Still und heimlich hat Phil Rogers, Entwicklungs-Manager bei Sony Europe, vor einigen Entwicklern die Revolution der Videospiel-Industrie verkündet, fernab vom großen Licht einer E3 oder gamescom: “Sony: Nutzt Vita als PS3-Controller titeln die Kollegen von eurogamer.net nüchtern und lassen das nahezu grenzenlose Potenzial, das dieses Vorhaben birgt, lediglich erahnen. “Was können Sie damit alles machen?, fragt Rogers die kreativen Köpfer auf der Entwicklerkonferenz Develop in Brighton daher mit Recht, um kurz darauf selbst einige Antworten zu geben:
“Sie können die einzigartigen Möglichkeiten (der PS Vita) Gyroskop, Touchscreen an Vorder- und Rückseite als Steuergerät für ein PS3-Spiel nutzen. Nicht schlecht, Herr Rogers, nicht schlecht. Aber Moment mal, das kommt mir irgendwie bekannt vor. Nach einem Blick in das maniac.de-Archiv fällt es mir wieder ein: Hat Nintendo nicht vor kurzem einen Wii-Nachfolger vorgestellt, der mit einem ähnlichen Feature daherkommt? Da muss ich doch gleich mal den Trailer anklicken und zum Beweis ein paar Screenshots machen:

Oha, das ist bestimmt nur ein Zufall. Mal schauen, was Herr Rogers noch zu sagen hat: Sie können Ihr Spiel auf der PS3 speichern und es dann auf Vita übertragen, (…) so dass sie das Spiel zuhause spielen und dann mit in den Zug nehmen können, um dort ihr Spiel fortzusetzen.” Sehr nette Idee Herr Rogers, wirklich sehr nette Idee. Aber Moment mal, da war doch was. Aber das kann doch nicht sein, oder? Kurzer Blick in den Wii U-Trailer:

Seltsam, noch so ein Zufall? Na gut, eine Chance gebe ich Sony noch. Was haben Sie noch, Herr Rogers? “Die PS3 kann Daten an Vita schicken und Vita kann diese dann abbilden.” Feine Sache Herr Rogers, sehr feine Sache, da haben Ihre Leute wirklich Einfallsreichtum bewiesen. Aber Moment mal, da war doch was…

Na gut, ich gebe es auf. Bereits auf der letztjährigen gamescom in Köln war ich von Sonys Dreistigkeit überrascht, als ich zum ersten Mal deren Antwort auf Nintendos Wii in Form von PlayStation Move in den Händen hielt. “Wii in HD”, war damals nicht nur mein erster Gedanke. Nun scheint Sony also ein weiteres Mal auf den erfolgversprechenden Nintendo-Zug aufspringen zu wollen, doch das Unternehmen scheint von vornherein zum Scheitern verurteilt zu sein. Lassen wir nur einmal die Zahlen für sich sprechen: Vorausgesetzt, die Entwickler lassen sich dazu ermutigen, bei zukünftigen Projekten auf die PS3/Vita-Kombination zu setzen. Dann müssen sie davon ausgehen, dass der Großteil der Spieler beide Geräte besitzt. Demnach müsste ich mir also nicht nur eine PlayStation 3 für 250 Euro ins Wohnzimmer stellen, sondern mir auch noch eine PS Vita für 250, respektive 300 Euro besorgen, um beispielsweise einen vierten Teil der Uncharted-Serie in vollem Umfang genießen zu können? Ich bin gespannt, wie Sony dieses Modell den Spielern und auch den Entwicklern schmackhaft machen möchte. Denkbar wäre natürlich, dass Sony jedem Uncharted 4 dann eine kostenlose PS Vita beilegt.
Auch wenn der Preis des Wii U noch nicht bekannt gegeben wurde, dürfte er mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich unter 500 Euro liegen. Und Entwickler können sich sicher sein, dass auch wirklich jeder Spieler die für das volle Spielerlebnis nötigen Peripheriegeräte griffbereit hat und nicht noch einmal bis zu 300 Euro investieren muss, bevor das Spiel beginnen kann.
Eine ernsthafte Konkurrenz für Nintendos Wii U wird die Kombination aus PlayStation 3 und PS Vita daher wohl eher nicht.