
Einige Jahre vor dem Durchbruch von Virtual Reality in den Massenmarkt visionierte der amerikanische Autor Ernest Cline eine Zukunft, in der sich die mit Headset, Force-Feedback-Weste und Datenhandschuh ausgestattete Menschheit bevorzugt in einer unendlich weiten und vielfältigen virtuellen Welt aufhält. Diese sogenannte OASIS in Clines 2011er-Erfolgsroman Ready Player One (siehe unten) ist eine Mischung aus MMO-Spiel und Second Life, eine virtuelle Gesellschaft, in der sich Abenteurer und Zocker tummeln, wo aber auch der ganz gewöhnliche Bürger den Großteil seines Lebens verbringt, wo er arbeitet, lernt, liebt. Denn die reale Welt ist ziemlich kaputt: Mitte der 2040er haben Energiekrise, Erderwärmung und Überbevölkerung deutliche Spuren hinterlassen, viele Menschen leben in Ghettos. Mit seinem Buch, das laut eigener Aussage eine grundlegende Inspirationsquelle von VR-Unternehmen wie Oculus ist, begeistert Cline aber nicht nur die typische Cyberpunk-Klientel, sondern auch die Kinder der 1970er und 1980er. Er lässt seine Geschichte überquellen vor popkulturellen Referenzen, zelebriert die Musik, Filme und vor allem Videospiele dieser Ära.
Für die Kinoadaption, die am Donnerstag, den 5. April in deutschen Kinos startet, hat Cline zusammen mit Superheldenfilm-Autor und oberstem E.T.-Modul-Ausgräber Zak Penn den Roman zwar kräftig überarbeitet, setzt aber auf die bekannten Helden, Bösewichte und Eckpunkte der Story. Der geistige Vater der OASIS, Spieldesigner James Halliday, offenbart der Welt nach seinem Tod, dass er in seiner Schöpfung ein Easter Egg versteckt hat. Wer als Erster an drei Schlüssel gelangt, erbt Hallidays Vermögen und Computerwelt. Die außerordentliche Belohnung ruft Egg-Hunter rund um den Globus auf den Plan, aber auch Unternehmen machen sich auf die generalstabsmäßige Suche – so wie der üble Konzern Innovative Online Industries, der unzählige Profispieler beschäftigt und ein Heer von Historikern, welche die kruden Hinweise des OASIS-Vaters auswerten. Doch es ist der Teenager und Halliday-Verehrer Wade Watts (Tye Sheridan) der sich mit seinem Avatar Parzival am Steuer eines virtuellen DeLorean als Erster den Schlüssel Nummer 1 holt. Eine atemlose Jagd beginnt – auf der einen Seite Wade und vier Online-Freunde, auf der anderen die IOI-Truppen, ihr Boss Nolan Sorrento (Ben Mendelsohn) und VR-Troll i-R0k (T.J. Miller). Und die Bösewichte haben natürlich keine Hemmungen, die Konfrontation auch auf die Echtwelt auszuweiten und der illustren Truppe nach dem Leben zu trachten.
Die von Steven Spielberg gedrehte Leinwand-Umsetzung, die satte 140 Minuten lang ist und munter zwischen Realfilm und Computeranimation wechselt, ist weniger düster und dystopisch als Clines Romanvorlage und verströmt gerade zum Ende hin das augenzwinkernde Sorglos-Flair des 1980er-Actionkinos. Vor allem aber versuchen die Macher, ein breiteres und jüngeres Zielpublikum zu erreichen, indem sie mit vollen Händen aus der Popkultur der letzten zwei Jahrzehnte schöpfen (sogar Overwatch-Heldin Tracer bekommt man kurz zu Gesicht) und dafür die Generation-X-Anleihen des Romans (wie D&D oder Zork) zurückschrauben.
Reifere Zuschauer kommen aber nicht zu kurz – sie vergnügen sich mit Kultfilm- und -spielanleihen von ”Shining” bis ”Alien”, Mörderpuppe Chucky bis Mortal Kombat. Und sie werden trotz simpler Dramaturgie und flacher Charaktere den Streifen wohl gerne ein zweites Mal ansehen, um all die Details zu entdecken, mit denen man die Leinwand-OASIS angefüllt hat.
Die Buchvorlage
Mit seinem Debütroman Ready Player One gelang Ernest Cline 2011 der große Wurf – vor allem bei Gamern der frühen 1980er-Jahre, die er im Lauf einer spannenden Virtual-Reality-Schnitzeljagd großzügig mit Retro-Referenzen eindeckte. Sein zweites Buch Armada schlug 2015 in eine popkulturell ähnliche Kerbe, schwächelte aber bei Plot und Figuren. Ende 2017 ließ Cline schließlich verlautbaren, dass er an einer Fortsetzung seines Bestsellers arbeite. Dabei knüpfe er an der Handlung des Buches an und nicht an der kräftig abgewandelten Kino-Story.









Habe mir den jetzt am WE im Kino angeschaut.
Film hat mich gut unterhalten, wenn auch einige erzählerische Schwächen, sowie doch recht eindimensionale Charaktere. Trotzdem finde ich, dass gerade solche Filme fürs Kino gemacht sind. Es passiert viel, Optik passt und in Dolby Atmos kommt der auch echt gut rüber. Zudem hat er natürlich sehr viele Anspielungen. 😉 Also kann man sich gut anschauen.
Seh das ein bisschen so wie Lofwyr, noch rasch aufs Auge drücken, dass man ja 80er ist und so. Sry, die Nr. ist mittlerweile auch ausgelutscht und Eastereggs einbauen finde ich jetzt auch keine grosse Filmkunst.
Spielberg halte ich generell nicht für überbewertet, aber das heisst auch nicht, dass mir alles gefallen oder mich ansprechen muss. Nur beweist er in seinen Meilensteinen, warum er zu den besten seiner Zunft gehört.
Meiner mM bleiben aktuell sowieso die Drehbücher die grösste Schwäche von Filmen. Regisseure wie Spielberg, Scorsese u. a. holen da noch relativ viel heraus, andere halt nicht mal mehr das, ergo Einheitsbrei ohne eigene Note.
Film wird zu Hause angeschaut, Kinoticket lös ich dafür net auch noch zusätzlich, dafür interessiert er mich zu wenig.
Indy IV?
Also ich fand Indiana Jones and the Fate of Atlantis klasse. ?
Doch; undendlich viel schlechter.
@Tokyo_shinjuu Indy IV ist auch nicht schlechter als Indy II 😛
Mir gefallen die meisten seiner Filme. Die meisten…
Mal davon abgesehen das ich Spielberg total überbewertet finde, erinner ich nur zu gern an den vierten Indiana Jones Teil…^^
Ich fand das Buch echt klasse. Den Film will ich unbedingt sehen. Und bei Spielberg kommt ja meistens was gutes bei raus. Ich bin da optimistisch.
Hoffe klappt es am nächsten Woche mir es rein zuziehen.
Werd ich mir wohl nächste Woche mal im Kino anschauen. Kenne weder das Buch, noch erwarte ich großes vom Film. Für ein paar unterhaltsame Stunden wird der Film schon taugen.
Hab das Buch gelesen,die Trailer versprechen lediglich ein wild zusammengeschnippseltes Wirrwarr der “besten” Szenen ausm Buch……mein Tip…..nix erwarten,absolut garnix….dann kann man wenigstens nicht enttäuscht werden…..und wenn man das Buch kennt,am besten vergessen….vielleicht kann man das Ding dann sogar genießen…..
Greetz
Cap
Bin ein wenig gnatschig, dass er – trotz PG13 – in den Staaten geschnitten wurde, um dann erneut ein PG13 zu erhalten -___-* Aber für nen 5er am Kinodienstag wird der mitgenommen, auch wenn der Hauptdarsteller jetzt nicht unbeding sonderlich sympathisch rüberkommt.
Ich bin irgendwie kein großer Freund von Nostalgie Geschleime und Zielgruppen Anbiederung. Lieber von den Vorbildern inspirieren lassen als andauernd Easter Eggs einbauen. Kann trotzdem ein guter Film sein.
Ist das nun Fisch oder Fleisch?
Ich würde eher einer Sortimentstiefe anstelle der aktuellen Breite zustimmen bzw vorziehen…
Oder: wenn schon Breit -> dann auch Tief(er) … aber das ist wohl Wunschdenken. Hauptsache viel und von dem Wenig…
Bin von beidem völlig ungehyped.
Werd mir den Film mal irgendwann zu Hause ansehen.
Der Film wird auch im Kino geschaut … Freue mich schon darauf.
Schuster…
Das Buch ist toll, den Film schaue ich mir auf jeden Fall an.