
Überraschende Verkündung: Die in München ansässigen Strategieexperten von Mimimi Games, deren Shadow Gambit: The Cursed Crew gerade eben erschienen ist, werden in baldiger Zukunft den Betrieb einstellen.
In einem offenen Brief an die Fans wird erklärt, dass das nicht primär finanzielle Gründe hat, sondern mehr durch den Stress, ständig Investoren aufspüren zu müssen, die Lebensqualität der Führungsetage ins Wanken geraten ist.
Schade für den Entwicklungsstandort Deutschland und Fans des Genres, mehr Details dazu findet Ihr auf der Mimimi-Webseite oder (falls sie wie eben zusammengebrochen ist) als Textkopie bei Gematsu.









Die Probleme hier sind aber eh ganz andere. Offensichtlich will die Führungsriege (eines kleinen Unternehmens) ja wieder solch banale Dinge wie ein Privatleben haben. Insofern zeigt sich bei Mimimi eine ganz andere Problematik. Eine, die sich natürlich nicht nur in der Spieleindustrie auftut. Aber Tatsache ist, dass die Branche bei der Arbeitsbelastung oft ein Problem hat
@Nightrain
“Meine” Argumente sind hier leider absolut löschgefährdet. Genau deshalb lasse ich deine “Kritik” gerne kommentarlos auf andere wirken.
Freundlicher Hinweis darauf, dass politische Diskussionen hier nicht unbedingt sein müssen und nichts aus dem Ruder laufen sollte.
Wird aber nicht so richtig beachtet, darum machen wir hier jetzt halt doch dicht.
@xarjaz
Ich finde die Aussagen von Dir und gerade Tekwin schon sehr polemisch, weil der offene Brief keine Fakten dazu beinhaltet, sondern einfach mal “interpretiert” wird.
von Dir, xarjaz
“Ein Armutszeugnis für die deutsche Spieleindustrie. Nicht einmal eines der erfolgreicheren deutschen Studios kann einigermaßen konstant seine Finanzierung sichern, und macht lieber dicht, als sich das weiter anzutun.”
Frage an Dich: Woran machst Du den Erfolg fest? Zahlen für den aktuellen Titel hab ich nicht gefunden. Hohe Wertungen allein sind leider kein Erfolg.
von Tekwin
“Wenn die gesamte deutsche Wirtschaft immer mehr in die Knie geht, wieso sollte es den wenigen namhaften Spieleenwicklern hierzulande anders ergehen?! Denk ich an Deutschland in der Nacht…”
…
“Die Gründe dafür sollten mittlerweile sogar den Realitätsverweigerern so langsam dämmern.”
Zumal ich sicher kein Relaitätsverweigerer bin und auch nichts schönmale, aber nichtssagende Worthülsen, in denen man vermeintlich bekannte Gründe anführt, ohne auch nur welche zu nennen, hat schon was von einem erweiterten Klugscheißermodus.
Ohne genaue Zahlen zu kennen – inklusive den Absatzzahlen des aktuellen Shadow Gambit – ist es schwer dazu genaues zu sagen. Aber Fakt ist, dass ein Unternehmen mit 35 Mitwarbeitern* mit recht zentralem Sitz in München**, einem der teuersten Standorte in Deutschland, sicher recht hohe Fixkosten hat.
Wenn man dann Rundenstategiespiele noch als Nieschenprodukte, also mit eher begrenztem Zielpublikum, mit in die Rechnung einbezieht, dann kann ich jeden Finanzier verstehen, der eher vorsichtig agiert.
Ich frag mal bewusst provokativ:
Wer von den Kommentatoren hier hat denn Shadow Gambit zum Start und Vollpreis gekauft?
Wer hatte es denn überhaupt auf dem Schirm – und wusste, dass es das auch für die PS5/SX gibt?
Wie viel Aufmerksamkeit bekommt ein heimisches Studio von der heimischen Presse, z.B. hier bei bzw. in der M!?
*ich zähle einfach mal die Team-Bubbles auf der Homepage
**auch hier hilft die Website und Google Maps
@JonnyRocket77
Da hast natürlich recht! Gehört hier auch nicht hin. Ich wollte damit nur sagen, dass wir damit rechnen müssen, dass solche Förderungen immer mehr gekürzt werden und kleine Videospieleschmieden auch nicht mehr so einfach Kredite bekommen bzw. die Zinslasten jetzt ganz andere sind. Weil halt hier wieder das Videospielestandort Deutschland gebashe los ging…
@xarjaz
Ach das wird die anderen Nationen auch ganz hart treffen. Deutschland merkt es nur als erstes wegen seines großen Exportanteils nach China.
Und China schwächelt von Jahr zu Jahr immer mehr. Die war lange der Motor, der die Wirtschaftswelt noch zusammengehalten hat. Bis sich die Folgen der aktuellen Weltpolitik zeigen. Das dauert wirtschaftlich gesehen immer erstmal eine Zeit.
@Nighttrain
Ich finde nicht dass das alles “Parolen” sind. Deutschland ist nach einigen Prognosen die EINZIGE große Volkswirtschaft, die aller Voraussicht nach dieses Jahr schrumpfen wird. Muss der Gürtel enger geschnallt werden, trocknen als erstes die Finanzierungsmöglichkeiten für junge, kleine Firmen aus. Das macht es für ein Mimimi noch schwerer, an Geld zu kommen.
Natürlich ist die Spielebranche nicht der entscheidende Baustein der deutschen Wirtschaft, aber ein Indiz für die immer schlimmer werdende Malaise ist es allemal.
Ist hier ja auch ein Videospielforum. Deshalb darf man für das Studio (dass ich für Shadow Tactics sehr schätze) durchaus eine Träne verdrücken. Natürlich rollt gesamtwirtschaftlich eine ganz andere Lawine auf uns zu. Aber das ist ja dann wieder ein Thema , dass mit Videospielen nix zu tun hat.
Natürlich wird es nicht nur in Deutschland immer schwieriger für viele Wirtschaftszweige, jedoch insbesondere auch in Deutschland. Die Gründe dafür sollten mittlerweile sogar den Realitätsverweigerern so langsam dämmern.
So traurig die Entwicklung bei Mimimi Games auch ist, so unbedeutend stellt sie sich im Vergleich dar. Die große Lawine kommt erst noch.
@captain carot
Die Finanzierungsmittel werden eh in Zukunft weiter gekürzt. Denn Deutschland (und die Welt) hat in den nächsten Jahren ganz andere Probleme.
Sind einfach ganz andere wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die jetzt auf uns zu kommen.
Ich weiss nicht ob das schon der dritte Weltkrieg ist, aber wenn ich in Richtung China etc. schaue, dann wird einem schon mulmig. Muss ja kein Atomkrieg sein. Ich denke eher eine Kombination aus regionalen Konflikten und einem globalen Wirtschaftskrieg.
Ich wollte hier jetzt kein Politikum draus machen. Aber jedem noch so weltfremden Gaming Nerd sollte klar sein, dass 2022 ein Wendepunkt in der Weltgeschichte war. Hier bin ich ganz bei Herfried Münkler, der es als erster aussprach.
Wir werden nach Mimimi und Anti Matter Games(UK) noch von einigen weiteren kleineren Studios mit dem gleichen Schicksal lesen, nicht nur in Deutschland.
Und Misserfolge waren die Rising Storm und Red Orchestra Reihen nun auch nicht gerade.
Zum Thema neue Jobs, es hängt zwangsläufig auch sehr davon ab, welche Positionen es sind und wie die Berufserfahrungen insgesamt aussehen. Wer Programmierer mit entsprechenden Fachkenntnissen ist mag durchaus auch in ganz anderen Bereichen etwas finden, für Grafiker sieht das anders aus und dann sind da natürlich die Unternehmensbereiche die sich um das ganze Drumherum kümmern.
Was die Auflösung angeht, es scheint ja eine Kombi aus Arbeitspensen, Finanzierungsstress und mehr zu sein. Die Finanzierungsmittel auf Bundesebene etwa sind für dieses Jahr aufgebraucht. D.h. man muss eh privatwirtschaftlich Gelder organisieren. Was für ein kleines Studio eine andere Hausnummer ist als für große Publisher.
Arbeitszeiten und -umfeld in der Branche sind auch keine Geheimnisse. Das haut sicher enorm rein.
Zwar sehr schade, aber durchaus nachvollziehbar.
Was mich wundert sind hier die Stammtischparolen, die hier einige anschlagen. Hauptsache mal wieder über den Standort Deutschland abkotzen – ob das jetzt mit irgendwas zu tun hat oder nicht, ist völlig egal, weil “die da oben!” *mit Faust droh*
Vielleicht sollte man mal auch den offenen Brief lesen, in dem sogar dem “Bavarian regional games fund FFF Bayern and the German games grant of the BMWK” gedankt wird. Ulricht fasst es aber hier auch super zusammen, so schwer isses also nicht, wenn man nicht nur die Überschrift liest …
Wollt Ihr nicht eher bei Bild oder Spiegel-Online kommentieren, da kann man sich super über die Überschriften abarbeiten und sich freudig mit den anderen Experten gegenseitig auf die Schulter klopfen, wie man doch den Durchblick hat.
@xarjaz
ich kenne mich damit aus und an Industrieentwickler werden andere Anforderungen gestellt. Dem Spieleentwickler fehlt hier die Erfahrung. Er wird eher in der Spielebranche bleiben, wenn er einmal das Know How in dem Bereich gesammelt hat. Und in der Branche verdienen die meisten Entwickler einfach nicht viel…
Ist nicht so: Ach ich hab paar Jahre als Gamedesigner gearbeitet, jetzt geh ich einfach mal zu BMW…
Ganz andere Branche… Informatik ist nicht gleich Informatik…
Klar es gibt Wege für Quereinsteiger. Aber da sind dann die Gehälter auch erstmal nicht so und man muss Erfahrung sammeln und sich hocharbeiten.
@torcid
Du hast sicher Recht dass Spieleentwicklung nicht das gleiche ist wie Industrieentwicklung.
Einer der Mimimi Chefs war aber mal im Auf ein Bier Podcast und hat über die Konkurrenz um Entwickler aus der Industrie gesprochen. München ist teuer, und zumindest die sehr guten Entwickler mussten seiner Aussage nach auch Zuhause gegenüber ihren Partnern erklären, wieso sie nicht für deutlich mehr Geld bei BMW & Co arbeiten, vor allem wenn dann auch noch Kinder ins Bild kommen.
Er sagte, Mimimi konnte beim Gehalt nicht konkurrieren und ist darauf angewiesen, Leute durch ihr Arbeitsprodukt zu halten. Es macht halt vielleicht mehr Spaß, an einem Spiel zu arbeiten als an einer App für den Thermomix.
Selber bin ich aber kein Entwickler und kann daher nicht aus Erfahrung sprechen.
Wenn die gesamte deutsche Wirtschaft immer mehr in die Knie geht, wieso sollte es den wenigen namhaften Spieleenwicklern hierzulande anders ergehen?! Denk ich an Deutschland in der Nacht…
Hoffentlich kommt die Truppe von Mimimi woanders gut unter. Gemessen an der Qualität ihrer Spiele, handelt es sich immerhin um fähige Köpfe mit Potenzial.
@Redaktion
Falls es das nicht schon gab, wie wäre es mal mit einem Special über deutsche Entwickler, respk. deutsche Entwicklerlandschaft? Ich stell mir da eine Deutschlandkarte vor mit den Icons der Firmen drauf und/oder Textboxen inkl. aktuellem Status, aktuellen Spielen.
Wirklich sehr schade und überrascht mich persönlich schon ein wenig.
Aber Stealth-Spiele ziehen dann vermutlich heute kein großes Publikum mehr an. Das konnte man schon an den schnell fallenden Preisen von deren Retailversionen sehen.
Nun ja wenigstens haben sie Genrefans mit Shadow Tactics und Desperados 3 tolle Geschenke gemacht! Sehr Schade…
@xarjaz
Spieleprogrammierung ist nicht = Industrieprogrammierung
Ich weiss noch wie uns damals der Piranha Bytes Mitgründer Björn in einer Vorlesung erläuterte, dass viele Spieleenwickler immer so mit einem Bein beim Arbeitsamt stehen und auch nicht reich werden.
Die Spieleprogrammierer, die sich die Jobs aussuchen können, das ist eher ein sehr kleiner Teil. Da muss man schon sehr fähig sein. Die meisten werden damit nicht reich. Arbeitet nicht jeder bei Rockstar… Siehe auch Anti Matter Games aus UK ebenfalls weg (Rising Storm / Red Orchestra). Sind sicher auch nicht die letzten Studios. Gerade jetzt wo sich Zinsen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen in der Welt ganz krass ändern.
Sehr schade, gerade fürs Genre. Haben gutes Games produziert und wären sicher hoch hinaus gekommen. Hier verliert Deutschland etwas gutes.
Ein Armutszeugnis für die deutsche Spieleindustrie. Nicht einmal eines der erfolgreicheren deutschen Studios kann einigermaßen konstant seine Finanzierung sichern, und macht lieber dicht, als sich das weiter anzutun. Zumindest die Programmierer von mimimi werden weich fallen, und das eher nach oben. In München gibt es mehr als genug Jobs für (fähige) Entwickler, in lukrativeren Branchen als Games. Beschämend aber für das digitale Entwicklungsland Deutschland.
Mimimi Games zeigt den deutschen Glanz für Videospiel, das der Ruhm nur paar Jahre hält. Schade. Wünsche für die alles guten.
Schade, aber ich kann es verstehen, dass die Wahl “eigenständig, aber immer auf der Suche nach dem nächsten Geldgeber” und “unter einem festen Publisher, aber dafür an Vorgaben gebunden” schon etwas wie die Wahl zwischen Pest und Cholera ist.
Die Angestellten merken es teilweise nicht, aber die Chefetage hat das jeden Tag auf dem Tisch und irgendwann bestimmt es einen – zumal man die Verantwortung für die anderen hat. Wenn man ein Arschloch ist, dann mag das gehen, aber wenn man seine Leute als Art “Familie” sieht und diese es auch zurückgeben, kann es einen echt den Schlaf rauben.
Wirklich überraschende Nachricht.
Ihr aktuelles Spiel Shadow Gambit (und die Spiele davor) wurde(n) ja recht positiv aufgenommen.
Nach Lesen des offenen Briefs:
Harte aber verständliche Entscheidung.
Immerhin wird wohl versucht die Kontakte zur Branche zu nutzen, damit Angestellte woanders unter kommen. Daumen hoch dafür.
Definitiv ein Verlust für den Entwicklungsstandort Deutschland und Liebhaber des Genres.