Grünes Licht für “Exhumierung” von E.T.

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Es war ein Begräbnis mit Symbolkraft. Denn im Grunde wurde hier nicht nur ein Videospiel, sondern das Medium an sich zu Grabe getragen – geschah es doch zu einem Zeitpunkt, der als “Videospiel-Crash” in die Geschichte eingehen sollte.

Im September 1983 rollten LKW auf eine Deponie in Alamogordo, Neu Mexiko. Ihre Fracht: Atari 2600-Module von “E.T. der Außerirdische“. Ihr Auftrag: Das mutmaßlich schlechteste Videospiel (bis dato und darüber hinaus) der Welt in der Wüste zu versenken. Laut Wikipedia ist nicht klar, wieviele LKW-Ladungen vom Spiel tatsächlich dort ihr Ende fanden: 10, 14 oder 20 sollen es, je nach Quelle, gewesen sein.

Fakt ist: Atari hatte mehr als genug davon. Auch wenn sich das Machwerk etwa 1,5 Millionen Mal verkaufte (was es zu einem Bestseller machte) blieb der Hersteller doch schätzungsweise auf 2,5 bis 3,5 Millionen Modulen (Produziert wurden schätzungsweise 4 bis 5 Millionen) sitzen, ganz zu schweigen von den Rückläufern.

In nur fünfeinhalb Wochen (!) entwickelte Howard Scott Warshaw (an Yar’s Revenge saß er 7 Monate) E.T., das auf Spielbergs erfolgreichen Film basiert; Es sollte rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft ’82 fertig werden. Wurde es auch – doch zu welchem Preis: Ca. 25 Millionen Dollar nahm Atari damit ein, aber das kostete allein schon die Lizenz. Am Ende beliefen sich die Ausgaben auf schätzungsweise 100 bis 125 Millionen Dollar.

Ob das Ganze nur Legende ist oder doch auf Wahrheit beruht, werden wir bald erfahren: Denn Fuel Entertainment, die Xbox Entertainment Studios und LightBox Entertainment haben sich gemeinsam vorgenommen, die E.T.-Module zu “exhumieren”. Laut den Alamogordo News hat Neu Mexikos Umwelschutzbehörde jetzt -nachdem sie es im letzten Jahr noch ablehnte- grünes Licht dafür gegeben.

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AkiraVingard
8. April 2014 13:24

Den Film werde ich mir ansehen.

Funatic
7. April 2014 13:06

immer wieder interessant in was für projekte leute zeit und geld investieren.wär es nicht einfacher jemanden von atari zu fragen der damals das sagen hatte?

T3qUiLLa
7. April 2014 12:41

an der grabstelle wird dann ein großer ET grabstein stehn wo nur “”ouch”” draufsteht.

AkiraVingard
7. April 2014 8:39

Wenn man sich das Spiel ansieht und dann was mit den Modulen passiert ist, verdächtig.E.T. ist doch im verlauf des Spieles immer wieder in Löcher gefallen aus denen man ziemlich schwer wieder rauskam, die Module des Games sind auch in einen Loch in der Wüste gelandet wo Sie bis heute noch nicht rauskamen! 😉 Ne, mal im ernst, wenn man nach den Spielen sucht, und tatsächlich was findet, damit würde man einen modernen Mythos zerstören. Denn jetzt kann man noch spekulieren ob die Geschichte wahr ist oder nicht. Lasst am besten alles so wie es jetzt ist… rettet E.T.!!!

henning
5. April 2014 23:45

@Seska1973Kann man sich mit nem Arduino recht einfach selber löten.

dmhvader
5. April 2014 11:30

Ich weiß noch wie ich mir das Spiel damals mal aus der Videothek ausgeliehen hatte! Habe es vielleicht ne halbe Stunde gezockt und noch am gleichen Tag wieder zurückgegeben! Diese Gruben habe ich erst gar nicht als solche erkannt – hab ich damals irgendwie nicht gerafft die dämliche Spielmechanik! XDMein jüngerer Bruder fands wohl ganz ok, kam aber auch nicht mit der Steuerung zurecht.Gammelgame!

Seska1973
4. April 2014 20:12

[quote=crxeg2]

SxyxS schrieb:

ich denke die haben die Speicherbausteine aus den Modullen wieder ausgebaut u wiederverwertet.
Rechnen wir konservativ 5 euro pro modul u speicher sind das 20mio bei 4 mio stück.

Einmal beschrieben kann man die aber leider nicht mehr löschen ( es sei denn man hat die teure Variante mit Sichtfenster benutzt, denn diese lassen sich mit UV Licht löschen );-)

[/quote]Ausserdem, wer hat den heute noch nen Eprom Brenner mit Seriellen Schnittstelle? 🙂

Seska1973
4. April 2014 20:11

ob bei dieser Exhumierung nicht die “”Sammler Preise”” der Originale Module in den Keller purzeln? Lasst Sie wo sie sind 🙂

4. April 2014 17:46

[quote=SxyxS]

ich denke die haben die Speicherbausteine aus den Modullen wieder ausgebaut u wiederverwertet.
Rechnen wir konservativ 5 euro pro modul u speicher sind das 20mio bei 4 mio stück.

[/quote]Einmal beschrieben kann man die aber leider nicht mehr löschen ( es sei denn man hat die teure Variante mit Sichtfenster benutzt, denn diese lassen sich mit UV Licht löschen );-)

Asaziel
4. April 2014 17:38

@SeppatoniDarauf wollte ich hinaus. ^^

ChrisKong
4. April 2014 17:26

In diesen freigewordenen Löchern kann man dann anderes beerdigen, Material gibts genug, ohhhh jaaaa.

SxyxS
4. April 2014 16:03

ich denke die haben die Speicherbausteine aus den Modullen wieder ausgebaut u wiederverwertet.Rechnen wir konservativ 5 euro pro modul u speicher sind das 20mio bei 4 mio stück.

retro
4. April 2014 16:02

Akte X – E.T.Bestimmt leitet Erich von Däniken die Ausgrabungen, weil er irgendwo eine Pyramide vermutet =)

out
out
4. April 2014 15:59

Habe als Kind E.T. im Kino gesehen und habe auch das Spiel für mein Atari2600 gehabt. Hatte sogar Spaß damit, auch wenn man verrückt werden konnte, wenn man aus der Grube wieder raus wollte. :)Heute betrachtet ist es ziemlich schlecht…, als Kind war man halt leichter zu begeistern und noch nicht so kritisch.

Seppatoni
4. April 2014 15:38

Witzigerweise dreht sich der AVGN-Movie (Produktionsbeginn 2007 und soll Ende dieses Jahres fertiggestelt werden) genau um das selbe Thema. ^^

Asaziel
4. April 2014 15:37

Ob das was mit dem AVGN-Movie zu tun hat? Wohl nicht, aber ein netter Zufall. 🙂

bitt0r
4. April 2014 15:20

voll viel entertainment.

Lofwyr
4. April 2014 15:15

Ich glaube nicht das man da was findet. Module haben viel Geld gekostet und verbuddeln wäre eher dumm gewesen.

Mettmardigen
4. April 2014 14:44

So viel Kult um ein schlechtes Spiel? Muss ich haben!

Tomatenmann MofD
4. April 2014 14:31

..uh eine moderne Legende wird geklärt ich bin sehr sehr gespannt =)

AkiraTheMessiah
4. April 2014 14:31

Falls die wirklich da sind .. Lasst sie da wo die sind.