Vergangenen Freitag ging auf der Webseite hackernoon.com ein brisanter Entwickler-Brief online: How 2K killed Irrational Games. Darin erhebt ein ehemaliger Mitarbeiter des BioShock-Studios, der anonym bleiben möchte, schwere Vorwürfe gegen Publisher 2K.
Das (englische) Schreiben ist ziemlich lang ausgefallen und wirkt mit vielen Zahlen und Fakten sowie dem vor allem zum Ende hin emotionalen Schreibstil glaubwürdig – freilich können wir aber nicht bestätigen, ob es sich dabei tatsächlich um einen Ex-Mitarbeiter handelt. Im Grunde wirft der Autor dem Publisher 2K Versagen auf mehreren Ebenen vor: Vom wahllos wirkenden Mehrfach-Umbenennen der Studios über ungerechtfertige Entlassungswellen bis hin zum kompletten Herabwirtschaften eines hochkreativen und profitablen Entwicklerteams.
Irrational Games hat vor allem durch die BioShock-Serie Weltruhm erlangt – der Autor ist sich der Tatsache, dass dieser Erfolg ohne 2K nicht möglich gewesen wäre, durchaus bewusst und lobt die Zeit der Entwicklung des ersten BioShock als sehr angenehme Ära. In der Folgezeit kam es laut seiner Aussage jedoch zu vielen Fehlern und Ungereimtheiten: 2K verschob Personal zwischen seinen Entwicklerstudios, mischte sich massiv in die Entwicklung von The Bureau: XCOM Declassified ein und überforderte Mastermind Ken Levine bei BioShock Infinite mit einem zu großen und komplexen Projekt, so dass der 2014 schließlich das Handtuch warf.
Wer sich für die BioShock-Serie im speziellen oder Spiele-Entwicklung im Allgemeinen interessiert, der erhält einige vielleicht subjekte, aber doch sehr interessante Einsichten.
Und natürlich fragen wir uns: Was meint Ihr zu den Vorwürfen? Gejammere auf hohem Niveau, weil Videospiele nun mal Business sind, oder berechtigte Kritik an einem der großen Publisher?