Beyond: Two Souls

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“Die Games-Branche ist sehr konservativ”, klagt David Cage. “Jedes Mal, wenn Sie etwas anderes ausprobieren wollen, müssen Sie es erklären, predigen und sich viel Mühe geben, nur um die Leute von ihren gegenwärtigen Erwartungen [wie Spiele auszusehen haben] abzubringen.“ Er muss es wissen: Schon für Heavy Rain, dass letzte Spiel seines Studios Quantic Dream, musste er viel Überzeugungsarbeit leisten, erzählt er.

“Es gibt immer noch Leute, die Heavy Rain nicht gespielt haben, weil sie denken, es ist nur ein langer Film mit ein paar Anweisungen – wie Dragon’s Lair.“ (Ältere Spielernaturen erinnern sich: Dragon’s Lair erschien in den Achtziger Jahren auf Laserdisc (!) und war im Grunde ein interaktiver Film. Dennoch war es sehr erfolgreich und wurde auf vielen Systemen umgesetzt.)

Doch seine Botschaft, dass Heavy Rain sehr wohl interaktiv sei, kam nicht überall an, musste er feststellen: “[…] die Leute haben’s nicht begriffen, sie dachten vielmehr: ‘Oh, mein Charakter hat keine Waffe, ich weiß nicht, wie ich da interagieren soll.'” Und dies sei nach Cages Meinung immer noch das Hauptproblem: “Die Branche definiert Interaktivität durch Schießen” erklärt er. Ich schieße, also spiel’ ich.

Mit seinem kommenden Projekt will er wieder zeigen, dass Interaktion in Videospielen eben sehr viel mehr sein kann als bloßer Schusswaffengebrauch – Spiele schaffen ohne Waffen. Beyond: Two Souls wird noch mehr Interaktion als der Vorgänger bieten. “Sie haben die volle Kontrolle über Aiden”, everspricht Cage. “Es ist komplett interaktiv, wir haben weniger Zwischensequenzen als viele Ego-Shooter – die Interaktion findet nur in einer anderen Weise statt. Es ist eine andere Erfahrung und ich hoffe, dass die Menschen so aufgeschlossen sind, etwas Anderes auszuprobieren.”

Wie waren Eure Erfahrungen mit Heavy Rain? Konnte Euch das Konzept überzeugen und hat es Zukunft? Oder etwas anders ausgedrückt: Schießt man noch oder spielt man schon?



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DonCurrywurst
23. August 2012 14:33

: Oder eben Explosionen.Das Mädel in Beyond: Two Souls hat ebenfalls eine Waffe: Ihren Geist. Und wie es den Anschein hat, wird sie damit auch Schaden zufügen können.Ob eine Person eine Schusswaffe hat oder eben (plump gesagt) Superkräfte, macht ke

Disco Victim
22. August 2012 19:33

Remember Me von Dontnot/Capcom zeigt doch wie beides geht. Dieses “”Ereignisse in den Gedanken verändern”” Gameplay ist interaktiv. Dazu Action-Adventure Kost. Genau diese Action will der Herr Cage nicht, kein Problem. Allerdings hat es Heavy Rain nicht an der Action gemangelt, sondern an genau solchen interaktiven Ereignissen oder Adventure allgemein, sein Tatort absuchen ist doch langweilig oder hier und da mal im Schrank/ Küche rumwühlen. Zu wenig meiner Meinung nach. Trotzdem kein schlechtes Erlebnis. Auf Beyond bin ich mal gespannt.

Max Snake
22. August 2012 15:24

Ich halte Heavy Rain irgenwie ein unkonventionelle Spiel – Gefühl. Habe noch ein Interview gefunden aus die “”die Welt.””http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article108673451/Ich-kaempfe-gegen-begrenzte-Horizonte.html

bitt0r
22. August 2012 15:17

schießen muss ja auch nicht sein. melee-waffen tun’s auch!