Online-Konzept ersetzt Spielehardware

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OnLive 1

Ein neues Spielsystem sorgt auf der gerade stattfindenden Games Developer’s Conference in San Francisco für Furore. Mit OnLive kann (der Theorie nach) jeder PC oder Mac die neuesten Games flüssig abspielen – ganz ohne teure Hardware.

OnLive 3

Das Zauberwort heißt Streaming: Der Server kümmert sich um die aufwändige Berechnung von Grafik sowie Sound und schickt dem Benutzer die komprimierten Spieldaten Bild für Bild. Dabei soll die Reaktions- bzw. Latenzzeit nur 1 Millisekunde sein. Voraussetzung ist nur eine Breitband-Internetverbindung mit mindestens 1.5Mbps.  Auf der GDC stellt der Hersteller u. a. Crysis und weitere 15 Toptitel vor. Hersteller wie Electronic Arts, Warner, Take 2, Ubisoft oder THQ wollen OnLive bereits unterstützen.

Ersatzkonsole
OnLive 2

Das Konzept geht sogar einen Schritt weiter: Zusätzlich will OnLive eine MicroConsole genannte Hardware veröffentlichen, die Ihr per HDMI an den heimischen TV stöpselt. Mit 2 USB-Ports und Netzwerk-Anschluss kommt Ihr ebenso in den Genuss aufwändiger Spiele. Das schwarze Kästchen soll weniger als ein Wii kosten und auch Bluetooth-Anschluss für Voice-Chat bieten.

OnLive wird im Sommer in die Betaphase gehen. Frühestens zu Weihnachten wird das System erhältlich sein.

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Tiuri
28. März 2009 23:45

Den Worten von tetsuo01 ist nichts hinzuzufügen. Na außer vielleicht dass ein solches System – wenn es NUR noch auf diese Weise ginge – sehr sehr sehr viele Zocker komplett ausgrenzen würde, die in der DSL-Wüste Deutschland nicht mal ansatzweise ein Internet nutzen können das schnell genug ist. (und ja, gibt’s immer noch viel zu oft, kenne sehr viele Leute die zu Recht darüber jammern!)

captain carot
28. März 2009 15:41

@mm: Sehr stark komprimiertes Material (z.B. WMVHD) liegt komprimiert schon bei 7,5 Mbps, bei lauer Qualität im Vergleich zu unkomprimertem Material. Weniger heftig komprimiertes liegt in 720p schon schnell bei 16Mbps. Und da bräuchte man eine extrem schn

tetsuo01
28. März 2009 10:58

was mir vor allem missfällt ist die tatsache das sich dann etwas durchsetzt was jetzt schon immer mehr wird: bei spielen die ich downloade bezahle ich grundsätzlich nur für das recht das heruntergeladenen spiel zu benutzen. ein besitzrecht fällt somit flach. die frage was ist wenn ich das spiel dann in zehn jahren wieder mal zocken will stellt sich natürlich auch. da das ganze dann scheinbar gestreamt wird und ich somit icht mal mehr was downloade werde ich nur noch zu einem totalen benutzerrecht verdonnert ohne das ich irgend etwas besitze oder in händen habe. also das schmeckt mir gar nicht…

captain carot
27. März 2009 7:59

Habs´s mal durchgerechnet. 1,5Mbps reichen niemals, um bild und Ton in 1280×720 zu streamen. Wie soll das bitte funzen?Kann mir höchstens vorstellen, dass Bild- und Tonquali mit stärkerer Leitung steigen.

ganjamaniac
26. März 2009 19:10

Leider geht bei Downloads dieses “”innere-Freude-wegen-besitzens-des-Spiels-Gefühl”” verloren. Es ist einfach nicht das selbe, wenn die Daten einfach heruntergeladen werden als wenn man das Spiel in den Händen halten und daran riechen kann.Vieleicht gehöre ich bereits einer veralteten Gamer-Generation an, aber ein neues Game verpackt in Plastik gehört mit zu den schönsten Momenten des Gamens.

Saldek
26. März 2009 18:22

Video der GDC-Präsentation:http://gdc.gamespot.com/video/6206692/

dmhvader
26. März 2009 17:21

Also, als reine Online-“”Nebenkonsole”” ist das sicher keine schlechte Idee, vor allem könnten die Entwickler dann für eine technisch sehr fortschrittliche Hardware entwickeln, die der Ottonormalzocker sich wohl erst Jahre später leisten könnte – wenn überhaupt! Die Grafik könnte somit sicher phänomenal werden!Aber wie captaincarot schon kritisiert: Hier in D Uncut-Games zu zocken, ist da sicher so gut wie ausgeschlossen! Außerdem gibt es – wie ich – immer noch viele Gamer, die gerne auch mal allein und anonym ein Spiel nach traditioneller Art durchspielen möchten, die Discs sammeln und auch gerne eigene Hardware zuhause stehen haben! Aber wie gesagt: Zum Online-Zocken nebenbei sicher reizvoll, wenn es nicht zu teuer wird – so ein “”interaktives Videoempfangsgerät”” sollte samt Zubehör nicht mehr kosten als 100,- Euro und die laufenden Gebühren 10,- Euro monatlich nicht übersteigen!Aber lassen wir sie einfach mal machen…

Funatic
26. März 2009 16:29

mal ganz ehrlich für mich klingt das alles sehr sehr optimistisch! stellt euch mal vor was für ein imenser daten aufwand das darstellt wenn z.b. zeitgleich 3000 user auf den server zugreifen um crysis zu zocken- für jeden spieler muss das game ja separat berechnet werden und das ist für mein verständniss fast unmöglich. dann wäre da noch die kosten frage: was zahl ich den pro game? oder bezahl ich nach spielzeit? nene für mich ist das nix weil was mach ich denn wenn ich nach 10 jahren ein heiss geliebtes game nochmal zocken will? glaub kaum das ich das dann noch auf dem server finde!

captain carot
26. März 2009 12:44

Theoretisch ist das nicht das Problem, wobei das von vielen Faktoren wie Ping, Netzbelastung, Serverbelastung… abhängt.Viele Anbieter arbeiten derzeit an Cloud Computing, etwa Microsoft, gerüchteweise soll es dort sogar Überlegungen geben, die nächste XBOX Generation in Form von Cloud Computing rauszubringen.Allerdings wollen ja auch die laufenden Kosten wieder eingenommen werden, Strom, Wartung, Upgrades…Das dürfte sich bei sowas irgendwo im Preis oder durch Werbung bemerkbar machen.Und du hast natürlich keine Spiele mehr zu Hause, keine Chance, dir einen Uncut Titel zu besorgen, usw.So lange ich kann, verzichte ich jedenfalls auf sowas. Edit: Eine Reaktionszeit von 1ms? und das garantiert durch die Bank bei den Datenmengen?