Eigentlich müsste dieses Spiel Pro Evolution Soccer 7 heißen, so sehr erinnert es an die glorreichen Zeiten, als der Konami-Kick noch keine Jahreszahl im Titel hatte und mit der Konkurrenz den Boden aufwischte. Das bedeutet: knackige, taktische und gut spielbare Matches, verpackt in biedere Präsentation. Reicht das, um FIFA die Stirn zu bieten?
Beginnen wir mit dem Wichtigsten, dem Kick auf dem Rasen: Im Angriff zeigt PES 2015 seine Schokoladenseite. Mitspieler zeigen Laufwege und sprinten in Freiräume, der eigene Sportler schlängelt sich mit minimalen Stickbewegungen durch die Abwehr, Flanken und Schüsse haben Wucht. Passé sind die langen Eingabeverzögerungen aus dem Vorjahr endlich gibt es wieder schnelle Abschlüsse, Abstauber und flinke Pässe. Großer Vorteil gegenüber FIFA: Das Mittelfeld wird nicht einfach überbrückt, der Spielaufbau und überlegte Pässe sind essenziell für erfolgreiche Matches. Schwächen zeigt die eigene Defensive: Mit simplen Stocherern und Grätschen ist man der rempelnden und Trikot-ziehenden kanadischen Konkurrenz unterlegen, Verteidiger legen oft eine Denkpause ein oder schaffen es auch zu dritt nicht, einem durchschnittlichen Stürmer den Ball abzujagen. In Zweikämpfen fallen Kontrahenten oft wie vom Blitz getroffen um, Foul-Animationen hinken FIFA hinterher. Den Schiedsrichter kümmerts nicht, er pfeift äußerst selten.
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Spielerisch macht PES also eine Kehrtwende in die Vergangenheit, für die Technik gilt das nicht. Auf PS4 und Xbox One läuft der Titel nahezu ruckelfrei, und viele Spieler sehen ihren realen Vorbildern sehr ähnlich. Zu bunte Trikots und einige holprige Animationen trüben aber den Gesamteindruck.
Tobias Kujawa meint: Kann ein Rückschritt ein Fortschritt sein? Bei PES eindeutig ja! Die Teile 4 bis 6 habe ich verschlungen, 2015 fügt sich in diese Reihe ein, behält aber auch die Schwächen dieser lange zurückliegenden Epoche bei. Torhüter und Abwehr haben heutzutage ein zu limitiertes Fähigkeiten-Repertoire, um einem ernsthaften Angriff standzuhalten. Meckern muss ich leider über den FC Bayern München und Real Madrid. Beide Mannschaften sind jeder anderen Elf haushoch überlegen, daneben nehmen sich etwa Manchester City und Barcelona mit wackeliger Defensive wie Dilettanten aus. Mal sehen, ob Konami hier mit den neuen wöchentlichen Aktualisierungen, die das reale Fußballgeschehen spiegeln sollen, nachbessert. Insgesamt atme ich nach dem hakeligen letzten Teil aber wieder auf.
Sascha Göddenhoff meint: Ich hatte für PES 2015 nur eine Hoffnung: Es möge bitte kontrolliert spielbar sein. Und ich bin erleichtert, denn endlich kommen Pässe wieder beim Mitspieler an und Torschüsse fliegen mit Wucht gen Keeper. Besonders wichtig dabei: Anders als bei der FIFA-Daueroffensive läuft hier der Spielaufbau über das Mittelfeld und gibt mir die Möglichkeit, einen Angriff gezielt herauszuspielen. Das klappt auch deshalb sehr gut, weil Stürmer clever die Räume besetzen und dabei das Anspiel fordern. Der Defensive gehen ähnliche Feinheiten ab, hier führt leider allzu häufig Gestocher zum Erfolg. Über die Präsentation der Spielmodi rede ich am besten nicht, denn die ist erneut sehr bieder. Am Ende spielt das für mich jedoch keine große Rolle, denn PES ist wieder Fußballspiel und nicht mehr Gestolper.
- myClub-Modus statt Online-Meisterliga
- abgespeckte Präsentation auf PS3 / 360
- deutsche Teams: Bayern, Schalke, Leverkusen, Nationalmannschaft
- neu: viele europäische Zweite Ligen
Nach dem verkorksten letzten Jahr meldet sich PES eindrucksvoll mit gutem Mittelfeld- und Angriffsspiel zurück. Die Abwehr schwächelt noch.
| Singleplayer |  | 84 |
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| Grafik |  |
| Sound |  |