
Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor…
Groß war meine Freude (Ironiemodus: an!), als ich feststellte, dass ich die Mission “Count Reuven’s Treasure” zwangsläufig spielen muss, um in der Hauptstory weiterzukommen. Mich hatte der Teil schon nullkommazero angesprochen, nachdem mich ein dezent übergewichtige und unsympathischer Mann in einer öffentlichen Badeanstalt angesprochen und meine Hilfe erbat. Aber was will man machen, als Wiitcher von Welt? Meine Begeisterung stieg ins geradezu Unermessliche, als mir der Sympathieträger unter der Erde ein gnomartiges Riesenvieh vorstellte, das unentwegt zusammenhangloses Zeug brabbelte (okay, vielleicht war es auch total sinnvoll, aber ich hatte keine Motivation ihm aufmerksam zuzuhören). Dann wollte ich die Mission wie gesagt gekonnt ignorieren, bis mir das Questlog etwas Gegenteiliges verriet. Na, das kann ja heiter werden.
Meine Begeisterung erreichte zu Beginn der Mission dann neue Tiefststände, als ich unterirdisch unter Zeitdruck eine mangelhaft belüftete Gegend absuchen musste. Hurra, damit kamen zwei Extreme für mich zusammen, denn ich hasse langweilige Umgebungsgrafiken und Zeitdruck. Gott sei Dank hatte ich schnell den geforderten Hinweis gefunden und konnte mich auf den Rückweg machen. Mr. Charming war auch zufrieden damit und ich wurde von weiteren langwierigen Exkursionen verschont. Gut, dass The Witcher III: Wild Hunt abseits davon größtenteils abwechslungsreiche und weniger fusselige Aufträge bietet, denn andernfalls hätte ich sicher schon längst aufgegeben.
Wieder außerhalb der Badeanstalt betrachtete ich das Leben in den engen Gassen Novigrads (ja, da bin ich immer noch) und plötzlich schoss mir in den Sinn woran mich das alles erinnert: Richtig, mein All-Time-Favorite Shenmue II bot im Jahr 2001 ein ähnlich wuseliges Treiben und eine Welt, in der man sich komplett verlieren konnte, ohne überhaupt nur an die Hauptstory zu denken. Allerdings war die Missionsstruktur in Yu Suzukis Meisterwerk, insgesamt gesehen, um einiges kleinschrittiger als im Abenteuer des Hexers.
Weiter ging es auf Spurensuche in einem geräumigen Haus, dessen Tür zunächst aufgezaubert werden sollte. Hier musste ich an eine Überschrift in der altehrwürdigen Video Games denken, die ja kürzlich ihren 15. “Todestag” erlebte. Über das erste Shenmue schrieb sie Ende 2000 nämlich “Detektei Ryo Hazuki” und so fühlte ich mich in diesen Spielminuten irgendwie auch. Anfangs dachte ich ja, dass die Erforschung von Plätzen durch die Hexersinne schnell langweilig werden würde, aber bisher wurde dieses Gameplayelement so vielschichtig eingesetzt, dass dem noch nicht der Fall ist.
Abschließend erfuhr ich, dass ich mich um Mitternacht mit meiner rothaarigen und oft etwas zu knapp bekleideten Begleiterin in der Nähe des Hafengebiets treffen muss. Da es erst 15 Uhr war, speicherte ich ab und dachte dabei, dass mir das Warten auf ein bestimmtes Ereignis in einem Videospiel doch irgendwie bekannt vorkommt…









Den Baron fand ich auch unsympathisch, aber immerhin wurde er vielschichtig dargestellt.
Oh Gott. Der Troll. Da denk ich mir immer, wie zur HÖLLE soll man das verstehen, wenn man nicht gerade mit Untertiteln spielt? Davon ab fand ich Reuvi gar nicht so verkehrt. Der ist eine der wenigen Figuren, bei denen man irgendwie doch direkt weiß, woran man ist. Nicht so wie gewisse Barone oder Zauberinnen.