Repro oder Raubkopie?
Zig Milliarden Spiele wurden in den letzten Jahrzehnten produziert und verkauft, dazu kommen Milliarden, die sich Cracker und Spieler selber machen: Als ”Sicherheitskopie” verbrämt ist die Raubkopie seit jeher verboten (wenn auch nicht auszurotten), sodass Euch handbeschriftete Datenträger selbst auf Flohmarkt oder eBay nur selten, aus Versehen oder – im Fall von Computerspielen – als ”Leerdisketten” untergejubelt werden. Auch lassen sich zum Beispiel Sega- und Nintendo-Spiele der 1980er und 1990er nicht so leicht kopieren wie ihre C64- und Amiga-Zeitgenossen – oder PSone-CDs ab 1995.
Schwieriger zu erkennen als die Pausenhof-Kopie ist die professionelle Raubpressung, wie sie schon seit der Modul-Urzeit in Fernost recht unverblümt angeboten wird und in kleinen Stückzahlen in die EU einsickert. Eine Raubkopie von, sagen wir mal, ”Turrican” auf Game Boy kann dabei mit verändertem Cover auftauchen (und ist dann vom Kenner sofort enttarnt) oder auch in allen Details nachgemacht, sodass nur Spezialisten Unterschiede in Druck, Cover- und Logo-Farben oder Verpackungsmaterial erkennen. Auch aus diesem Grund werden teure Spiele von Internet-Händlern mit ausführlicher Beschreibung und nicht einem unscharfen, sondern vielen Fotos von allen Seiten und aller Komponenten angeboten; leichter als im Netz erkennt man natürlich eine Fälschung, die man in der Hand hält und mit der Lupe absucht.

Während Verkauf der Amateur- wie der Profi-Kopie rundum illegal ist, hält sich die täuschend echte ”Repro(produktion)” in einer Grauzone, wird beispielsweise von eBay geduldet. Legal sind diese ”Nachbauten”, wenn vom Rechte-Inhaber lizenziert oder als Neuauflage eines längst vergriffenen Oldies in Auftrag gegeben. Seriöse Händler weisen daraufhin, wenn es sich um einen modernen Nachdruck, nicht das Original von anno dazumal handelt.
Häufig werden Repros nicht des Spiels, sondern wegen einzelner Komponenten, vor allem der Schachteln gehandelt (obwohl die kaum vom Originalhersteller abgesegnet, sondern Raubdrucke sind). Zu Super-Nintendo-Modulen, die sowohl beliebt als auch selten und teuer sind, werden Pappboxen und Anleitungen nachproduziert und europaweit offen angeboten oder Mega-Drive-Schätze wie ”Mega Man: The Wily Wars” als nigelnagelneue Komplett-Repro offeriert: Spiel, Packung und Manual – alles nachgemacht! Repro-Spiel und -Komponenten sind in Internet-Angeboten meist als solche bezeichnet, kosten ein Viertel des Gebraucht-Original-Preises und dienen vielen Sammlern als Stellvertreter, bis genug Kleingeld da ist, für die echte ”Ninja Warriors”-Packung.
Die Serie geht weiter! Und zwar jetzt am Kiosk (oder auf Bestellung, oder im Abo, oder als App), in der M! Games. Alles weitere hier!










Muchas Gracias
In Büchern kann man allerhöchstens erfahren welche Spiele allgemein teuer gehandelt werden oder selten sind. Für Preise ist diese Form aber einfach viel zu unzuverlässig weil Preise sehr stark fluktuieren können. Preisführer in Buchform ist absoluter quatsch. Ich orientiere mich generell an https://www.pricecharting.com/ Dort erhält man mMn den aktuell realistischsten Preis der durchschnittlich für ein bestimmtes Spiel bezahlt wird.
@SxyxS Also für den Mega Drive und den SNES gibts echt gute Nachschlagewerke!
Ein hervorragender Fundort für verlorene Schätze ist mein Schandstapel–
dort haben sich über Jahre hinweg Sachen wie Afrika,Pikmin2 oder die Black Phantom Edition(+div vita games) prächtig entwickelt um einen Teil der unnötigen Backlogkosten zu kompensieren.
Allerdings suche ich immer noch nach einer Art halbwegs verbindlichem Preisführer im Netz oder in Buchform um nicht mühsam nach jedem einzelnen Spiel zu recherchieren.
Leider bringt einen der Artikel in dieser Hinsicht auch nicht weiter.
Ich habe noch im Keller .. alte Spiel für die Freundin liegen und der Sony PS1,2 und 3.
Werde ich mal bei Gelegenheit durchstöbern. 🙂
Ich bin auch ein bisschen dem Sammelwahn verfallen 😀 Hauptsächlich MEGA DRIVE…Hat jemand ein günstiges ECCO JR? Nein, ich gehöre einfach zu denen, die das Haptische doch sehr schätzen.