Vancouver 2010 – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Wie vor zwei Jahren fährt Sega bei den offiziellen Spielen zur Olympiade (diesmal sind die Winterdisziplinen dran) eine zweigleisige Strategie: Nintendo-Jünger vergnügen sich schon seit einiger Zeit mit dem Maskottchenduo Mario und Sonic in Eis und Schnee (79% und 81% für Wii bzw DS in M! 12/09), jetzt bekommen PS3- und Xbox-360-Athleten mit Vancouver 2010 gerade noch rechtzeitig ihre Portion Wintersport verabreicht. Für die Entwicklung wurden die Allround-Handwerker von Eurocom verpflichtet, denen offenbar die Motivation fehlte, sich nach dem Sommerpendant Beijing 2008 Verbesserungsgedanken zu machen – denn die neue Olympiade kränkelt an den fast gleichen Symptomen.

Mit 14 Disziplinen wird zwar der aktuelle RTL-Rivale übertroffen, die Abwechslung hält sich dennoch in engen Grenzen: So fahrt Ihr z.B. mit drei verschiedenen Schlittenarten durch den gleichen Eiskanal und flitzt in allen vier Alpindisziplinen den Berg hinab. Als ’Ausgleich’ lassen sich interessante Sportarten wie Langlauf, Biathlon oder Eiskunstlauf gar nicht blicken, auch beim Eisschnelllauf gibt es lediglich die Short-Track-Variante (die dafür doppelt). Ihr stürzt Euch wahlweise ins Training oder eine Olympiade, die sich jedoch im einfachen Abspulen der ausgewählten Disziplinen erschöpft – ein Rahmenprogramm abseits der Siegerehrungen ist Fehlanzeige, von anspruchsvolleren Ideen wie Charakterentwicklung ganz zu schweigen.

Lediglich der HerausforderungsModus, bei dem Ihr in 30 Aufgaben Bedingungen wie Mindesttempo oder Handicaps wie eine umgedrehte Steuerung aufgebrummt bekommt, sorgen für etwas mehr Abwechslung. Optisch wird biedere, aber sauber programmierte Kost geboten, nur der Einsatz von Unschärfefiltern fällt etwas übertrieben aus. So bleibt eine nüchterne Sportveranstaltung, die dank unkomplizierter Steuerung angenehm zugänglich ausfällt, aber aus dem reichhaltigen Olympia-Potenzial entschieden zu wenig heraus­holt.

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