Braid-Entwickler rechnet mit Microsoft ab

16
118

Jonathan Blow, der kreative Kopf hinter dem Xbox-Live-Arcade-Hit Braid, hat in einem Gespräch über sein neues Projekt The Witness (mehr dazu hier) mit seinem Publisher Microsoft abgerechnet und war dabei nicht gerade um klare Worte verlegen: “Ich könnte ein komfortables Leben haben und mein Spiel einfach ohne großen Ärger über Steam veröffentlichen oder ich kann mich von den XBLA-Geschäftsleuten an der Nase herumführen lassen und mir Arschloch-Verträge andrehen lassen, die ich brauche, um nach dreimonatigen Verhandlungen zu einem vernünftigen Ergebnis zu kommen, das sie ohnehin schon kannten.”

Blow habe sich in diesem Kontext schon oft die Frage gestellt, warum er sich das eigentlich antue. Auf Microsoft angewiesen sei er nämlich keinesfalls, wie der Entwickler betont. Demnach gebe es in seinen Augen keinen Grund, einen Plattform-exklusiven Vertrag zu unterschreiben. Die geschätzten 2 Millionen US-Dollar, die er in The Witness inverstiert habe, könne er auch ohne Microsofts Hilfe wieder reinbekommen: “Wenn es darum geht, die Marke von 2 Millionen Dollar zu erreichen (…), so bin ich mir ziemlich sicher, dass wir das auch lediglich mit einer Veröffentlichung über Steam und das iPad erreichen, so Blow.

Entwickler würden sich einfach mit zu viel “Bullshit” konfrontiert sehen, wenn sie ein Spiel über Xbox-Live veröffentlichen wollen. Neben Microsofts Zwang nach Plattform-Exklusivität sei ein zweites Problem der langwierige Prozess der Zulassung, den ein Spiel durchlaufen müsse, bevor es über den Marktplatz veröffentlicht werden könne. So ist sich Blow sicher, dass viele Projekte ohne die strengen Auflagen seitens Microsoft mit weitaus weniger Aufwand auf den Weg gebracht werden könnten.

Ob The Witness nach diesen eindeutigen Worten noch den Weg auf die Xbox 360 finden wird, darf durchaus bezweifelt werden. Blow sagt dazu nur so viel: “Was es bedeutet, Microsoft als Publisher zu haben, variiert sehr stark von Jahr zu Jahr, da sie ihre Politik danach richten, was momentan am sinnvollsten erscheint, um ihren Dienst nach vorne zu bringen. Da gibt es Personalwechsel und all dieses Zeug. Wer weiß also schon, was in Zukunft passieren wird?”

Mit seinen jüngsten Äußerungen hat Blow nicht zum ersten Mal Kritik an seinem Publisher geäußert. So empörte er sich bereits 2009 über die Tatsache, dass Microsoft für das Braid-Premium-Thema 240 Microsoft-Punkte (3 Euro) verlangt: “Wir möchten es kostenlos anbieten, aber Microsoft mag es nicht, Dinge zu verschenken” schrieb Blow damals in seinem Blog.

16 Kommentare
neuste
älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Transparenz Kubus
12. August 2011 20:40

Naja ich sehe das so, MS will natürlich Geld verdienen. Noch dazu sind denen auch ihr Ruf wichtig das auf dem XBL Markplatz nicht ganz so viel Schrott landet. Gerade vor 6 Jahren als die 360 neu war, gabs teilweise nur Müll auf Xbox Live Arcade. Das dann da nicht jeder reinkommt und sich mit solch Verträgen rumärgert ist da schon vorprogrammiert.Mal abgesehen davon finde ich Braid überschätzt, und solange dieses One Hit Wonder nicht mal paar andere gescheite Spiele macht sollte er sich lieber mal nicht beschweren und zeigen das er wirklich nur mit iPad 2 Mio machen kann.

Richie1982
12. August 2011 17:18

[quote] Neben Microsofts Zwang nach Plattform-Exklusivität sei ein zweites Problem der langwierige Prozess der Zulassung, den ein Spiel durchlaufen müsse, bevor es über den Marktplatz veröffentlicht werden könne. So ist sich Blow sicher, dass viele Projekte ohne die strengen Auflagen seitens Microsoft mit weitaus weniger Aufwand auf den Weg gebracht werden könnten.[/quote]Jetzt könnte man natürlich anführen, dass das strenge Zulassungsreglement mit ein Grund für den Erfolg vom XBLA Marktplatz darstellt. Dass Microsoft sich wahrscheinlich aus einem riesigen “”Pool”” mittlerweile aussuchen kann, wer sich bei XBLA rumtummeln darf, halte ich nicht für abwegig. Und ein gewisser Qualitätsstandard sollte gehalten werden, zumal der XBLA Marktplatz auch nicht irgendeine billige Plattform für Entwickler ist, wo jeder Hinz-und-Kunz seine Spiele drauf hochladen kann. Klar gibt es da auch aus meiner Sicht viel Schund, aber ich möchte nicht wissen, wie das ausschauen würde, wenn da jeder mitmischen dürfte. Es wird schon seinen Grund gehabt haben, warum sich Jonathan Blow ausgerechnet Microsoft ausgesucht hat und nicht Sony mit seinem mehr schlechten als rechten PSN!!!Und wenn mir Microsoft schon einen Vertrag unter die Nase hält, wo steht, dass das Game NUR auf XBLA veröffentlicht werden DARF, ich anschließend unterschreibe, dann darf ich mich im nachhinein nicht beschweren.Dafür brauche ich nicht Jura studiert haben, um zu wissen, dass solche Exklusivverträge auch evtl. Umsatzeinbußen bringen können. Und speziell bei einem relativ kleinen Spiel würde ich solche Exklusivverträge nicht unterschreiben!!! Ob er widerum über Steam einen größeren Erfolg gehabt hätte, kann ich nicht sagen bzw. man kann nur spekulieren.

Lofwyr
12. August 2011 17:08

Alle Anbieter haben Dreck am Stecken. Steam zensiert nachträglich, MS ist ein Kontrollfreak und zu Sony muss ich nix sagen.

12. August 2011 15:27

schon wieder…

12. August 2011 15:19

:Junge…was hat das eine mit dem anderen zutun? Komm´mal klar! Wer eine Geschäftsidee hat, sollte auch dafür Sorge tragen, das er weiß wohin die Reise geht. Wir reden hier nicht über idealistische Programmierfreaks, sondern über Unternehmer, die

pwndius_pilatus
12. August 2011 15:05

@SxyxSStimme Dir voll und ganz zu!Sie kreieren Games und keine Jura-Lehrbücher.Und am Anfang konnte sich wohl Blow keinen Anwalt leisten. Man bedenke dass es um MS gegangen wäre, nicht um einen eBay-Verkäufer der Dir eine kaputte Hello-Klitty-Puppe verkau

SxyxS
12. August 2011 14:58

Zwei sachen wundern mich doch:dass MS sich weigert sachen die für Umsonst rausgegeben werden sollten für umsonst zu veröffentlichen u somit nicht ganz unschuldig sind an ihrem Ruf der Gier(vermutlich sind die Gewinne immer noch nicht hoch genug)u das Leute wie Dr Doom (dessen Name phonetisch perfekt zu ihm zu passen scheint) nicht in der Lage sind zu kapieren dass es nichts mit Dummheit zu tun hat, wenn man einer abgewichsten Horde von Anwälten gegenüber steht ,die jahrelang nichts anders studiert haben als Leute mit juristischen Spitzfindigkeiten auf einem ganz bestimmten Fachgebiet zu verarschen u dann von ihnen über den Tisch gezogen wird.Doctero(u er ist nicht der einzige hier wie es scheint) wäre vermutlich auch nicht so blöd von einem Anwalt zu verlangen dass dieser sich mit dem Programmieren von Spielen gut auskennt,umgekehrt rum muss ein Programmierer aber scheinbar ein Ass in Sachen Recht sein-seltsame Logik.

12. August 2011 14:43

opalauge du gehst mir ja so auf den sack, unterlasse das bitte.

Walldorf
12. August 2011 14:41

Natürlich sind 240 MS Points drei Euro, bei Ebay ist alles billiger als der UVP.Ich finds asi, dass Indieentwickler mit Knebelverträgen über den Tisch gelegt werden (nicht jeder hat BWL studiert), aber XBLA Games von UbiSoft und anderen Publishern nur ein paar Wochen exklusiv sind, weil für die andere Regeln gelten.@Opalauge: Ach, jetzt ist wieder jeder seines eigenen Glückes Schmied? Das las sich gestern in der London News noch ganz anders.

12. August 2011 14:25

:Sorry, aber worüber er jammert, ist bei Exklusivverträgen Gang und Gebe. Da hat er seine Hausaufgaben schlicht nicht gemacht. Er hat sich doch drauf eingelassen…selber Schuld. Das wird bei Sony garantiert auch nicht anders laufen und wenn man e

xiaoclaw
12. August 2011 14:20

hab ich auch als erstes gedacht xD

tetsuo01
12. August 2011 14:19

Indie Games gibt es bei uns in Ö. zb immer noch nicht…

pwndius_pilatus
12. August 2011 14:15

omfg Kinder hört auf.Er hat ja Recht. Als indie-Entwickler bzw. Indie-Publisher (und das beides in einer Person) hat man natürlich auch Geld im Hinterkopf (und wer hat das nicht, der ein Produkt verkaufen möchte). Aber ich weiß, dass es vor allem darum geht, ein tolles Spiel zu kreieren und es an die Gamerin/den Gamer zu bringen, die es toll finden sollen. So…und jetzt “”nur”” noch Verträge erledigen. Von wegen, es ist ein DISASTER.Ich verstehe Blow gut und man hat sehr, sehr oft darüber gehört wie Microsoft mit Indie-Publisher umgeht (Darwinia + ist das perfekte Beispiel).Es kostet unmengen Zeit und vor allem Geld, zwei Sachen die junge und frische Indies nicht haben. Frechheit von Microsoft.Ja ich weiß, er hat ja jetzt zwei Millionen. Aber der nächste Indie hat es nicht, weil man sich einfach auf sturr gestellt hat.In dem Fall darf ich auf jeden Fall sagen: MS nimm Dir ein Beispiel an Steam und Sony.

Asaziel
12. August 2011 13:47

Achtung! Fanboy-Alarm!

12. August 2011 13:36

“”Was es bedeutet, Microsoft als Publisher zu haben, variiert sehr stark von Jahr zu Jahr, da sie ihre Politik danach richten, was momentan am sinnvollsten erscheint, um ihren Dienst nach vorne zu bringen…””Ach nee. Schuster bleib bei deinen Leisten. Vielleicht sollte er jemanden einstellen, der von Wirtschaftspolitik und Vertragsrecht einen Plan hat…bei anderen klappt es ja auch.

DoctoroDoom
12. August 2011 13:35

als erstes mal sind 240 microsoft-punkte keine 3 euro. über ebay gekauft sind es grade mal 2 euro. “” ich kann mich von den XBLA-Geschäftsleuten an der Nase herumführen lassen und mir Arschloch-Verträge andrehen lassen””wenn er sich verarschen lässt ist er doch der dumme. dann soll er auf sich selbst suaer sein und nicht auf microsoft.