Uncharted: The Lost Legacy – im Test (PS4)

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Wer Uncharted 4 schon gezockt hat, kennt die spielerischen Inhalte von The Lost Legacy fast in Gänze. Als minimale Neuerung kann Chloe die Schlösser überall verstreuter Truhen mit einem Dietrich öffnen. Für Euch heißt das, den Analogstick langsam kreisen zu lassen, bis der Controller zu vibrieren beginnt. Die sehr feinfühlige Abfrage und der niedrige Toleranzbereich können nerven, besonders wenn Ihr unter Feindfeuer steht. In den Kis­ten verbergen sich Waffen, Granaten oder Schätze. Wer in den ­Westghats, dem großen frei befahrbaren Areal der ersten Spielhälfte, außerdem eine mehrteilige Nebenquest löst, erhält den Rubin der Königin: ein Armband, das rot leuchtet und vibriert, wenn Ihr Euch in der Nähe von einem der zahllosen Schätze befindet, die im Spiel verteilt sind.

Ansonsten klettert Ihr serien­typisch an markierten Kanten Felswände und Bauwerke empor, fahrt mit dem Jeep kreuz und quer durch einen Teilbereich des Spiels und nutzt das Kletterseil, um Euch durch die Lüfte zu schwingen. An festgelegten Punkten in der Landschaft greift Chloe für einen Schnappschuss zum Smartphone. Für Euch die perfekte Gelegenheit, die Share-Taste zu drücken und den Screenshot als Bildschirmhintergrund für das PS4-Menü zu nutzen. Die Rätsel, bei denen Ihr auf Steinplatten hüpft oder Wandbilder zusammensetzen müsst, sind wieder kinderleicht. Wenigstens plappert Nadine im Gegensatz zu Sully und Co. aber nicht sofort los, wenn Ihr mal für ein paar Sekunden nachdenken müsst.

Dass Naughty Dog keine frischen spielerischen Elemente für The Lost Legacy in petto hat, ist angesichts des zeitlichen Abstands von nur 15 Monaten zu Teil 4 verständlich, enttäuscht aber dennoch und lässt den Unter­schied zu einem von Anfang an als Vollpreistitel geplanten Serien­teil erkennen. Dafür zahlt man aber auch weniger. Das Gebo­tene greift wie die Zahnräder einer Uhr perfekt ineinander, schnell befindet man sich im Flow und fährt, springt, klettert, rutscht und schießt, dass es eine Freude ist.

Trefft Ihr auf Asavs Soldaten, könnt Ihr Euch auf die kampferprobte Nadine verlassen. Sie bewegt sich autark zwischen den Feinden hin und her, wobei sie in bester (oder schlechter?) Naughty-Dog-Tradition von Gegnern ignoriert wird. Einzelne Söldner geht sie selbstständig im Nahkampf an. Das kann ein Nachteil sein, wenn Ihr eigentlich unbemerkt bleiben wolltet, aber eine Patrouille die Leiche eines von Nadine umgebrachten Kameraden erspäht. Im offenen Schlagabtausch kommt Eure Partnerin Euch in Faustkämpfen zu Hilfe oder schießt mit der Pistole den ein oder anderen Mann über den Haufen. Chloe unterscheidet sich im Gefecht trotz unterschiedlicher Statur nicht von Nathan Drake. Ihr ballert mit verschiedenen Gewehren und Pis­tolen, werft Granaten und haut im Nahkampf ordentlich zu. In der teils zerbröselnden Deckung regeneriert sich Eure Lebens­energie, Munition muss weiterhin per Knopfdruck aufgehoben werden und wer Probleme mit seiner Trefferquote hat, aktiviert eine Zielhilfe oder regelt die Schwierigkeit in mehreren Stufen. Die aggressiven, teils schwer gepanzerten und oft behelmten Feinde sorgen im Zusammenspiel mit den weitläufigen Gefechtsarealen für dynamische Schießereien, bei denen Ihr durch das geschickte Ausnutzen von Deckung und hohem Gras viele Gegner aus dem Hinterhalt überraschen könnt.

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