Es gibt nur einen Ort auf der ganzen Welt, wo sich Gamer wirklich wohl fühlen. Zwischen den hektisch blinkenden Lichtern der Großstadtkulisse von Tokio sticht ein kleines Viertel besonders hervor: Akihabara heißt der wundersame Ort, wo Nerds aller Kulturen aufeinanderstoßen. Gleich die Hauptstraße ist gesäumt von gigantischen Elektroniktempeln, während die zahlreichen Seitengassen in ein neonfarbenes Labyrinth aus Glasfaserkabeln und trockenem Beton führen.
Akihabara ist die Gegend, in welcher Nerd-Wünsche wahr werden – egal welcher Perversion sie entstammen. Kleine Manga-Girls zupfen im Blitzlichtgewitter der anwesenden Fanboys schüchtern an ihren Röcken, während in Maiden-Cafés das heiße Getränk für zwischendurch von aufreizend verkleideten Mädels serviert wird. Darüber hinaus säumen besonders am Wochenende Cosplayer in allen Formen und Farben die vom sonst dichten Verkehr abgeriegelten Straßen.
Davon abgesehen finden auch normale Menschen in Akihabara das weltliche Paradies für Technik und Videospiele: Kameras, Handys, PC Zubehör, Uhren… und natürlich Videospiele und Konsolen en masse.
Wer sich in das Labyrinth aus Gassen und winzigen Läden traut, der findet in der Nähe der Club Sega Arcade einen ganz speziellen Laden. Im Super Potato gelangen Gamer und Spiele-Nerds durch einen kleinen Seiteneingang ins Paradies der Videospiele.
Mittlerweile auf drei Ebenen ausgebaut, finden sich hier einige Schätze, welche man sonst nur aus Internet-Legenden kennt. Von der exklusiven Sammler-Edition bis zu äußerst raren Spielen in Originalverpackung lässt sich alles erbeuten, was das Spielerherz begehrt.
Die Regale sind vollgepackt mit Retro-Spielen, Konsolen stapeln sich bis zur Decke. Egal, ob Neo-Geo, PC-Engine, Famicom oder obskures Handheld – ob mit Verpackung, oder ohne: Der Geldbeutel ist schneller leer, als Pac-Man “Waka Waka” sagen kann.
Während der erste Stock mit klassischen Retro-Titeln bestückt ist (von Super Famicom, über Master System bis Mega Drive), trauen sich die Potatos im zweiten Stockwerk an etwas modernere Konsolen wie PlayStation oder Dreamcast. Darüber hinaus ist jedes Stockwerk mit wahren Nerd-Artikeln zugepflastert – hier sollte das Auge jedes Regalbrett genauestens unter die Lupe nehmen, um gezielt kleine Kostbarkeiten wie Brettspiele, Poster, Figuren, LCD Spiele und limitierte Module herauszupicken.
Im obersten Stockwerk liefern die Kartoffel-Fans die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen: Zahlreiche Automaten locken mit Klassikern wie Super Mario Bros., Pac-Man oder kruden Nippon-Ballereien. In diesem Stockwerk steht auch der famose Spiele-Thron: Nehmt auf einem Sessel Platz, der aus zahlreichen Famicom-Modulen gebaut wurde!
Fans aktueller Konsolen gehen leer aus: Super Potato ist eine reine Retro-Kette. Da es der Laden vom Geheimtipp zur allseits bekannten Nerd-Kultur geschafft hat, sind die wirklich raren Sachen meist ausverkauft.
Wie komme ich ins Spieleparadies?
Nun, zum einen wird ein Flug nach Tokio nötig – am besten gleich zum Flughafen Narita. Akihabara liegt im Osten der Stadtmitte (sofern man bei solchen Größen überhaupt von einer Mitte sprechen kann).
Um es einfacher auszudrücken: Akihabara (im japanischen Volksmund auch einfach nur “Akiba“) lässt sich kinderleicht über die Yamanote-Sen (die Ringbahn in Tokio) erreichen. Einmal dort angekommen, sollte man sich vom Bahnhof aus nicht in Richtung Yodabashi Camera (riesiges Elektrokaufhaus), sondern auf die gegenüberliegenden Straßen konzentrieren.
Die Sega Arcade liegt gleich unter den Bahngleisen und fällt auch auf mehrere Meter entfernt durch das grelle Rot im Logo auf. In der schmalen Seitengasse daneben findet sich der kleine Eingang zum Super Potato – wer sich optisch nicht zurechtfindet, lauscht einfach der laut dudelnden Retro-Melodie, um das Geschäft ausfindig zu machen.
Wer keine Umwege geht, der erreicht das dreistöckige Geschäft in nur wenigen Minuten vom Bahnhof. Natürlich warten auf der Strecke jedoch noch weitere Spiele-Shops auf willige Entdecker – da geht die Konzentration schnell flöten.
Bleibt eigentlich nur noch die Frage: Warum eigentlich “Super Kartoffel”? Wer darauf eine Antwort weiß: Bitte per Kommentar melden!
Übrigens: Wer noch mehr Super Potatos sucht, wird in Osaka ebenfalls glücklich. Hier steht die ursprüngliche Super Potato-Filiale gleich im Nerd-Viertel Den Den Town (besser bekannt als Nipponbashi). Neuere Filialien finden sich unter anderem in Nanba, Hanazono, Sendai, Nihonbashi, Shouwachou oder Taishou: Die “Super Kartoffeln” sind ganz schön am expandieren.
Wer sich im Internet ein Bild vom Shop machen will, der erreicht ihn unter www.superpotato.com. Mittlerweile gibt es sogar einen eigenen Twitter für Kartoffel-Fans – beides nur auf Japanisch.
Einen Blick von oben erhascht Ihr auf Googlemaps. Da Tokio in großen Teilen in 3D begehbar ist, hier noch einige virtuelle Schritte hin zum Super Potato:
Schritt 1: Bahnhof (westlicher Seitenausgang, auf das Gebäude mit den lustigen Röhren achten, dann immer geradeaus!)
Schritt 2: Club Sega
Schritt 3: Club Sega (auch die Sega Arcade ist einen Besuch wert!)
Schritt 4: Seitengasse (am KFC vorbei sofort rechts – wer geradeaus geht, findet auf der rechten Seite zwei gute Importshops!)
Schritt 5: Super Potato









@Daniel hecht .. naja die kohle würd ich schon aufbringen nur die liebe zeit fehlt mir dazu ..wenn dann würd ich schon gerne mal zwei bis drei wochen durch japan ziehn .. ma gucken ..irgendwann pack ichs mal an ^^
@sscore_riotMuss kein Traum bleiben 🙂 Japan ist gar nicht so teuer – einige Monate sparen, oder auf den nächsten HD-TV verzichten, oder die nächsten Spiele mal links liegen lassen – schon hat man genug in der Tasche!Haben damals 550 Euro für Hin und Rüc
jo thats heaven ..spitzenbericht!! ..mal selbst drin rumstöbern wär ein traum ..
Ist es das Paradies? 😉
Ein sehr schöner Bericht, hat mir auch in der aktuellen Ausgabe der M!Games sehr gut gefallen, bitte mehr davon.Leider hab ich auch keine Ahnung warum die Kette gerade “”Super Potato”” heißt 😉