Bevor die Game Awards morgen ausgestrahlt werden, hat Ghost of Tsushima schonmal einen Preis abgeräumt. So sicherte man sich den “Player’s Voice Award”, bei dem einzig und allein die Fans votieren.
Ghost of Tsushima erschien am 17. Juli exklusiv für PS4.






















Als ob solches Internet-Voting eine repräsentative Mehrheit abbildet. Das ist natürlich Unfug, siehe Shen Mue, welches mit seinen paar Fans schon zum besten Spiel gewählt wurde. Das Wählen für GoT ist wohl eher ein Statement gegen The Last of Us 2 als für GoT. Das zeigt eigentlich nur, wie armselig manch einer ist und womit er seine Lebenszeit verschwendet. Darum würde ich mich auch gar nicht erst an sowas beteiligen wollen. Hauptsache für jeden ist was dabei und das sollte eigentlich der Fall sein und sonst hat man halt mit Videospielen nichts am Hut. Solls ja auch geben.
@Takeda44
Was meinst Du denn mit “White Knights”? White Knights of the KKK? Und was soll denn das homophobe Gelaber?
Florian Henckel von Donnersmarck, so hiess der Deutsche, der für den Film “Das Leben der Anderen” den Oscar für den besten nicht-English gesprochenen Film erhielt. Da kann ich mich gut daran erinnern – und was hat er seitdem (namhaftes) gemacht?
Zum Thema: Ich habe auch Ghost of Tsushima meine Stimme gegeben und bin erfreut (und erstaunt), dass es gewonnen hat. GoT is mein wahrgewordener Traum schon seit ich als Kind game. Es ist genau DAS spiel das ich immer wollte: Ein realistisches Samurai-Spiel in traumhafter Grafik, mit tollen blutigen Kämpfen und einer guten Geschichte (und eben nicht hardcore Action wie die verwandten Nioh 1-2 und Shadows Die Twice – die würde ich nicht mal mit der Kneifzange anrühren. Ich mag’s zwar auch ab und zu anspruchsvoll [spiele deshalb GoT auf Schwierigkeitsgrad “tödlich”], aber es hat Grenzen, sobald Gamen sich wie Arbeit anfühlt, stimmts für mich nicht mehr).
Natürlich hat das Spiel auch Schwächen, es ist repetitiv, das Kampfsystem ist nicht so tiefgründig (für mich allerdings eher ein plus – wesentlich komplexer als ein Samurai Warriors ist es ja allemal) und die Geschichte gefällt mir zwar, aber sie ist nicht bahnbrechend. Dazu kommen noch eher hölzerne Gesichtsanimationen und begrenzte Mimik. Auch wird das gängige Action-Adventure Haupt-Nebenmissionen-System-Menu aufgefahren – eigentlich null game-technische Innovation. Alles Schwächen, die das Spiel, meiner Meinung nach, auf etwa 85 Spielpass hinunterziehen.
The Last of Us II werd ich mir auch noch zulegen. Ich glaube, es wird mir gefallen. Allerdings finde ich es doch witzig, dass ein Spiel, bei dem man eine lesbische Frau spielt und wo’s kein klares schwarz-weiss/gut-böse Schema gibt und damit gesellschaftlich mitten im Trend ist, von GoT geschlagen wird. So ein relevantes Spiel muss doch einfach gewinnen.
Tatsache ist nun mal, dass sich (eine kleine) Mehrheit eher mit einem mittelaterlichen Samurai, als mit einer jungen lesbischen Frau identifizieren kann. Das wird dann eben wiederum von den White Knights aufgegriffen und kritisiert. Zu solchen White Knights kann ich nur sage: “Get the *beep* outa here!
@ChrisKong @D00M82 natürlich, über die Wichtigkeit solcher Awards kann man sich immer streiten. Dass solche “Belanglosigkeiten” nicht das Spielerlebnis jedes einzelnen beinflussen sollte, steht außer Frage. Wer bitte macht so etwas? Unabhängig davon bieten diese Awards eine Wertschätzung, die außerhalb des üblichen Erfolgs in Form von Verkaufszahlen liegen. Ist ja auch durchaus schön, wenn man den Meilensteinen eines Jahres eine Zeremonie widmet. Möge sie nach dem Geschmack des ein oder anderen noch so bedeutungslos sein. Ich messe auch den Ergebnissen solcher Events keine beeinflussende Bedeutung für mich selbst bei.
Jedoch gibt es auch in diesem Forum einige Leute, die eben doch immer mal wieder sagen, dass dieser und solcher Titel GOTY werden sollte und man auf GOTY Editionen hofft.
@D00M82 , “Doom” darf gerne dein GOTY sein, da sagt doch niemand was dagegen. Ist ja auch ein wahres Meisterwerk geworden. Auch unabhängig davon, ob “Cooking Mama” oder “Leisure Suit Larry” den Titel bekommt. Rhetorisch.
Wie gesagt, die Preise sollen meines Erachtens keine markttechnischen Relevanzen aufweisen oder Spieler zum Kauf eines Titels überreden, eher besondere Leistungen hervorheben und achten, auch wenn es zu viele sind. Auch wenn Daniel-Day Lewis drei Oscars, x-BAFTAs und y-Emmys hat: allein der beständige Erfolg bei Zuschauern als aber auch bei Nominierungen zeigt, wie qualitativ hochwertige seine Werke sind. Gerade erst wieder “Lincoln” geschaut. Durch und durch ein Meisterwerk, auch ohne die Preise, die er abräumte.
Zum Thema Oscars noch: ich denke auch, dass Deutsche generell nicht so “Oscar-affin” und “Oscar-geprägt” sind wie die Amerikaner oder Engländer. Das hat halt nochmal einen ganz anderen Stellenwert in den Vereinigten Staaten, in denen vieles auf Wertschätzung und Anerkennung aufgebaut ist.
*Vielleicht sind Deutsche aber auch einfach verbittert, weil man an gefühlt zwei Händen abzählen kann, wie viele Deutsche den Durchbruch in Amerika erreicht haben…? Klar, dass sie dann sagen: “Pfft, Oscar, was will ich damit? *schluchz, schluchz*”
Sowohl musikalisch, als auch schauspielerisch sind die Deutschen nicht das Gelbe vom Ei. Und dann ging vor einigen Jahren noch die Debatte rum, dass ein prozentualer Anteil im Fernsehen bei uns Deutsch sein muss… als ob das zur Verbesserung der Zustände beiträgt.
*Achtung, das war Ironie.
Sehe das wie Kong. So ein Award finden manche Wertungsonanierer vielleicht wichtig, mir ist es total egal. Mein Goty ist Doom Eternal. Mir doch egal was andere dazu sagen.
Die meisten Preise der Filmindustrie haben schon kaum Bedeutung oder auch markttechnische Relevanz.Oscar- und Goldenglobegewinner werden oft nochmals mit diesem Zusatz ausgewertet. Bei Spielen seh ich da nicht, dass irgendwelche Preise da einen grossen Einfluss haben. Gibt mittlerweile auch zu viele dieser Auszeichnungen und oft gibts auch keine ernsthafte Auseinandersetzung, es werden einfach die üblichen Verdächtigen abgefrühstückt.
Kann ich nicht nachvollziehen. Kein schlechtes Spiel, aber halt auch kein Überflieger. Die Missionen ähneln sich ja schon sehr und es ist schon auch eine häufige Wiederholung. Nachdem ich kurz zuvor Musashi von Eiji Yoshikawa gelesen hatte, empfand ich auch die Geschichte nicht als episch genug. Ich hoffe bei einem zweiten Teil wird es besser.
@Doruforamingo mit großer Wahrscheinlichkeit sind da immer noch genug Leute des Review-Bombings unterwegs. Ein absolut dreckiges, feindliches Verhalten, welches genauso leugnerisch ist wie das Verhalten Trumps.
Unabhängig davon gehe ich davon aus, dass die Verantwortlichen hinter den Game Awards auch Vorkehrungen/Maßnahmen getroffen haben, die, in dem Fall Voting-Bombing, verhindern. Allein schon dass, wie du sagst, die Abstimmung knapp war, zeigt, dass beide Titel den Award verdient hätten. Es ist ja nicht so, dass “Ghost of Tsushima” entgegen dem vorherigen Voting-Trend innerhalb eines Tages schlagartig zigtausende Stimmen bekommen hat. Da würden auch bei mir die Alarmglocken schrillen.
Ansonsten ist es wie mit jeder Meinung, die doch angeblich die Gesellschaftsinteressen vertritt:
“Wie, “The Last of Us” ist nicht Game of the Year nach Fan-Voting? Das ist so erzählerisch gut, gesellschaftlich top-aktuell und beinhaltet starke Frauen. Das kann nicht sein.”
“”Ghost of Tsushima”? Total langweilig, seicht und uneindrücklich. Wie kann das Game of the Year werden?”
Solche Awards sind ja immer auch ein Stück Momentaufnahme der aktuellen Gefühlslage in der Gamer-Welt. Wenn der Großteil derer (wenn auch nur knapp), die malerische, stimmungsvolle Welt des alten Japans für “besser” hält, zeichnet sich eben solch ein Ergebnis ab. Da kann dann jedes noch so gesellschaftlich kritisierende Thema im Mittelpunkt stehen. Vielleicht haben die Spieler auch keine “Lust” mehr auf polarisierende, düstere Welten, wenn sie eh schon in einer solchen im realen Leben leben müssen?
Verdient hätten sie es beide. “The Last of Us” führt mir immer wieder vor Augen, was ich von der Menschheit im schlimmsten Falle zu erwarten habe.
Ironisch gemeint: Sicherlich hat “Ghost of Tsushima” von Corona profitiert. Reisen kann man ja schlecht und in Deutschland oder Amerika gibt es kaum Stellen, die so toll aussehen!
Freut mich für den Titel, warte selbst noch auf PS5-Optimierung, bevor ich ihn mir zulege.
Spannend finde ich die Abstimmung jedoch aus einem anderen Grund: das polarisierende Last of Us Part II war bis zum Vortag knapp vor GoT, die Game Awards posteten regelmäßig Updates zum aktuellen Stand. Ein bisschen auf Reddit unterwegs bekommt man den LoU2 Subreddit mit (welcher Sammelbecken für Feinde des Spiels ist) und mit welchem Elan dort versucht wurde letzteres eben nicht gewinnen zu lassen.
Es sind zwei Topgames, die beide sehr nah beieinander rauskamen und viele enttäuschte SpielerInnen haben vllt in GoT ihren Trost gefunden, von daher auch gerechtfertigt, aber ein bitterer Nachgeschmack bleibt.
Ob man jetzt den Game Awards große Beachtung schenkt oder nicht, das ist ein ordentliches Statement. Kein “The Last of Us” oder gar “Animal Crossing”, der Trip in die freie, japanische Kultur und Natur hat es allen angetan. Finde ich wohl verdient. Auch eines meiner Lieblings-Games, das wird noch 2050 gezockt, wenn die Enkel am Rad drehen.
Schön, dass die Fans auch abseits von Action und Drama Dinge zu schätzen wissen!