Ach, so ein Kurztrip nach Italien ist was feines: Für ein paar Tage den nerdigen Redaktionskollegen entkommen, massig Pizza futtern und am Strand faulenzen.
Aber das Highlight eines jeden Tages kommt nach Sonnenuntergang: der Besuch der Spielhallen. Ich war gespannt: Gibt’s in Jesolo (nahe Venedig) noch so viele Münzschlucker wie vor 10 oder 15 Jahren und vor allem – üben sie nach wie vor die gleiche solche Faszination auf mich aus?
Die Antwort lautet in beiden Fällen glücklicherweise ja. Während meines zwei- bis dreistündigen Abendspaziergangs über die mit Touristen vollgestopfte Einkaufsmeile stieß ich auf circa zehn mehr oder weniger gut ausgestattete Spielhallen – wahrscheinlich mehr als es im gesamten Bundesgebiet gibt.
Während einige ältere Schuppen nur noch abgegriffene Kinder-Automaten (vom Wildwest-Pferd bis zum Polizeiauto) und sehr betagte Klassiker wie Daytona USA anbieten, haben andere tatsächlich investiert: Segas recht neues, nobles Let’s Go Jungle!-Kabinett (ein Bus zum reinsitzen) habe ich gleich mehrfach entdeckt – sogar über die aufgemotzte OutRun2-Variante SDX für insgesamt vier mal zwei Fahrer bin ich gestolpert.
Neben sämlichen House of the Dead-Automaten, fast ebenso vielen Time Crisis-Buden, einem Virtua Cop 3-Kabinett (merke: Lightgun-Shooter ziehen immer), die auch mich mehrfach zu einer Runde Ballerspaß verführten, freute ich mich über einen supercoolen Automaten der japanischen Taiko Drum Master-Serie, After Burner Climax, Sega Rally 3 in der Arcade-Version oder F-Zero GX.
Mein absolutes Highlight war jedoch der Lightgun-Shooter Rambo – den hatte ich bislang nie gezockt. Gleich zweimal war er in Jesolo vertreten, einmal mit grünen, einmal mit schwarzen Knarren. Beide ähnelten nicht den im Tutorial-Video gezeigten Uzis, dafür vielmehr den Ghost Squad-Knarren mitsamt coolen Schulter-Rückstoß.
Spielerisch ist Rambo zwar komplett einfallslos und auch die Grafik ist wirklich schwach – Spaß machte die Non-Stop-Schießerei aber dennoch ungemein.
Traurig jedoch machte mich das Aussterben der alten Automaten – anstatt echter NeoGeo-Automaten finden sich fast nur emulierende 50-in-1-Kabinetts. Echte Bubble Bobble-, Metal Slug– oder Street Fighter II-Kabinetts hab’ nicht mehr gesehen. Immer noch zahlreich vertreten sind dagegen Naomi-Automaten: Von Virtua Tennis über F355 bis hin zu Monkey Ball (mitsamt Bananen-Joystick). Neuere Beat’em-Ups wiederum bleiben vollkommen außen vor: kein Tekken 6-Automat, kein Street Fighter IV, kein BlazBlue.
In den abschließenden Bildern seht Ihr nochmals meine Highlights: einige staubige Runden Sega Rally 3, das coole F-Zero GX-Kabinett, das ungemein spaßige Taiko Drum Master 5, Rambo-Schießereien sowie eine zum Automaten umfunktionierte PS2 mit einer Pro Evolution Soccer-Episode.




