Ohne Zweifel wird die Zukunft unseres Hobbys untrennbar mit dem Internet verbunden sein. Download-Spiele nehmen schon heute einen großen Stellenwert ein, egal ob unterwegs auf dem Smartphone oder zu Hause am Bildschirm. Lieber heute als morgen würden die Hersteller jedoch ganz auf digitale Distribution umsteigen, um so Kosten zu sparen und ihre Games noch flächendeckender anbieten zu können. Update-Zwänge und fehlende physische Bedienungsanleitungen sind nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was irgendwann einmal Realität sein wird: neue Spiele nur noch via Download. Diese Entwicklung müssen wir mitmachen, wollen wir nicht von ihr abgehängt werden. Für viele von uns scheint Wertigkeit jedoch mit Greifbarkeit zusammen zu hängen. 60 Euro für ein Spiel auszugeben, dass ich eigentlich nur virtuell besitze, erscheint mir immer noch merkwürdig. Doch genau dorthin geht die Reise: Zocken, ohne zugleich “online” zu sein, scheint da nahezu unmöglich.
Ohne Internet wird es also nicht gehen. Die Möglichkeiten der nächsten Hardware-Generation werden sich daher sehr eng an den vorherrschenden Gegebenheiten des World Wide Web orientieren. Das bedeutet nicht nur Spiele per Download, sondern Filmangebote, einen starken Einfluss sozialer Netzwerke sowie die allseits so beliebten kostenpflichtigen Zusatzinhalte. Darüber hinaus wird den Anbietern der entsprechenden Dienste sicherlich noch einiges einfallen, um uns noch stärker an sie zu binden.

Nachdem das Thema Internet nun ausgebreitet wurde, schreiten wir doch mal zur Hardware: Was muss jede neue Konsolen-Generation tun? Natürlich, mehr leisten als ihre Vorgänger. Darum protzen die Hersteller mit technischen Details, kryptischen Systembeschreibungen, atemberaubenden Technik-Demos und natürlich neuen Spielfeatures, die es “so noch nie gegeben hat”. Das alles liest sich immer ganz nett, im Endeffekt wissen wir aber nichts über die Leistungsfähigkeit einer Konsole, wenn wir keine Spiele gesehen haben. Und genau darum sollte es doch immer gehen: Games.
Sofware sells Hardware. Daran wird sich auch in den kommenden Jahren nichts ändern. Ich habe wirklich nichts gegen die Nutzung der oben genannten Faktoren, solange sie eine Zugabe bleiben. Der Kern eines Spielsystems, egal von welchem Hersteller, sind und bleiben doch schlicht die Games. Viel Hardware-Power ist spitze, sie ermöglicht grafisch eindrucksvolle, virtuelle Welten und lässt uns im besten Fall völlig begeistert zurück. Aber auch sie ersetzt nicht Spielspaß, tolles Design und Kreativität. Eine neue Konsole soll uns halt etwas “Neues” bieten, faszinieren und erstaunen. Wir wollen gepackt und abgeholt werden, wie es früher einmal das Super NES oder die PlayStation getan haben.
Seite 1 Seite 2 Seite 3