Uncharted: The Lost Legacy – im Test (PS4)

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Genauso wichtig wie das Schießen, Klettern und Entdecken ist bei einem Uncharted die Technik. Die Serie gilt als Grafik-Flaggschiff, nicht nur für Sony, sondern für die gesamte Industrie. The Lost Legacy bildet keine Ausnahme: Wenn Ihr in die Wälder des indischen Hinterlandes eintaucht, über riesige verfallene Tempelanlagen klettert, rauschende Flüsse durchquert und bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Katakomben durchstreift, fällt die Kinnlade zu Boden. Die lebendige Fauna aus Affen, Flamingos und anderen großen und kleinen Tieren tut ihr Übriges, um Euch zu begeistern und die Share-Taste im Sekundentakt drücken zu lassen. Texturen, Ausleuchtung, Effekte wie Rauch und Explosionen und die Mimik der Hauptdarsteller spielen in einer Liga, in der sich sonst nur Uncharted 4 und Horizon: Zero Dawn wiederfinden. PS4-Pro-Besitzer profitieren dabei von einem etwas höher aufgelös­ten und dadurch schärferen und ruhigeren Bild, auf der normalen PS4 stellen sich Texturen nach Kamera­schwenks mit minimaler Verzögerung scharf.

Mit seinem Fokus auf Waldgebieten und Tempelanlagen erinnert The Lost ­Legacy an den Serien-Erstling. Dadurch, dass Ihr Euch nur an einem Schauplatz bewegt, ergibt sich eine stringente Kampagne ohne die wilden Reisen der Vorgänger. Allerdings fehlt gleichzeitig auch die optische Abwechslung bezüglich Klimazonen, Architektur und Stimmung. The Lost Legacy versucht, diesen Makel mit Imposanz auszugleichen. Wenn Ihr an zwei gigantischen Ganesha-Statuen emporklettert oder die Arme eines kolossalen Shiva-Denkmals bewegt, kann von Eintönigkeit nicht die Rede sein. Durch eine andere Wetter­lage bieten selbst die Westghats, die Ihr in der ersten Hälfte des Spiels zur Genüge durchquert, später wieder neue Eindrücke für Euer Auge.

Auch der Sound spielt wie ­gewohnt in der höchsten Liga. Die Stimmen von Chloe und ­Nadine spiegeln ihre Stimmung und die ­jeweilige Situation, ­Schüsse klingen in engen Korridoren anders als an der frischen Luft. Beim Soundtrack fehlen aber die ­ikonischen Klänge der ­Hauptreihe, die auch nach dem Ausschalten der Konsole im Ohr bleiben.

Insgesamt ist The Lost ­Legacy ein köstlicher Nachschlag zum ein Jahr zurückliegenden Hauptgang Uncharted 4. Jeder Abschnitt der Geschichte begeistert mit einer neuen monumentalen Szenerie und das Zusammenspiel von Chloe und ­Nadine hält Euch bei längeren Fahrten oder ­Klettertouren bei der Stange. Nach nicht einmal zehn Stunden ist der Trip aber vorbei. Besitzer von Uncharted 4 müssen sich den Mehrspieler-Modus von The Lost Legacy nicht anschauen, er ist nämlich derselbe. Um sich kurze Zeit zu amüsieren, aktiviert Ihr Boni wie eine Zeitlupenfunk­tion, unendliche Munition, schwerelose ­Leichen oder zahlreiche Grafikfilter und springt über die Kapitel- und Kampfauswahl gezielt in Schlachten oder an besonders denkwürdige Schauplätze und sammelt übersehene ­Schätze. Man darf gespannt sein, ob Naughty Dog der Uncharted-Serie weitere Ableger gönnt und wer dann in die Hauptrolle schlüpft. Nathan Drake soll ja nach A Thief’s End definitiv im Ruhestand sein.

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