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Die Fähigkeiten der Rasen-Akteure scheinen jedoch begrenzt – weder Sprints noch Übersteiger oder andere Tricks erleichtern das Durchkommen. Kurzpass, Langpass, Schuss, Grätsche – mehr haben die Virtua Striker nicht drauf. Doch was ist das? Ein langer Ball der Deutschen wird von der englischen Abwehr zwar abgefangen, aber dann leichtfertig vertändelt. Manch’ Schiedsrichter hätte bei der wüsten Grätsche des deutschen Angreifers zwar gepfiffen, aber sei’s drum. Der Ballführende dringt auf halbrechts in den Strafraum ein, flankt in die Mitte und – ‘Gooaal’! Der englischsprachige Kommentator kriegt sich gar nicht mehr ein und wir schauen uns den Treffer in der Wiederholung an: Der englische Verteidiger wollte noch auf der Linie klären, hat sich aber selbst ein Bein gestellt und im Fallen die Trinkflasche des Torwarts umgeworfen. Der Ball zischt ins Netz, das sich wunderschön realistisch verformt. Flanke, Kopfball, Tor – so fallen die meisten Treffer bei Virtua Striker 2. Oft genug geht’s aber 0:0 aus, und das Elfmeterschießen muss entscheiden.
Die Deutschen ziehen sich in Führung liegend sofort zurück. Mehr als die defensive oder offensive Ausrichtung dürft Ihr als Trainer nicht bestimmen, Aufstellung und Spielweise werden vorgegeben. Angriffslustig und (über)motiviert agieren nun die Engländer. Sie grätschen jeden Grashalm um und – autsch – treffen manchmal auch die Beine des Gegners. Der Schiri zeigt sofort Rot, Fingerspitzengefühl ist bei Virtua Striker 2 ein Fremdwort. In Unterzahl hat England keine Chance mehr, die Deutschen gewinnen mal wieder und der Regisseur spielt nach dem Abpfiff noch mal das Tor des Tages ein. Gewonnen – im einfachsten von vier Schwierigkeitsgraden auch kein Problem. Wir haben kein allzu berauschendes Spiel gesehen, viel Mittelfeldgeplänkel und kaum Torchancen auf beiden Seiten.
Doch jetzt wollen wir hören, was unsere gar nicht virtuellen Fußballexperten zu sagen haben. Wir geben ab ins Meringer Studio zu Thomas Netzer und Stephan Breitner.









Streng genommen ist die Wertung noch viel zu hoch -dieses Spiel leidet neben einigen anderen Übeln vor allem an einem Problem: So etwas wie „Spielkontrolle“ gibt es nicht. Daher ist das eigentlich kaum ein richtiges Spiel, eher eine minimal interaktive Rolling-Demo.
Kann man am ehesten noch mit „Super (Formation) Soccer“ vergleichen, aber das bot mehr Übersicht und man konnte Gegner immerhin abschütteln und hier und da mal einen guten pass spielen. Und: Auf seine Art machte „Super Soccer“ viel Spaß.
Hier dagegen wurde abgesehen von der Grafik echt ALLES vermurkst. Pässe, Torschuss, Dribbling -nichts davon funktioniert. Hat man den Ball rennt man so lange geradeaus, bis man zwangsläufig direkt in einen Gegner reinrennt. Der nimmt einem den Ball entweder ab oder er kullert mit viel Glück zu einem der eigenen Spieler. Kommt man dann irgendwann mal ein eine Abschlussposition, muss der Torschuss erst noch aufgeladen werden. Das verschafft der CPU regelmäßig genug Zeit, um dir den Ball gerade rechtzeitig wieder vom Schlappen zu klauen.
Ich liebe wirklich die Dreamcast -aber hier wurde völlig unausgegorener Schund produziert, der niemals ernsthaft getestet worden sein kann. Es gibt einfach keine wirkliche Ballkontrolle, alles hängt vom Zufall ab.
An diesem Umstand ändert sich im Übrigen auch durch Verwendung des Arcade-Sticks nichts zum Besseren.
Ihr werdet btw auch auf youtube niemanden finden, der dieses Spiel wirklich dominant gegen die CPU spielt -weil das einfach nicht möglich ist.
Klare Meinung: Finger weg, Mega-Gurke. Will man es unbedingt in Bewegung erleben, reicht auch die Demo.
Ich bin krin Fußball Fan aber Segas Arcade Gebolze war einfach genial ? egal ob in der Spielhalle oder zuhause Mega ?? Schade das es keine Saturn Portierung des ersten Automaten gab. Zum Glück gabs dann Teil 2 für DC und später 3 für Cube ?
Muss jetzt hier mal eine Lanze für dieses Spiel brechen.
Hab ich , im Gegensatz zu UEFA Striker, monatelang rauf und runter gespielt, vor allem der “Ranking Mode” (ich glaube der hiess so) hatte es mir total angetan. Da konnte man zig Mannschaften freischalten. Das war sauschwer, daher aber auch unheimlich motivierend.
Einem Freund von mir erging es damals genauso. Plötzlich klingelt das Telefon: “Ey, ich hab grad’ Griechenland freigespielt! Dafür musst du diese und jene Bedingungen schaffen.” Ich natürlich sofort die Glotze angeschmissen und weitergezockt.
Auch die Benotung von Toren im dreistelligen Zahlenbereich fand ich super. VMU mit neuem Traumtor mit zum Kumpel genommen und stolz präsentiert wie geil man ist.
Super Spiel.
Auch wenn’s theoretisch kacke war.
Damals stand im MARO in Stuttgart ein Virtua Striker 2 Automat. Brandneu. Ich weiss noch, wie wir gestaunt haben.
Die Serie ist (zumindest bis Teil 3) sogar ein ziemlicher Grafikblender. Dass sich das Teil nicht so fluffig spielt, wäre noch zu verschmerzen, wenn in Kombination damit die Perspektive nicht gar so sehr für Unübersichtlichkeit sorgen würde. Spielaufbau adé. In Anbetracht dessen, dass SEGA das bei anderen hauseigenen Arcade-Sportvertretern besser hinbekommen hat, finde ich das ziemlich schade.
Fazit und Wertung treffen daher in meinen Augen den Nagel ziemlich auf den Kopf. Sympathisch ist mir die Serie trotzdem.
Das Spiel war zu seiner Zeit klasse. Es war ein Stück weit ein Grafikblender, aber das Auge isst nun mal mit. Ich hatte sehr viel Spaß mit dem Look & Feel und vermisse actionreiche, wuchtige Sportspiele mit Arcade-Gameplay und realistischer Optik.
Gerade die Kamera gibt ein tolles “Mittendrin”-Gefühl. Dass ein reines Arcade-Spiel auf taktischen Schnickschnack pfeift versteht sich von allein.
Man spielt auch nicht Sega Rally und erwartet Dirt.
Die Tester haben das Spiel einfach nicht verstanden.
Schade das Teil 4 nie eine Heimumsetzung erfahren hat.
Für Switch würde ich den sofort kaufen.
https://youtu.be/RFCnZmkGtZY
Ich hatte tatsächlich mit dem Spiel meinen Spaß, noch mehr sogar mit dem Game Cube Nachfolger. Die Kritik Punkte kann ich aber dennoch nachvollziehen.