Eigentlich müsste ich Kazunori Yamauchi und seinem Polyphony-Digital-Entwicklerteam die digitale Pest an den Hals wünschen. Wie oft hieß es, Gran Turismo 5 kommt am Soundsovielten in die Läden nur um kurz darauf wieder verschoben zu werden?
In Japan steht der Veröffentlichungstermin aktuell bei April 2010 (bei GT5 lohnt es sich immer, die Jahreszahl hinzuzufügen!). Für Europa war einmal “kurz darauf” geplant. War einmal? Jawohl! James Armstrong, verantwortlich für die Geschicke von Sony Computer Entertainment in Spanien und Portugal, sprach in einem Interview von einem Release im “otoño”, also im Herbst. Das bedeutet ungefähr sechs Monate Wartezeit! “Ticken die eigentlich noch richtig bei Polyphony?” schießt es mir durch den hochroten Kopf.
Ohne geschwollene Zornesader und mit etwas Abstand betrachtet, lautet meine Antwort: Ja, sie ticken noch richtig. Zumindest, was die Verschiebung des fertigen Produktes in Japan anbelangt. Denn das Schlimmste, was mir Yamauchi-san antun könnte, wäre nicht ein späterer Release, sondern die Veröffentlichung eines überstürzt fertiggestellten Rennspiels, dem man die fehlende Perfektion anmerkt. Da übe ich mich lieber in Zen-Meditation und zocke die unzähligen, noch verschweißt in meinem Schrank liegenden Weihnachtshits.
Was ich Meister Yamauchi allerdings übel nehmen würde, wäre eine solch hohe Diskrepanz zwischen japanischem und europäischem Release. Sechs Monate sind durch nichts zu rechtfertigen außer Polyphony Digital überrascht uns mit einem noch geheimen Rollenspiel-Modus, der mehr Text umfasst als das Story-Schwergewicht Dragon Age: Origins. Und wenn die Herren von Sony noch einen Anreiz für eine fixe Europa-Veröffentlichung benötigen, dann sollten sie mal einen Blick auf die weltweiten Verkaufszahlen der Gran Turismo-Serie werfen (siehe unten) da liegt Europa mit 25 Millionen Exemplaren weit vor Japan (10 Mio.) und den USA (20 Mio.)!





Videospiele
Sonys Abteilung ‘Networked Products & Services’, zu der auch die Computer-Unterhaltung gehört, freut sich über schwarze Zahlen. Wurden im letzten Geschäftsjahr noch Verluste in Höhe von umgerechnet 46,9 Millionen Euro verzeichnet, konnte die Abteilung im laufenden Fiskaljahr einen operativen Gewinn von 154 Millionen Euro erwirtschaften.



