Wie in jedem Quartal mussten Nintendo-Boss Iwata & Co den Investoren gegenüber Rede und Antwort stehen.
Entsprechend den stagnierenden Wii U-Verkäufen wurden erneut Fragen laut, warum Iwata noch nicht zurückgetreten sei. Dieser verwies auf seine Gehaltskürzung und darauf, dass sich DS und 3DS am Anfang auch schwer taten – ein Rücktritt käme für ihn nicht in Frage.
Während diese Position vorhersehbar war, wurde es interessanter, als Iwata über die Zukunft von Nintendos Konsolen zu sprechen kam:
So sei beispielsweise Nintendos bisherige Politik, dass jede neue Konsolen-Generation eine von Grund auf neue Hardware-Architektur bekommt, problematisch. Denn daraus resultieren nicht nur hohe Entwicklungskosten bei der Hardware selbst, sondern diese muss von den Spiel-Entwicklern auch erst mal beherrscht werden – was Zeit und Geld kostet und beispielsweise zu den bekannten Spiele-Engpässen zu Beginn so mancher Nintendo-Konsolengeneration führte. Ausnahme war lediglich der Sprung vom Gamecube zur Wii – auch wenn Letztere einen komplett anderen Controller hatte, sind die Konsolen hardwareseitig sehr enge Verwandte.
Ein weiteres Problem stellen die komplett verschiedenen Architekturen von Nintendos Handhelds und den Heimkonsolen dar. Diese sind so unterschiedlich, dass Portierungen von Spielen von einem System zum anderen sehr aufwändig sind – was wieder Zeit und Geld kostet, und (auch wieder) zu Software-Engpässen führt.
Iwatas Lösungsansätze sehen folgendermaßen aus:
Zum einen soll die Wii U-Nachfolgerin keine komplett neue Architektur bekommen, sondern auf der Wii U aufbauen und Technik von dieser “adäquat” übernehmen:
“In this perspective, while we are only going to be able to start this with the next system, it will become important for us to accurately take advantage of what we have done with the Wii U architecture. It of course does not mean that we are going to use exactly the same architecture as Wii U, but we are going to create a system that can absorb the Wii U architecture adequately.”
Zum anderen soll sich die Hardware-Architektur (und entsprechend die Betriebssysteme) von Handhelds und Heimkonsolen annähern und – im Optimalfall – auf eine gemeinsame Betriebssystem-Plattform aufbauen – Vorbild ist hier Apples iOS, ebenso Android:
“When this happens, home consoles and handheld devices will no longer be completely different, and they will become like brothers in a family of systems. […] To cite a specific case, Apple is able to release smart devices with various form factors one after another because there is one way of programming adopted by all platforms. Apple has a common platform called iOS. Another example is Android. Though there are various models, Android does not face software shortages because there is one common way of programming on the Android platform that works with various models.”
Möglicherweise laufe dies in Zukunft vielleicht auf ein einzige Konsole hinaus – doch das ließe sich noch nicht absehen:“Whether we will ultimately need just one device will be determined by what consumers demand in the future, and that is not something we know at the moment”
Einen Schritt in diese Richtung habe man bereits getan, erklärte Iwata, indem man die Entwicklungsabteilungen (aka “R&D” – Research&Development) von Handheld- und Heimkonsolen zusammenführte – so konnte man bereits dafür sorgen, dass sich 3DS- und Wii U-Architektur annähern.
Mehr dazu findet Ihr in Nintendos “Corporate Management Policy Briefing“.