Ein Videospiel soll den Soldaten der U.S. Army künftig dabei helfen, von ihrer Nikotinsucht loszukommen. 3,7 Millionen US-Dollar stellt das amerikanische Verteidigungsministerium deshalb dem Anderson Cancer Center an der University of Texas zur Verfügung. “Der Tabakkonsum beim Militär ist alarmierend: 38 Prozent der Leute rauchen Zigaretten, weitere 15 Prozent konsumieren rauchfreie Tabakprodukte,” berichtet Alexander Prokhorov, Verhaltensforscher und Entwickler besagten Programms. Damit liege die Quote deutlich über dem Durchschnitt der Zivilbevölkerung, wo jeder Fünfte regelmäßig rauche.
Rund 2.000 Soldaten in Fort Hood, Texas werden Prototypen des Project Combat betitelten Spiels testen. Die Software basiert auf einem früheren Projekt Prokhorovs, das ebenfalls zur Rauchentwöhnung entwickelt wurde: Escape with Your Life.
Project Combat soll in interaktiven Sequenzen mit Bewegtbildern und Ton wichtige Informationen über das Rauchen vermitteln. Ein individueller Avatar, der dem Aussehen des Spielers nachempfunden wird, führt durch das Spiel. Dabei wird der Raucher mit typischen Symptomen und Begleiterscheinungen konfrontiert, den die Absage an die Zigarette mit sich bringt. Neben körperlichen Entzugserscheinungen thematisiert Project Combat auch Gruppenzwang und eventuelle Rückfälle. Hier sieht Prokhorov auch die Stärke seiner Entwicklung: Sollte der Soldat zu Rückfällen neigen, wendet er sich rechtzeitig an das Spiel.
Die Idee, Raucher per Videospiel zum Aufhören zu bewegen, ist nicht neu. Schon vor einiger Zeit erschien Mein Nichtraucher-Coach für Nintendo DS. Das Programm konfrontiert Spieler mit den Konsequenzen des Rauchens und entlarvt typische Mechanismen der Nikotinsucht. Während die dahinter stehende Botschaft auf dem populären wie erfolgreichen Endlich Nichtraucher-Konzept von Allen Carr beruht, ist die virtuelle Umsetzung nicht empfehlenswert – mit dem preiswerten Buch sind Interessierte besser beraten.











