Top Spin 4 – im Test (Wii)

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Top Spin ist seit 2003 Synonym für simulationsbetontes Tennis. Die dritte Episode überspannte den Bogen etwas (75% in M! 08/08), Top Spin 4 vereinfacht das Spielsystem wieder – und macht es gleichzeitig tiefgründiger.

Der Schlüssel zum Musterathleten sind die (abschaltbaren) Schlaghilfe-Einblendungen: Ein gelbes Kreuz gibt an, wo ein Ball aufkommen wird, ein roter Kreis zeigt bei gedrückter Taste die Stärke des ’Power-Schlages’ (geht gern mal ins Aus oder ins Netz), ein Zielkreuz das Auslösen eines langsameren ’platzierten Schlages’ und Text-Icons (”zu früh/spät” bis ”perfekt”) informieren übers Timing. Lasst die Hilfen zu Beginn aktiviert, um ein Gefühl für den richtigen Schwung zu bekommen!

Die serientypischen, vernichtenden Superschläge per gedrückter Schultertaste wurden von den neuen Entwicklern entsorgt und das Treffen des Balles vereinfacht. Top Spin 4 spielt sich flüssiger und runder als der Vorgänger – der Einstieg fällt leichter und das Ausloten der unzähligen Profi-Feinheiten (Aufschlag per Analogstick, Netzangriff, Stoppbälle und Schlaghandumlaufen per Schultertaste) macht mehr Spaß.

Kern des Spiels ist die Karriere, bei der Ihr mit einem selbst erstellten Athleten startet. Durch das erfolgreiche Absolvieren von Vorbereitungsveranstaltungen und Turnieren mehrt Ihr Eure Fan- und Erfahrungspunktekonten. Beides braucht Ihr, um im Rang aufzusteigen, den Zugang zu wichtigeren Turnieren zu erhalten und Eure Attribute wie Vorhand, Aufschlag und Ausdauer zu verbessern. So weit, so banal. Ein Kniff macht die Karriere aber zum Dauerbrenner: Ihr dürft Trainer engagieren, die Euch besondere Fähigkeiten (z.B. ”Meister der Halb-Volleys”) verleihen und bestimmte Attribute stärken (”Vorhand +10”) – Ihr müsst nur ihre Aufträge (etwa: ”Schlage 60 Winner”) erfüllen. Jeder Trainer bringt Euch andere Vorteile: Holt Euch gegen einen übermächtig erscheinenden Gegner die Unterstützung eines Aufschlagsspezialisten oder Volley-Asses – eine klasse Idee, die Frust stoppt und zum Experimentieren einlädt.

Die Wii-Version ist in allen Bereichen (Grafik, Karriere, Schwierigkeit) simpler und verlangt Remote und Nunchuk zum Steuern der mitunter ruckelig animierten Spieler. Gewöhnungsbedürftig das Platzieren des Balles: Per Nunchuk lenkt Ihr einen Kreis über das Feld, in dem die Kugel aufschlagen soll, was allerdings genauso ungenau funktio-niert wie die Unterscheidung der verschiedenen Schlagarten per Remote-Neigung. Die PS3-Move-Variante spielt sich nochmals anders und wirkt schlichtweg aufgesetzt.

3D-Faktor: Massive Doppelkonturen um die Athleten herum und an den Seitenlinien sehen auf beiden HD-Konsolen nicht nur hässlich aus, sie verwirren auch. Das platzierte Spielen des Balles wird dadurch erschwert. Davon abgesehen wirken die Stadien plastisch, aber nicht sonderlich spektakulär.

+ toller Kader mit 25 Spielern aus mehreren Jahrzehnten (18 Herren / 7 Damen)
+ komplexes Schlagsystem mit hervorragenden Schlaghilfe-Einblendungen zum Lernen
+ ausgefeilter Karriere-Modus
+ extrem motivierendes Trainer-Feature

– unter Schwierigkeitsstufe ‘schwer’ zu leicht
– Move-Steuerung wirkt aufgesetzt
– Wii-Version spielt sich gut, ist aber in jeder Hinsicht simpler

Oliver Schultes meint: Auf den ersten Blick hat sich wenig getan: Einen tollen Kader mit allerlei Tennis-Legenden und ein simulationsbetontes Schlagsystem gab es schon in Teil 3. Allerdings drehten die neuen Entwickler an den richtigen Schrauben und verschoben das Spielgefühl leicht in Richtung Arcade, integrierten geniale Lernhilfen und krönten das Ganze mit einer hochmotivierenden Karriere samt Trainer-Feature. Die Lernkurve verläuft optimal und das Spiel wird mit mehr Übung konstant dynamischer – wie im echten Court-Leben. Die mit glänzend animierten Sportlern versehenen HD-Versionen kann ich uneingeschränkt empfehlen, die Wii-Fassung funktioniert zwar ordentlich, ist aber längst nicht so feinfühlig zu steuern.

Auf Wii ordentlich spielbar, aber nur auf PS3 und Xbox 360 eine herausragende Tennis-Simulation.

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Segabasti
5. April 2011 10:42

Also ist man hier mit VT 4 besser beraten, oder?