Das klamaukig-absurde Hatoful Boyfriend war zwar knapp frĂŒher dran, tatsĂ€chlich ist Amnesia: Memories aber die erste Âausgewachsene Visual Novel fĂŒr Europa, die dem ÂOtomeÂ-Subgenre zugeordnet werden kann. Darunter verstehen sich schwerpunktmĂ€Ăig romantische Geschichten, die auf weibliches Publikum abzielen. Entsprechend schlĂŒpft Ihr hier in die Rolle eines MĂ€dels, das durch den metaphysischen ZusammenstoĂ mit einem Geist (der daraufhin Euer stĂ€ndiger Begleiter wird) das GedĂ€chtnis verliert und sich in verschiedenen RealitĂ€ten mit Liebesirrungen und -wirrungen rund um fĂŒnf Jungs herumschlagen muss.
Das klingt fĂŒr harte Zocker eher abschreckend, aber wer sich darauf einlĂ€sst, entdeckt eine interessante Story, unter deren Romantik-OberflĂ€che sich einige Ăberraschungen und viele dĂŒstere Elemente finden. Von den ĂŒber 20 möglichen Enden fallen prompt die meisten negativ aus, teils sogar sehr drastisch.
Spielerisch ist Amnesia eine klassische Visual Novel: Ihr lest ellenlange (englische) Dialoge und lauscht (japanischen) Sprechern. Die Mimik der Charakter-PortrĂ€ts ist ansehnlich animiert, an das besonders feminine Design der MĂ€nner muss man sich jedoch gewöhnen. Entscheidungen trefft Ihr hin und wieder durch die Auswahl Eurer Antworten, die regelmĂ€Ăig starke Auswirkungen haben.
Ulrich Steppberger meint: Um mit Amnesia was anfangen zu können, muss man a) Visual Novels und b) Romanzen wirklich mögen sowie c) sehr gut Englisch beherrschen  fraglos hohe HĂŒrden fĂŒr die meisten Spieler. Sind die ĂŒberwunden, kriegt Ihr sehr viel Unterhaltung fĂŒr Euer Geld: Die Geschichte mag zwar langsam starten, hat aber so viele Wendungen und Ideen in petto, dass das Interesse bis zum Ende anhĂ€lt  auch wenn die QualitĂ€t etwa eines SteinsGate nicht erreicht wird.
Umfangreiche Romantik-Visual-Novel mit einer Handvoll Minispiele als Beigabe.
| Singleplayer |  | 7 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |