
Dieser Artikel stammt aus der M! 352 (Januar 2023).
MERING • Dass sich das lange Warten auf ein neues Monkey Island-Abenteuer lohnte, verrät Steffen in seinem Test und empfiehlt Return to Monkey Island als eine ”gelungene Fortsetzung, die Guybrush-Anhängern eine Menge bietet, Serienkenner glücklich macht”. Für diese Zielgruppe, die Fans und Genießer der halb nostalgischen, halb satirischen LucasArts-Abenteuer, lohnt sich in jedem Fall auch das hübsche Textbuch Die Geheimnisse von Monkey Island: Der französische Autor Nicolas Deneschau ist ein Kenner und Liebhaber aller Monkey Island-Spiele (und mag betuliche Sierra-Märchen nicht!) und handelt die Serie chronologisch ab, vom ersten Lucasfilm-Adventure Maniac Mansion (1987) über die DOS- und Amiga-Epen The Secret of Monkey Island und Monkey Island 2: LeChuck‘s Revenge bis hin zu Remakes, Konsolenumsetzungen und Guybrushs episodischer Wiederauferstehung im 21. Jahrhundert durch die Download-Kapitel von Telltale Games.
Die Geheimnisse von Monkey Island analysiert die visuelle Entwicklung, die Audio-Evolution, aber auch die Ideengeber sowie mehrere Paradigmenwechsel beim Spielverlauf. Schlecht ist keines der Monkey Island-Spiele, doch woran liegt es, dass das 1990er-Original und dessen 1992er-Sequel bis heute unübertroffen bleiben? Deneschau zitiert die SCUMM-Architekten und Adventure-Macher von Lucasfilm, die Programmierer, Spieldesigner und Künstler. Grafiker Mark Ferrari verrät, wie der Held zu seinem bizarren Namen kam und Bill Tiller (der am überbordenden Cartoon-Stil des dritten Teils arbeitete) erklärt, warum der Hintergrundgrafik im Computerspiel eine besondere Bedeutung zukommt. Die vielen Erinnerungen und Anekdoten der Profis machen das Buch spielhistorisch interessant und lustig: Wir erfahren, wie die Kreativen zu Lucasfilm kamen, was in den goldenen 8- und 16-Bit-Jahren auf der Skywalker-Ranch und in ILM-Nachbarschaft abging, wie ihre SCUMM-Karrieren verliefen und wie sie heute zur Serie stehen. ”Von der interaktiven Erzählung zu Point’n’Click”, ”Leben und Sterben von LucasArts”, ”Ron Gilbert vs. Disney”: In 23 Kapiteln streift das Buch auch das 1970er- bis 1990er-Jahre-Umfeld, Debüt und Firmengründung des George Lucas, die Evolution des Text- und Grafik-Adventures. Erwähnt werden zudem ein paar der anderen LucasArts-Titel. Doch den Schwerpunkt bilden die Erlebnisse des Guybrush Threepwood – diesen roten Faden behält der Autor fest in der Hand, vom Vorwort des Animationsprofis Larry Ahern bis zum Piraten-Chanson ”Planke der Liebe”, zweistimmig zu singen, im Anhang. Schade, dass dieses fest gebundene, hübsch gesetzte Buch kein Foto und keine SCUMM-Pixel enthält. Davon abgesehen ist es optimale Retro-Lektüre, bei einem Glas Grog an einem kalten Winterabend und in Gedanken in der Karibik.
Die Geheimnisse von Monkey Island • Look Behind You Verlag • 272 Seiten • 24,90 Euro









Schon auch interessant, aber mir gehen die fehlenden Pixel-Art-Fotos echt ab.
Da wäre mehr drin gewesen. Allerdings liegt hier der Schwerpunkt eben anders.
Was MI 1 und 2 angeht:
Für mich Stück meiner Kindheit/Jugend und auch mehrmals wieder durchgespielt. Erst letztens mal die Special Editions davon in Vorbereitung auf Return To MI wieder zusammen mit meiner Frau durchgezockt. Und beide Teile sind einfach rundum gelungen.
Simon the Sorcerer (1 und 2) war auch fein damals. Ich meine ich hab Teil 2 sogar als “talkie”-Version gespielt; auf CD-ROM; in Deutsch.
Die Sierra – Dinger hab ich auch viele gespielt, aber die meisten nur mal etwas an.
Kings Quest V hab ich glaube ich durchgespielt.
Ach und Space Quest V. Die waren aber echt alle teils hakelig und dass man sich in Sackgassen spielen konnte war echt doof.
Die 3 Kyrandia Games (von Westwood) fand ich damals auch noch sehr gut.
@Nightrain Tatsächlich valide Punkte die du aufführst und eventuell liegt es bei mir auch daran, dass ich die MI-Spiele erst Jahre nach ihrem Release gespielt habe (Bestseller Games, falls du dich an die Zeitschrift erinnerst). Eines der stimmigsten Pixel-Adventures ist imo Simon the Sorcerer 2. Teil 1 war ja noch wenig eigenständig, aber bei Teil 2 haben sie dann ihr Meisterstück abgelegt. Danach wurde die Reihe ja leider ziemlich gegen die Wand gefahren, da bietet die MI -Reihe eine insgesamt konstantere Qualität.
Bei den Sierra-Adventures fand ich es tatsächlich auch immer mega-ätzend, dass man sterben konnte (und es in frühen Teilen keine unmittelbare Möglichkeit gab, direkt vor dem Tod weiterzumachen…)
Das Buch interessiert mich schon. Monkey Island war ein wichtiger Bestandteil meiner “Computerspieljugend “. Das Cover hat mich sofort angesprochen und gefällt mir sehr gut.
Umso schader, dass im Buch selbst wohl kein einziges Bild ist, wenn ich das richtig verstanden habe.
Beim Zweier gebe ich Dir schon irgendwie Recht, aber Teil 1 ist im Vergleich zu dem, was damals rauskam bzw. draußen war deutlich angenehmer zu spielen und sah auch noch sehr gut aus.
Während einen die Sierra Adventures gerne mal haben falsch abbiegen lassen und dann in einem Bildschirmtod geschickt haben, oder Spiele die Spiele der “Goblins”-Reihe schon arg kyptisch waren, hatte MI recht klare Strukturen und Rätsel, die mit ein bisschen ums Eck denken schon lösbar waren. Selbst mein 13/14-jähriges Ich haben das hinbekommen, inklusive selbstgezeichneter Karten.
Welche Spiele wären Deiner Meinung nach denn besser?
Klingt interessant, auch wenn imo die ersten beiden MI-Titel heutzutage arg verklärt werden und (imo zu Unrecht) auf ein so hohes Podest gestellt werden.