Spiele-Ausblick 2022: Action-Adventures

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Forspoken

Frey Holland ist Kummer gewohnt: Seit dem frühen Tod ihrer Eltern ist die junge New Yorkerin eine Waise, die von einer Pflegefamilie zur nächs­ten gereicht wurde. Ihr einziger Freund ist ihr Kater Homer, und jetzt, mit Anfang 20, will sie den und alles, was sie besitzt, einpacken, um den Big Apple endgültig zu verlassen – wenn da nicht Reif wäre. Das sprechende Armband wirft Freys Umzugs­pläne über den Haufen, als es sie plötzlich in die magische Welt von Athia transportiert. Hier gibt es nicht nur böse Hexen, die das Land mit eiserner Faust regieren, auch Frey selbst hat dank ihres neuen Kumpels am Handgelenk magische Kräfte entwickelt und schießt nun Feuerbälle aus den Fingerspitzen. Athia war einst ein blühendes Reich, bis eines Tages ein Sturm aufzog. Der ”Bruch” machte aus Tieren Bestien und aus Menschen Monster. Er zwingt die verbliebenen Einwohner, sich in der letzen Stadt der Menschheit zu verstecken, wie Mäuse in ihren Löchern. Nur Frey kann dieses düstere Naturphänomen nichts anhaben. Ist sie die Auserwählte, die Athia rettet?

Forspoken ist das Debüt von Square Enix’ internem Studio Luminous Productions, das 2018 aus ehemaligen Final Fantasy XV-Entwicklern gegründet wurde. Frey und Reif teilen sich dabei die technische Grundlage mit Noctis und Co., denn der Titel wird wie der letzte Final Fantasy-Ableger mit der haus­eigenen Luminous Engine entwickelt.

Kurz vor Jahresende durften wir nun eine neue Präsentation des Spiels sehen, in der uns die Entwickler in die Mechaniken und Welt von Athia einführten. Dabei kommt es vielleicht nicht von ungefähr, dass Frey sich ihren Nachnamen mit Spider-Man-Darsteller Tom Holland teilt. Denn ähnlich wie der Spinnen­mann ist auch die unfreiwillige Hexe verdammt agil unterwegs. Dank ihrer magischen Parkour-Fähigkeiten überwindet sie mit Leichtigkeit große Distanzen, gleitet durch die Luft, weicht Angriffen aus und schleudert sich mit einer Art Enterhaken von Punkt zu Punkt.

Hier könnte man sich fast an Insomniacs Marvel-Versoftungen erinnert fühlen, wenn die New Yorker Hochhausschluchten nicht fehlen würden. Stattdessen ist Athia ein weitläufiges Naturparadies mit endlosen Steppen und gigantischen Bergen.

Die präsentieren sich teilweise in bildschöner Postkartenoptik, gerade wenn Ihr auf einem Gipfel verweilt und die Aussicht genießt; aus der Nähe wirkt aber zumindest der Tundra-Abschnitt, den wir sehen durften, etwas karg.

Verdammt vielfältig scheint hingegen das Kampfsystem zu sein. Frey und Reif verfügen über ein breites Magie-Arsenal aus Fern- und Nahkampfattacken, die in Echtzeit über die Schultertasten ausgelöst werden. Grundsätzlich scheint es vier Arten von Zaubern zu geben und jeder Gegnertyp ist für bestimmte Sorten anfällig. So kann Frey etwa Wasser-Sphären beschwören, um Gegnermassen darin einzusperrren, Blitze herabregnen lassen oder Monster einfrieren. Über ein Radial­menü, das das Kampf­geschehen verlangsamt, eröffnen sich außerdem weitere Möglichkeiten, wie etwa Brand-Fallen, die Gegner außer Gefecht setzen, oder magische Ranken, die Monster mit Steinen bewerfen.
Ein ausladender Skill-Tree lässt Euch all diese Zauber und Fähigkeiten aufleveln. Dazu gibt es verschiedene passive Verbesserungen wie Schadens- oder Lebensboni, die Ihr in ”Forspoken” in Form unterschiedlicher Roben erhaltet, die Frey anziehen kann, oder aber durch die Wahl Eures Nagellacks – eine ulkige Idee. Zusätzlich soll Frey neben ihren Zauber­kräften wohl auch noch ein Messer ­dabei haben – wie das im Spiel eingesetzt wird, wissen wir aber noch nicht.

Immer wieder betonte Square Enix während der Präsentation, wie wichtig ihnen die Story von Forspoken sei. Für die Geschichte verantwortlich zeichnen unter anderem sowohl Uncharted-Autorin Amy Hennig als auch Gary Whitta, der neben dem Drehbuch von ”Star Wars: Rogue One” bereits an Telltales The Walking Dead: The Final Season mitarbeitete.

Das Narrativ ist dabei für Videospiele ­ungewohnt weiblich: Mit Frey steht nicht nur eine Frau im Mittelpunkt der Geschichte, ­sondern auch ihre Gegenspielerinnen – die bösen ­Tanta-Hexen, die Athia regieren – sind allesamt Frauen. Freys Reise zur Selbst­findung in einer Welt, die sie als Außenseiterin betrachtet, ist dabei die treibende Kraft der Handlung, die Ihr als Spieler nicht mit Euren Entscheidungen beeinflussen könnt. Das klingt nach einer frischen Idee, könnte sich aber natürlich auch als reines Marketing entpuppen.
Nichtsdestotrotz sind wir gespannt auf Forspoken. Eine neue Rollenspiel-Marke aus Japan mit sympathischer Heldin, dynamischem Kampf- und Bewegungssystem sowie einer oft bildschönen Open World klingt mehr als vielversprechend. Eine wichtige Frage hätten wir dann aber doch gerne beantwortet: Wer füttert eigentlich Homer, während Frey in Athia Monster flambiert?

2 Kommentare
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Rudi Ratlos
17. Februar 2022 10:33

Hellblade II & God of War 2 sind gesetzt, Suicide Squad kommt ja eh erst 2023…

Lincoln_Hawk
15. Februar 2022 23:25

Instinction bin ich echt gespannt