Anders sieht das mit Sonys jüngster Spiele-Hardware aus – der PlayStation 4: Über sechs Jahre zieht sich die PS3-Ära hin, bis der PlayStation-Konzern endlich seinen Beitrag zur achten Konsolengeneration präsentiert. Im Februar 2013 wird der Vorhang gelüftet: Auf einer vergleichsweise nüchternen Veranstaltung zeigt man zwar nicht die finale Konsole, dafür aber den DualShock-4-Controller mit Touchpad und Share-Button. PC-nahe Spezifikationen werden genannt und eine Handvoll Spiele wie Killzone: Shadow Fall oder Capcoms Fantasy-RPG Deep Down angeteasert.
Überraschend ist, dass sich ein Amerikaner als Hauptverantwortlicher der PS4-Entwicklung zu erkennen gibt: Industrie-Veteran und Marble Madness-Programmierer Mark Cerny arbeitet seit einigen Jahren an der Architektur der neuen Konsole und hat dabei stets ein offenes Ohr für die Wünsche und Bedürfnisse der Dritthersteller. Das Bemühen um die Spielemacher zahlt sich aus: Die Entwicklerszene – vom einsamen Indie-Programmierer bis zum Triple-A-Team – mag die neue Hardware und goutiert Sonys Bemühen um ein offenes und partnerschaftliches Verhältnis.
Die wichtigste Starthilfe für die PS4, die im November 2013 im Westen und erst Ende Februar 2014 in Japan erscheint, kommt aber vom Erzkonkurrenten der vorangegangenen Generation. Microsoft stellt im Mai 2013 die Xbox One vor, die sich in den Hardware-Spezifikation nur wenig von der PS4 unterscheidet. Mit einer ganzen Palette Entwickler- und User-unfreundlicher Details ziehen die Amerikaner aber den Groll der Spieler und Indies auf sich und beschädigen das Image der Xbox One nachhaltig. Trotz zahlloser Kehrtwenden, welche beinahe alle Unterschiede zwischen dem Sony- und Microsoft-System egalisieren, kann die Xbox One das Vertrauen und die Vorfreude der Zielgruppe nicht mehr zurückgewinnen – die PS4 ist die Konsole von Spielern für Spieler, suggeriert Sony erfolgreich. This is for the Players lautet der neue Claim.