Alice: Madness Returns – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Alice: Madness Returns ist wie der Vorgänger ­American McGee’s Alice eine morbide Interpretation des ”Alice im Wunderland”-Romans von 1865. Behandelt die Vorlage des Schriftstellers und Mathematikers Lewis Carroll auf kluge wie lustige Weise Logik und Erwachsenwerden, so machen der ehemalige Quake-Leveldesigner American McGee und sein Spicy-Horse-Team daraus die Geschichte eines Mädchens, das sich nach der Entlassung aus einer Nervenheilanstalt von Schuldgefühlen geplagt in Wahnvorstellungen flüchtet. Während zwischen den fünf Spielkapiteln ein Psychiater im viktorianischen London ihr Seelenheil zu retten sucht, ergründet Alice in den Welten von Hutmacher, Walross und Zimmermann, der rauchenden Raupe sowie in den Ruinen des Herzköniginnenpalastes und einem Puppenhaus, wer tatsächlich hinter dem Wohnungsbrand steckt, der ihre Eltern das Leben kostete. Zugleich ist Alices ’Wunderland’ von der Auslöschung durch einen fliegenden Zug bedroht, der mehr einer gotischen Kathedrale denn einem Reisemittel gleicht.

Die große Stärke des Spiels ist neben der Geschichte zweifelsohne ein Grafikstil, der an Tim Burtons schräge Ästhetik ebenso erinnert wie an Henry Selicks düstere Alice-Interpretation ”Coraline” oder Guillermo del Toros Bildgewalt in ”Pans Labyrinth”. Wie McGee im M!-Interview gestand, steht für ihn der visuelle Gehalt im Vordergrund, gefolgt von der Geschichte und zuletzt der Spielmechanik. Nach Abschluss des rund 15-stündigen Abenteuers können wir das nur unterschreiben.

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