Es muss Weihnachten 1994 gewesen sein. Ungeduldig habe ich auf die Bescherung gewartet, wie man das als Zehnjähriger halt so tut. Aber es gab auch einen speziellen Grund für meine Ruhelosigkeit. Ich hatte beim Christkind ein Mega Drive bestellt. Durch Fernsehwerbung und diverse Hefte, auf welche beim Einkaufen mit der Familie mein Blick fiel, war ich auf den schwarzen Kasten aufmerksam geworden. Ich konnte an nichts anderes mehr denken – sofern ich in dem Alter überhaupt schon “Denken” konnte. Also wurde der Wunsch an die Eltern vermittelt, und diese erstatteten Bericht an den geflügelten Geschenkelieferanten. So meine Hoffnung. Und sie wurde nicht enttäuscht.
Ein für mein damaliges Empfinden riesiger Karton offenbarte nach dem hektischen Abreißen des Geschenkpapiers das Mega Drive II mitsamt dem Spiel Aladdin. Dazu gab es sogar noch ein Sechs-Button-Pad von SEGA. Dass das Spiel rund um die Wunderlampe keinen Zweispieler-Modus hatte, war egal. Es gab auch andere Geschenke, ja, aber mein Fokus galt an diesem Abend nur noch zwei Dingen: Wie schließe ich das Gerät an den Fernseher an und was erwartet mich danach? Das galt es bald herauszufinden. Der Umfang der Kiste war überschaubar: ein Pad, zwei Kabel, die Konsole und das Spiel. Beim Anschluss half meine Schwester, so dass ich schnell losspielen konnte. Spiel rein, Knopf drücken, yeah, es funktioniert. Aber wie spiele ich das denn nun? Auf dem Joypad gabs Richtungstasten, einen Start- sowie drei Feuerknöpfe. Ich dachte damals: Mist, wie soll ich denn gleichzeitig auf den Fernseher und auf das Pad schauen? Die ersten Schritte mit Aladdin waren demnach auch sehr holprig. Auge-Hand-Koordination will halt gelernt sein. Doch schon nach kurzer Zeit ging das ganz gut, und der Spielspass packte mich. Noch heute finde ich das Spiel grafisch toll, Animationen und Soundeffekte sind einfach grandios. Ich habe bereits vor Sega mit dem Game Boy meine Zocker-“Karriere” gestartet und die Faszination der Videospiele spüren dürfen. Doch erst das Mega Drive als erste Heimkonsole entfachte meine Leidenschaft so richtig.
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