Virtua Tennis 3 – im Klassik-Test (PS3)

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Jetzt, viele leidenschaftliche Stunden später, steht fest: Das Warten hat sich gelohnt, die ­Affäre mit Top Spin 2 ist längst vergeben und vergessen. ­Virtua Tennis 3 ist zwar nicht wirklich großartig anders als der Vorgänger, spielt sich aber einfach grandios gut. Drei verschiedene Schlagvarianten – mehr braucht’s nicht, um ­gefühlvolle Stoppbälle, knallharte Vorhandpeitschen und extreme Winkelschläge zu ermöglichen. Hinzu kommen die Eigenheiten der bis ins kleinste ­Detail nachgebildeten Originalspieler: Rafa Nadal hetzt ­jedem noch so gut platzierten Filzball hinterher, Henman sucht sein Heil am Netz, Tennisgott Federer brilliert wie im echten Sport in jeder Hinsicht.

Im ‘World Tour‘-Modus hingegen machen die Original-Asse Pause – wir müssen mit einem selbst ­erstellten Nobody antreten. Die ersten Gehversuche sind schockierend – der Nichtskönner kriecht förmlich über den Court, serviert MAX-Power-Aufschläge auf Kreisklassen-Niveau und kennt harte Grundlinienpeitschen nur aus dem Lehrbuch. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als den Rollenspieler zu machen – soll heißen: Wir leveln auf. Neue (u.a. Curling, Bingo, Fruchtjagd) und altbekannte (u.a. Bowling, Zielscheibe) Minispiele ­machen auch langfristig richtig Spaß und peppen die Werte der Sportler kräftig auf. Streber besuchen zusätzlich die neue Tennis-Akademie und schulen ihr Können in zig Prüfungen. Wer so viel trainiert, brilliert schließlich auch in den Turnieren und davon gibt’s auf dem prall gefüllten Terminkalender einige – vom Provinzcup in Österreich bis zum Grand Slam in Wimbledon. Kohle regnet es – im Gegensatz zu den Vorgängern – aber keine mehr, bessere Ausrüstung und flotte Outfits erhalten wir nach und nach gratis vom Trainer.

Zurück im Einzelspieler-­Modus ist nach Stunden auf dem Court der Moment der Entscheidung gekommen – der finale Test, dem sich Virtua Tennis 3 ­stellen muss: ich mit Roddick, die CPU auf ­Stufe ‘sehr schwer‘ mit Feder­er. Fünf ­Sätze, ellenlange Ballwechsel… am Schluss liegt der Schweizer im Staub. ­Schöner kann ein Tennisspiel nicht sein – ­Virtua Tennis 3 ist grandios.

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Walldorf
15. April 2024 11:35

Mir war es zu arcardig und ich habe mehr Return- als Aufschlagspiele gewonnen. Aber Virtua Tennis 4: World Tour für die PS Vita hat mir super gefallen. Wird Zeit für ein Virtua Tennis 5.

torcid
13. April 2024 19:14

Top Spin 4 ist immer noch das Nonplusultra unter den Tennisspielen. Aber Virtua Tennis 3 ist eine echt tolle Alternative. Gerade weil es arcadelastiger ist, also sich anders spielt.

Trico
13. April 2024 18:05

Sensationeller Test von Matthias Schmid! Toll geschrieben und ausgearbeitet. Dafür lieben wir die M!

general_spy
13. April 2024 8:28

Grafisch für mich der beste Teil der Serie (1080p). Spielerisch war für mich Virtua Tennis 2 am besten. Der einzige Teil mit etwas taktischen Elementen in der Ausstattung (Schläger mit mehr Power oder besserem Winkelspiel, unterschiedliche Schuhe für unterschiedlich Beläge). Virtua Tennis 4 war auch wieder super (PS Vita und PS3), neues Element der Powerschlag (Aufladung imLaufe des Ballwechsels). Ich warte händeringend auf einen neuen Teil für die PS5 oder XBX, der alle besten Eigenschaften vereint… Go SEGA go!

Lincoln_Hawk
12. April 2024 21:39

Werde ich mir kaufen.
Kenne das noch von der Sega Dreamcast