Uncharted: The Lost Legacy – im Test (PS4)

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“Story-DLC kommt”, schrieben wir in unserem Test zu ­Uncharted 4: A Thief’s End. Wie man sich doch ­täuschen kann. Oder besser, täuschen lässt. Denn die Entwickler von Naughty Dog entschieden, aus dem geplanten Add-on einen eigenständigen Ableger zu machen und ihn auf Disc und ­digital in den Handel zu bringen. Ob das geschah, weil die Inhalte zu ­voluminös für einen reinen DLC wurden oder man testen wollte, ob sich ein ­Uncharted auch ohne den ikonischen Hauptdarsteller ­Nathan Drake verkauft, bleibt ein Geheimnis. Wir freuen uns jedenfalls über die Entscheidung der Amerikaner – denn Chloes und Nadines Trip durch Indien kann man sich bedenkenlos ins Regal stellen.

Chloe Frazer tut sich ein Jahr nach den Ereignissen von ­Uncharted 4 mit der Ex-Shoreline-Anführerin Nadine Ross zusammen, um in Indien im Wettlauf mit dem bösen Intellektuellen Asav und seinen Söldnern nach einem Artefakt namens ”Zahn von Ganesha” zu suchen. Kann diese Partnerschaft funktionieren und sind die beiden Charaktere stark genug, um das Spiel als Hauptdarsteller zu tragen? Überraschenderweise sind sie es. Naughty Dog verleiht den beiden harten Frauen in Gesprächen und durch viele Interaktionen eine Tiefe, die man angesichts ihrer Rollen in den Vorgängern nicht erwartet hätte. Sie unterhalten sich über ihre Väter, ihre Vergangenheit und ihre Beziehungen zu den Gebrüdern ­Drake. Daraus ziehen Uncharted-Fans interessante Details über die Motivationen der Figuren. Noch spannender ist die Evolution, welche die Partnerschaft von Chloe und Nadine im Laufe des Abenteuers durchläuft. Anfangs giften sich die beiden ständig an. Chloe betont ihre Führungsrolle, schlägt Nadines helfende Hand aus und beharrt darauf, das Steuer (des Jeeps) in der Hand zu halten. Später erwischt man die beiden gemeinsam lachend und beim Austausch intimer Familiengeschichten. Sie ziehen mit der Zeit an einem Strang. Diese Beziehung bleibt bis kurz vor Schluss interessant. Als sich die Ereignisse schließlich überschlagen, wird leider auch die Charakterentwicklung chaotisch und gehetzt. Nathan Drake vermisst man trotzdem nicht.

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