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Theoretisch ist es auch möglich, das Spiel ohne einen einzigen NPC-Mord zu beenden – das bedeutet allerdings, dass Ihr fast immer gegen Gegner antretet, die ein paar Erfahrungsstufen über der Euren stehen. Das automatisch speichernde Spielsystem sorgt gnadenlos dafür, dass jede Eurer Handlungen bleischwer wiegt. Das kann etwas frustrierend werden, wenn Ihr zur falschen Zeit am falschen Ort seid und eine Quest ein unvorhergesehen bitteres Ende nimmt. Die fiebrig angespannte Atmosphäre, die Dontnod mit diesem Dilemma erzielt, ist aber bemerkenswert, weil Ihr damit noch konzentrierter auf jeden geseufzten Halbsatz, jeden Abschiedsbrief und jeden abgründigen Tagebucheintrag achtet, um nur ja keine falsche Entscheidung zu treffen. Ständig scheinen Euch die Entwickler ins Ohr zu flüstern und bieten Euch mannigfache Gelegenheiten, vom rechten Weg abzukommen, der zum vermeintlich besten von vier möglichen Enden führt. Das ist vielleicht nicht immer fair, aber realistisch, und es hebt den Wiederspielwert. Wie im richtigen Leben können alle Entscheidungen in die Katastrophe führen, und das ist der eigentliche, eindrucksvolle Horror hinter allen schaurig-schönen Eckzahn-Klischees.
Diese bedient Vampyr natürlich auch: Man merkt der Hauptstory, vor allem aber den mitreißend geschriebenen Nebenquests, deutlich an, wie viel (pardon) Herzblut die Entwickler in ihr von Autoren wie Bram Stoker oder Anne Rice inspiriertes Finster-Melodram stecken. Apropos: Besonders hervorzuheben ist der Soundtrack des hochtalentierten Olivier Derivière, der Euch mit anrührend klagendem Cello, irrwitzig schwirrenden Violinen und übersinnlichen Glasharfen-Sphären tief ins Gruselkabinett führt. Vampyr ist kein Wohlfühl-RPG. Es ist nicht einmal sonderlich hübsch – die Gesichter wirken hölzern, die Animationen steif. Das Leveldesign ist klaustrophobisch, denn die von orangen Gaslaternen befunzelten Gassen Londons sehen oft trist aus und münden noch öfter in Sackgassen. Gerade dieses unpolierte, dreckige Äußere passt aber zum faszinierend depressiven Gesamtbild, dessen literarische Qualität, Atmosphäre und moralischer Facettenreichtum den Vergleich mit The Witcher III oder Pillars of Eternity nicht zu scheuen brauchen. Und wo jene mit ihrem Fantasy-Setting auf breit ausgelatschten Pfaden trotten, wandelt Vampyr in einer Gothic-Horror-Nische, in der zwar nicht das ”Wohlfühlen”, jedoch das ”Fühlen” einer reifen, schwarz-romantischen Melancholie großgeschrieben wird!









Ich habe da n Abend mal reingespielt und dann erstmal auf den “spiel ich irgendwann weiter”-Stapel gelegt.
Das war vor inzwischen über zwei Jahren …
Aber irgendwann vielleicht …. irgendwann…
Auf der One damals war das Spiel technisch eine absolute Katastrophe. Selten sowas Schludriges gesehen. Das würde ich mit dieser Performance mit Sicherheit nicht wieder spielen wollen.
Ich war echt überrascht, wie gut das Spiel sogar auf der Switch läuft. Ich liebe es.
Ich hatte es mir irgendwann mal geholt und dann ewig nicht gespielt. Glaube letztes Jahr bin ich es endlich mal angegangen und hatte sehr viel Spaß. Trau dich. Es lohnt sich. ?
Für mich ein typisches “irgendwann kauf ich dich” Spiel. Irgendwie gibt’s aber immer ein Spiel, dass mich ein Stück mehr interessiert und es bleibt beim irgendwann.
Habe gestern mit diesem Game angefangen, bis jetzt gefällt es mir ziehmlich gut.
Sehr gut in Szene gesetzt, coole Atmosphäre, toller Soundtrack und die Story finde ich auch bis jetzt ganz cool. 🙂
Habe es zuerst pazifistisch gespielt. Das wurde ab Mary dann zu schwierig. Also die ersten ausgesaugt. Diese Doppelrolle Arzt / Vampir ist fantastisch, knifflig, strategisch. Menschen heilen des Eides wegen, oder wegen der Qualität des Blutes? Habe drei Bezirke komplett auf feindlich gehabt, dafür war ich sehr overpowered. Die letzten Gegner kein Problem. Etwas fehlte mir die Balance, wenn ich einen VIP NPC aussauge, erscheinen mir die Konsequenzen als zu drastisch. Mein Lieblingsteil war ganz gegen Ende, als die Musik mit der Panflöte spielte (track “Another Land”). Erinnerte mich sofort an die Welten Kihachirō Kawamotos. Ich habe mir daraufhin den OST gekauft, auch wenn zu vie Celo drin ist – ein Instrument, das ich nicht abkann, wie schon bei RiME. Mich zieht es in diese Version von London. Und ich wünsche mir einen Nachfolger, der 1666 spielt, als London brannte.
Als ich “Ahhh – die Kindärrr därr Nachd, welch süßä…! Ich werde dich vor eine Wahl stellen, die… When you came in the air went out. And every shadow… ” gelesen haben, war ich mir nicht sicher ob das Spiel etwas für mich ist. Mir sagt das nämlich gar nichts…
Ich habe trotzdem zugeschlagen und war zunächst begeistert. Was mir im Test aber gefehlt hat ist die Warnung vor dem Kampfsystem das meiner Meinung nach einfach nur zum kotzen ist. Die Bosskämpfe sind dermassen schwer das ich kurz davor bin aufzugeben.
Ein guter Rat an Dontnod: Storytelling könnt ihr, Action und Kampf aber nicht. Lasst es bleiben. Ich habe damals Remember Me schon nicht durchgespielt weil irgendeine Sprungpassage so verstümpert war.
Auf mein Merkzettel. Es muss nicht Triple A Titel sein, sofern das Blutdiament schön geschliffen ist.
super geschrieben…
noch kein video oder bild gesehen aber haben will.
die story muss der hammer sein 🙂
Wir sehen uns in der Wolkenstadt, alter Halunke!
RIP von seinem Pile of Shame erschlagener Lando. ?
Klingt interessant, vielleicht mal zum Sonderpr… *wird von seinem Pile of Shame erschlagen*
Den Erwartungen nicht ganz gerecht worden.
Du meinst, wie ein fein geschliffener Diamant.
Das ist so gut geschrieben. Bemerkenswert, wirklich. Jeder Satz sitzt, jede Formulierung, keine Langeweile, kein Firefanz. So wird ein Produkt interessant.
Schön, mal wieder was von Herrn Wildgruber zu lesen. Guter Test zu einem guten Spiel noch dazu. Nur eine Sache, die ich schon öfter mal angeprangert habe: Warum kann die Meinung und die Wertung nicht standardmäßig auf der gleichen Seite erscheinen? Dieses elendige Geklicke nervt so sehr, Bildergalerien schaue ich mir auf maniac.de z.B. gar nicht mehr an. Tja, schade…