten gibt sich Yakuza 3, obwohl Ihr anfangs gerade nicht im fiktiven Tokio-Stadtteil ­Kamurocho unterwegs seid, sondern als ”Onkel Kaz” Kiryus Traumjob auslebt – in Osaka hat er sein ”Morning Glory”-Waisenhaus geöffnet und kümmert sich vor allem um die Alltagssorgen seiner Zöglinge. Das zieht sich etwas hin, zumal der zweite Schauplatz Ryukyu etwas fade ausgefallen ist, aber natürlich holt ihn später ­seine Vergangenheit ein und es geht wie gewohnt rund.

Yakuza 4 spielt wieder (fast) nur in Kamurocho, setzt aber auf einen anderen Kniff: Kiryu ist nicht mehr alleinige Hauptfigur, sondern teilt sich das Rampenlicht mit drei Debütanten, deren Motivation und Verbindung zu ihm teils lange im Dunkeln bleiben. Außerdem schlüpft Ihr erst dann in seine Rolle, nachdem Ihr das Trio durch dessen lange Kapitel begleitet habt. Je nach Charakter unterscheiden sich die Kampfstile und Knacki Saejima muss erst einen Gefängnisausbruch ­hinter sich bringen, aber ansonsten ­ähneln sich die Abläufe.

Anders sieht es bei Yakuza 5 aus, dem mit Abstand ambitioniertesten und komplexesten ­Serienteil: Der wartet mit gleich fünf erkundbaren Städten und fünf spielbaren Charakteren auf – darunter mit Kiryus Ziehtochter Haruka erstmals eine Frau. Auch spielerisch zieht hier deutlich mehr Diversität ein, denn jeder Held hat in seinen Kapiteln unter anderem einen richtigen Job samt umfangreicher (aber weitgehend optionaler) Nebenkampagne: Kiryu selbst versucht es mal wieder als Zivilist und kutschiert darum per Taxi Passagiere herum, Saejima macht sich in einer verschneiten Bergumgebung als Jäger einen Namen. Und bei Haruka ist gleich alles ganz anders: Im Kontrast zu den meist kriminellen Aktivitäten der anderen Protagonisten verfolgt sie eine Ausbildung zum Pop-Idol. Dazu gehören rhythmusbasierte Tanz­übungen und Promotion-Minispiele ­ebenso wie Fernsehauftritte, aber ganz bleiben Konflikte auch für sie nicht aus – die werden jedoch mit flotten Tanzduellen statt den Fäusten ausgetragen.

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Rudi Ratlos
27. März 2020 11:05

Spiele gerade 0 auf der One – schon geil, aber da wird man schon so mit Nebenaufgaben zugeballert, dass man bei der Collection wohl erstmal zwei Jahre nix anderes spielen braucht 😀

Nipponichi
27. März 2020 7:55

Die Collection werde ich mir dieses Jahr mal endlich mit den restlichen Teilen in einem Paket besorgen. Es wird längst überfällig.

Maverick
26. März 2020 20:56

Bin grad an teil 3 dran macht schon spass aber erst ab kapitel 4. Finde etwas schade das die teile nur einfache ps3 ports sind und nicht mehr Mühe investiert wurde.

8BitLegend
26. März 2020 18:57

Habe das 4er alleine runtergeladen. Teil 3 sah mir einfach zu altbacken aus und das andere scheint mir zu überladen mit Spielelementen zu sein, die keinen Spaß machen.

Das Yakuza 4 Remaster ist dann auch ganz nett, aber qualitativ nicht auf der Höhe der vier fortgeschrittensten Titel Yakuza 0, Kiwami 2, Yakuza 6 und Judgement. Das sind m.E. alle, die man auf PS4 gespielt haben muss.