Die Spiele des Jahres 2009 – Platz 14 – Scribblenauts

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Matthias Schmid: Wer denken kann, hat mehr von diesem Knobelspiel. Und wer Scribblenauts ans Bein pinkeln will hat es leicht – denn Held Maxwell steuert sich so präzise wie ein heckgetriebener BMW M5 ohne Winterreifen auf Glatteis. Könnt Ihr mit diesem Steuermanko leben und werft den Stylus auch nach dem zwanzigsten Fehlversuch noch nicht ins Gras, dann schlummert ein kreativer Jungbrunnen in diesem DS-Modul. Als erstes Spiel überhaupt erlaubt Scribblenauts völlig Freiheit bei der Lösung seiner Rätsel und ist obendrein ein launiger Experimentierkasten, der sogar das “Ich mache jetzt mal Blödsinn”-Potential eines GTA San Andreas toppt.

Thomas Nickel: Selten war die Idee für ein Spiel so clever und originell wie bei Scribblenauts. Und tatsächlich, die Idee ist so gut, dass man dem kreativen Puzzler auch seine arg fummelig geratene Steuerung verzeiht. Aber wenn’s zu einem Sequel kommt, dann würde ich mir genau an dieser Stelle etwas mehr Feintuning wünschen.

Michael Herde: Scribblenauts habe ich nur zufällig in die Finger bekommen und war sofort außer mir vor Begeisterung. Klar, Spielphysik und Steuerung sind nicht die Besten und sorgen mitunter dafür, dass mein Held Maxwell über den Jordan springt statt auf die soeben geschaffene Mauer. Davon abgesehen ist Scribblenauts aber ein innovatives Fest für Phantasie und Kreativität. Es macht einen Heidenspaß, die teils ziemlich kniffligen Rätsel und Aufgaben zu meistern. Zum Glück haben die Entwickler Unmengen an Gegenständen integriert, die ich nach Belieben “herbei rufen” kann, um die kurzen Levels zu meistern. Doch der Knaller ist, dass ich auch darüber hinaus jede Menge Blödsinn anstellen kann: Zuerst rufe ich eine Hand voll Teufel, die sich aggressiv auf den Vampir, den Zombie, das Baby und die Frau stürzen, die ich zuvor geschaffen habe. Für Recht und Ordnung kann hier nur Gott sorgen. Der ist im Spiel ein weiß gekleideter Mann mit Bart und macht einfach alles platt. Um Gott den Garaus zu machen, muss ich schon den Bildschirm füllenden Dämon Cthulhu rufen…

Philip Ulc: Meiner (extrem wenig zockenden) Freundin zeige ich so gut wie jedes Spiel, das ich in meine Redakteurshände bekomme – einfach nur, um Ihr ein bißchen meine Arbeit näher zu bringen. Doch oft bin ich ziemlich geknickt: Guitar Hero will sie nach zwei Akkorden trotz Lieblingsband Coldplay nicht mehr anrühren, Sacred 2 war Ihr als Hack’n’slay-Fan zu langweilig (verständlich) und bei Mario und Co. will sie wegen akuter Geschicklichkeitsunfähigkeit in den Fingern immer nur zugucken. Aber bei Scribblenauts ist das anders: Dann gibt sie den DS nicht ab, baut natürlich auch wie oben beschrieben großen Unfug, aber kichert in sich hinein, sobald ein kleines Rätsel gelöst ist. Bei der ungenauen Steuerung rede ich Ihr übrigens ein, sie beherrsche das Spiel nicht, ich als Profi muss ran – einfach, um auch mal mit MEINEM DS MEIN Scribblenauts zu spielen. Mit soviel Interesse an meinem Beruf hab ich nun wirklich nicht gerechnet.

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Spanky
23. Dezember 2009 21:21

so gut das spiel auch ist, die steuerung nevt extrem, ich habe zwar neven wie drahtseile, aber hier waren sie echt am limit, habs ne woche liegen gelassen und dann nochmal versucht

crazymashine
23. Dezember 2009 19:16

Echter Geheimtipp!!!

DrRodriges
23. Dezember 2009 16:41

Anfangs war ich auch schwer begeistert…. bis ich selbst mit einem “”Schwimmkran”” (unglaublich!) nicht das Auto aus dem Hafenbecken bekommen habe -_-Allerdings erstellen viele Begriffe einfach einen ganz anderen Gegenstand als ich so erwartet hätte. (Probleme bei der Übersetzung aus dem Japanischen?)Und oft wurschtelt man sich auch nur so durch.Habe es für “”Mario & Luigi: Inside Bowser”” erstmal zur Seite gelegt und jetzt kommt Zelda. (hoffe, die beiden Spiele kommen auch noch in der Liste vor).Vielleicht versuche ich es danach nochmal ^^

Kuruno_86
23. Dezember 2009 16:15

Wirklich ein geniales game. Trotz ein paar Mängeln, ist dieses Spiel einen Platz im Jahresrückblick wert. Die Grundidee ist nicht nur einfach, wie sie genial ist, sondern fühlt sich auch noch frisch und unverbraucht an.

ABC
ABC
23. Dezember 2009 15:45

Ich habe den Titel anfangs auch mit großer Begeisterung gespielt. Die unglaubliche Anzahl an verwendbaren Gegenständen ist unerreicht.Abgesehen von der fummeligen (aber verschmerzbaren) Steuerung fand ich eine Tatsache beschämend: Die meisten Begriffe braucht man nicht für die Lösung der Rätsel, sind lediglich Spielerei. Stattdessen kommen immer und immer wieder die gleichen Gegenstände zum Zug.Da wünsche ich mir mehr Tiefgang und Abwechslung für einen möglichen zweiten Teil.