Yoshi’s Woolly World – im Test (Wii U)

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Egal ob Drache oder Dino: Yoshi gehört seit Jahren zur Elite der Nintendo-Helden. Zusammen mit den Kollegen Mario und Kirby stellt das grüne Kerlchen die Speerspitze der Jump’n’Run-Unterhaltung auf Handheld und Konsole dar. Ähnlich wie schon bei Knautsch-Kumpan Kirby kleidet Entwickler Good-Feel sein neues Abenteuer in einen besonderen Grafikstil: Dem Namen entsprechend besteht bei Yoshi’s Woolly World alles aus Wolle, Garn, Seide und anderen Stoffen.

Das Konzept zieht sich durch sämtliche Teile des Spiels. Die Yoshis erscheinen kuschelig weich mit niedlichen Fransen an Körper und Kopf, während die Levels vor kuscheligen Details strotzen: Stofffetzen bilden Brücken über Abgründe, auf denen aus Fäden bestehende Shyguys mit Stricknadel-Speeren patrouillieren. Wolken aus Watte schweben über dem blauen Jeans-Himmel, während sich unten Plattformen wie Schals entrollen. Yoshis Faden-Zunge löst Knoten und wickelt Gegner ab. Jedes Element bleibt dem Stil treu, immer wieder staunt Ihr über die Konsequenz und den Einfallsreichtum, mit denen die wollige Welt kreiert ist.

Die Geschichte dagegen ist altbekannt: Zauberer Kamek fällt ins Woll-Atoll ein, wickelt die dort lebenden bunten Yoshis auf und flieht. Nur der grüne und rote Yoshi entkommen dem Angriff des Fieslings – nun liegt es an ihnen, die Kameraden zu retten. Dazu rennt, springt, stampft und zappelt Ihr Euch durch insgesamt sechs Levels. Während diese optisch immer Stoff geben, variiert der Inhalt – wenig überraschend strampeln die Dinos durch Wasserwelten, erkunden luftige Höhen, schwitzen in feurigen Arealen und zittern beim Besuch des faserigen Spukhauses. Neben dem Einsatz eingangs genannter Fähigkeiten wird natürlich auch geworfen – diesmal mit Stoff statt Eiern. Yoshi leckt Gegner weg, um aus ihnen ein Garnknäuel zu machen und dieses dann gezielt zu verschießen. So aktiviert Ihr Fragezeichen-Wolken oder gebt Plattformen eine Struktur. Die wuscheligen Geschosse prallen von Wänden ab und hüpfen übers Wasser, was immer wieder erforderlich ist.

Yoshis Zappelsprung wurde deutlich verlängert, so dass er nun mehrmals hintereinander strampeln und weite Strecken überwinden kann – oder sich nach einem missglückten Sprung noch auf eine Plattform rettet. Das ist vor allem beim Sammeln der Sonnenblumen, Münzen und Stempel wichtig, deren Erlangung vor allem im späteren Spielverlauf Geschick im Umgang mit dem Controller erfordert. Außerdem sind in jedem Level fünf Garnrollen versteckt: Sammelt Ihr alle ein, schalten sie einen neuen Yoshi im Kuh-, Blumen- oder Kamek-Design frei – die knuffig bis sonderlich gestalteten Kerlchen dienen als zusätzliche Spielcharaktere, zwischen denen Ihr jederzeit wechseln könnt. Die Verwandlungen kehren ebenfalls zurück: In einigen Levels transformiert sich Yoshi in Flugzeug, Bagger, Motorrad oder Nixe, um durch zeitlich begrenzte Abschnitte zu sausen und dabei reichlich Juwelen einzusacken.

Zwei Schwierigkeitsstufen stehen bei Yoshi’s Woolly World zur Wahl: Bei ”Klassisch” steigt der Anspruch etwa ab der Hälfte des Spiels an, ohne jedoch Profis in Verlegenheit zu bringen. Noch deutlich einfacher wird es mit der Option ”Entspannt”, denn dann kann Yoshi dauerhaft fliegen. Unabhängig von der gewählten Schwierigkeit sind Neustarts an den Checkpoints unbegrenzt möglich. Zusätzliche Erleichterung versprechen eine Vielzahl von Stempeln, die Ihr wie bereits erwähnt unterwegs sammelt. Vor jedem Level wählt Ihr aus, ob Yoshi etwa Gegenstände anziehen, höher springen oder stärkere Stampfattacken machen soll. Regulär zahlt Ihr eine gewisse Menge Rubine für diese Extras, zwischendurch gibt es die Hilfsmittel aber auch mal umsonst.

Zu zweit zockt Ihr das komplette Abenteuer, lutscht den Partner weg und feuert ihn als Röllchen durch die Gegend. Außerdem wartet ein Boss-Rush, über den Ihr weitere Yoshis freispielen könnt.

amiibo-Extras

Setzt Ihr entweder Yoshi oder Woll-Yoshi in einem Level aufs GamePad, steuert Ihr parallel zwei Figuren. Auf einem Woll-Yoshi kann außerdem Euer Lieblings-Design gespeichert werden, mit dem Ihr dann auf der Konsole eines Freundes spielen dürft. Nutzt Ihr im amiibo-Pavillon einen anderen Charakter, z. B. Mario, überträgt das dessen Stil auf Yoshi – die Optik bleibt für die zukünftige Nutzung gespeichert.

Matthias Schmid meint: Als Jump’n’Run-Freund und großer Kirby und das magische Garn-Fan hatte ich turmhohe Erwartungen an das Wii-U-Debüt von Good-Feel – und die wurden erfüllt! Die Steuerung ist klasse und das Mehrfach-Zappel-Konzept während eines Hüpfers geht auf – nur so kann ich meinen Dino zu den trickreich versteckten Sammelgegenständen strampeln lassen. Normalerweise bevorzuge ich das (im Vergleich zu Yoshi-Titeln) höhere Tempo der Mario-Spiele, doch in Woolly World streife ich liebend gern gemächlich durch die Levels. Schuld hat daran auch das fantastische Grafik-Konzept: Der Wolle- und Fadenlook ist auch in HD eine Granate, die Optik so zuckersüß wie wunderschön. Zwar gefallen mir nicht alle Farbvarianten der sammelbaren Yoshis – das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass ich von diesem Spiel äußerst verzückt bin.

Sascha Göddenhoff meint: Bis ungefähr zur Hälfte konnte mich Yoshi’s Woolly World nicht einwickeln – zu leicht waren die Stages, der Ablauf glich beinahe Stangenware. Doch dann machte mich der wuschelige Dino froh, weil sowohl Anspruch als auch Spielwitz mit jedem neuen Abschnitt weitergesponnen wurden. Die Design-Sphären eines Super Mario erreicht Yoshi nicht, trotzdem spüre ich bewährte Nintendo-Qualität in jeder Faser. Schön auch, dass Koop-Fans das komplette Abenteuer gemeinsam abwickeln dürfen. Über allem thront jedoch die flauschige Grafik, deren Stofflichkeit mich immer wieder umgarnt – die Masche von Entwickler Good-Feel ist wirklich toll! Ein Meisterwerk ist die wollige Welt nicht, aber zweifellos ein sehr gut gestricktes Jump’n’Run.

  • alles aus Stoff: Levels, Yoshis, Gegner usw.
  • kurze Abschnitte mit Flugzeug-, Motorrad- oder Nixen-Yoshi
  • ganzes Abenteuer kooperativ spielbar

Wahrlich wunderbar wollige Welten: ”Yoshi’s Woolly World” gefällt mit toller Flauschoptik, feiner Spielbarkeit und vielen bunten Yoshis.

Singleplayer85
Multiplayer
Grafik
Sound
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ChrisKong
7. August 2015 14:15

Ja, es ist wohl langsamer und darum für manch einen einfach besser geeignet. XD

moshschocker
7. August 2015 11:07

@DOOM:So siehts aus! Genau das Gleiche habe ich bei DK für die WiiU ebenfalls gedacht. Schade drum, aber ich konnte mir das Dingen ebenfalls nicht schön reden 😉 Yoshi ist da deutlich besser, was die Spielbarkeit angeht!

D00M82
3. August 2015 10:24

[quote=ChrisKong]

Das muss an deinen Noob-Skills liegen D00M. Du spielst es vermutlich einfach falsch. ^^

[/quote]Ich verstehe natürlich deine Anspielung.Aber bei DKC kann man ja taktisch nicht falsch an das Spiel gehen.Ich finde die Steuerung mit ihrer gewollten Trägheit einfach albern.Wenn etwas “”scheisse”” ist, dann ist mir egal ob es gewollt ist oder nicht.

captain carot
3. August 2015 9:56

Und täglich grüßt die Wertungsdiskussion. Ich hab es selber kaum gespielt bisher. Hauptsächlich mit meiner Tochter. Wooly World macht aber in jedem Punkt einen deutlich besseren Eindruck als New Island.

moshschocker
3. August 2015 9:46

Ich gebe Doom auf jeden Fall recht, was die Steuerung betrifft. Die ist nämlich einfach fantastisch. Ich finde den Schwierigkeitsgrad eigentlich angenehm, wenn ich das Sammeln der Sachen mit einbeziehe. Mega schwer muss sowas für mich nicht sein, und deutlich schwerer empfand ich Yoshis Island damals auch nicht.Ich persönlich finde 85% noch zu wenig, denn ich bin derbe begeistert von diesem Titel. Die Optik ist der Knaller. Wenn jetzt die Musik auch noch so genial wäre wie beim SNES Erstling damals….das wäre schon was.Für mich aber mit das beste Game dieses Jahr..

ChrisKong
3. August 2015 6:35

Das muss an deinen Noob-Skills liegen D00M. Du spielst es vermutlich einfach falsch. ^^

D00M82
2. August 2015 23:36

[quote=Beeberman]

Das Spiel ist gut kein Zweifel aber es hat gerade mal 1% weniger als dktf, welches wirklich in jeder Disziplin das bessere game ist.

[/quote]Also mal mindestens nicht in der Steuerung.Ich finde Yoshi auch insgesamt besser als die Affenbande.

Beeberman
1. August 2015 18:28

Das Spiel ist gut kein Zweifel aber es hat gerade mal 1% weniger als dktf, welches wirklich in jeder Disziplin das bessere game ist.

Seppatoni
1. August 2015 11:57

Ein famoses Stück Software und der beste Yoshi-Titel seit Yoshi’s Island. Ich machte mir auch Sorgen bezüglich des Schwierigkeitsgrades, das war aber unnötig. Spätestens bei den freigespielten-S-Levels wird es teilweise wirklich knüppelhart und fordernd. Ein klasse Titel für einen alten Jump n’Run-Hasen wie mich, wenngleich es nicht ganz die Genialität von Good-Feels Wario Land: The Shake Dimension erreicht.

D00M82
31. Juli 2015 23:39

Mir gefällt es auch sehr gut.Nur eben etwas leicht.

31. Juli 2015 21:27

Ich finde es grafisch total super.spielerisch sowieso.Wenn man den Dino liebt, führt kein Weg dran vorbei 🙂

cyberoli
31. Juli 2015 21:07

Tolles Game. Teilweise etwas einfach, aber mit super Ideen bezüglich levelaufbau und grafischer Gestaltung .

ChrisKong
31. Juli 2015 20:42

Auf das Spiel freu ich mich schon, auch wenn ich nicht glaube, ähnlich gefordert zu werden wie bei DKTF.

GaiusZero
31. Juli 2015 17:03

Gutes Spiel. MMn bei weitem kein 90er Kandidat und auch mit einer Wertung im hohen 70er Berreich wäre ich dacore. Das Spiel hat seine Momente aber bei vielen Stellen fand ich es tierisch langweilig mit ner Menge an 08/15 Stoff. Die Idee mit den unterschiedlichen Yoshi-Stoffmustern emfpand ich etwas aufgesetzt. Ein Geister-Level und am Ende hatte man Geister-Yoshi. Ein Lava-Level und am Ende hatte man Lava Yoshi. Wo ist der gelbe, der pinke oder weiße Yoshi? Gutes Spiel aber leider nicht der Überflieger, den ich mir erhofft hatte.