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| Spiel: | Vostok Inc. |
| Publisher: | Badland Games |
| Developer: | Nosebleed Interactive |
| Genre: | Action-Adventure |
| Getestet für: | PS4 |
| Erhältlich für: | PS4, Switch, XOne |
| USK: | 12 |
| Erschienen in: | 9 / 2017 |
Ohne Moos nix los! Getreu diesem Motto bereist Ihr in Vostok Inc. mit Eurem Raumschiff aus der Vogelperspektive zahlreiche 2D-Planetensysteme. Baut auf Himmelskörpern immer neue Immobilien und ballert im All auf Asteroiden und Feinde, um Moos zu sammeln, welches Ihr in Upgrades und weitere Gebäude investiert. Der Weg ist das Ziel: Mehr Geld bringt mehr Fabriken, Supermärkte und Wohnblocks, welche dann wieder Eure Finanzen aufstocken. Baut Ihr Satelliten auf den einzelnen Planeten, fließt das Geld aus den dortigen Produktionen automatisch fortlaufend auf Euer Konto.
Ihr beginnt mit nur wenigen Moos-Einheiten pro Sekunde, doch schnell schießen die minütlichen Gewinne über die Milliardengrenze hinaus. Dieses System lässt sich ausnutzen: Tätigt Investitionen und lasst die Konsole anschließend laufen, wenn Ihr selbst schlaft oder zur Arbeit geht. Während Euer Raumschiff sicher auf einem Planeten parkt, fließt kontinuierlich Geld in die Kasse. Das ist auch nötig, denn Waffen-Upgrades und effektive Gebäude kosten jede Menge Moos; außerdem lässt sich der Boss jedes Planetensystems erst sehen, wenn Ihr einen bestimmten Betrag auf dem Sparbuch habt. Zur Steigerung der Erträge sammelt Ihr Personal ein, das nach Sauerstoff ringend durchs Vakuum trudelt. Führungskräfte bringen Minispiel-Klassiker wie Snake und sogar einen Ego-Shooter in Dreamcast-VMU-Optik mit und wollen mit gefundenen Luxusobjekten zufriedengestellt werden. Dafür bleiben sie Euch erhalten, auch wenn Euer Raumschiff mal abgeschossen wird. Das gilt nicht für normale Manager. Diese sterben, falls Euer Fluggerät gesprengt wird. Das kann besonders in den arenaartigen Raumkämpfen passieren: Normalerweise könnt Ihr vor Gegnern fliehen und auf Planeten oder in Eurer Basis (wo Ihr Eure Energie aufladet und Waffen und Fähigkeiten kauft) Schutz suchen. Manchmal tauchen aber Scoutschiffe auf: Schießt Ihr die nicht schnell ab, legt sich ein Gitter über den Bildschirm und Ihr dürft nicht von dannen ziehen, ehe nicht alle Feindeswellen erledigt sind.
Bis hierhin ist Vostok Inc. ein netter Zeitvertreib für ballerfreudige Kapitalisten. Jedoch brauchen diese auch gute Nerven. Euer Berater Jimmy nervt nämlich ständig mit pseudolustigen Texteinblendungen, Tutorial-Hinweisen und Gebrabbel über den Lautsprecher des PS4-Controllers. Dazu dudelt der Soundtrack uninspiriert vor sich hin und die comicartige Optik dürfte nicht jedermanns Geschmack treffen. Das Hauptproblem des Spiels ist aber sein Mangel an motivierenden Zielen: Man scheffelt einfach immer mehr Geld, um es für Gebäude auszugeben, die dann noch mehr Geld bringen. Dieser Kreislauf verliert schnell seinen Reiz, auch wenn Feindvölker wie mörderische Tiere, pinkfarbene Wasserkopf-Aliens und violette Terminatoren für den ein oder anderen Lacher sorgen.








