Spielverbände fordern Entschuldigung für Verbalentgleisung

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Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (Bild) vergleicht gewalthaltige Spiele mit Kinderpornografie und Drogen (wir berichteten) und löst einen Sturm der Empörung aus – nicht nur bei Spielern, sondern auch bei Spieleverbänden und in politischen Kreisen. Als Reaktion fordern die Spieleverbände Deutscher E-Sport Bund (ESB), Bundesverband der Entwickler von Computerspielen (G.A.M.E.) und Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) eine offizielle Entschuldigung für den verbalen Fehltritt des Ministers.

Hier ein Auszug aus den offiziellen Wortmeldungen der Branchenvertreter:

Stephan Reichart, Hauptgeschäftsführer von G.A.M.E.: “Die Aussage des Herrn Ministers steht glücklicherweise nicht für Bayern insgesamt. Trotzdem ist sie für uns völlig inakzeptabel. Wer solche Aussagen trifft, zeigt deutlich, dass er sich noch nie mit Spielen beschäftigt hat und eine Politik des letzten Jahrhunderts vertritt. Mit Politikern wie Herrn Herrmann verliert die CSU jede Glaubwürdigkeit bei Millionen erwachsener Menschen und Wähler, die mit Computerspielen groß geworden sind.

Olaf Wolters, Geschäftsführer BIU: ” Wir fordern den bayerischen Innenminister auf, seine politische Geisterfahrt am rechten Fahrbahnrand zu beenden und zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren. Das momentane Verhalten des bayerischen Innenministers erinnert sehr stark an einen politischen Ego-Shooter, der sich mit rein populistischen und inhaltlich fragwürdigen Aussagen zu profilieren versucht.”

Frank Sliwka, Geschäftsführer ESB: “Mit seiner öffentlich geäußerten politischen Haltung verhindert der bayerische Innenminister einen Dialog und fördert vielmehr die Ausgrenzung tausender Jugendlicher. Er siedelt eine Generation deutscher junger Staatsbürger durch seine Äußerungen in dem Bereich der Kriminalität an.“

Thomas Jarzombek, medienpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen, zweifelt gar an der Medienkompetenz des bayerischen Innenministers: “Ein solcher Vergleich ist vollkommen unangemessen und zeugt davon, dass Medienkompetenzdefizite auch in Regierungen zu finden sind.”

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captain carot
13. April 2009 18:51

So ein Rambospielchen mit bösen Arabern auf dem A500, wo man Gegnern die Kehlre durchschneiden konnte (wie hies das denn nur?), die International variante von True Lies, The Citadel auf dem A500 (FPS, bei dem das Blut an der Wand hängen blieb…), Zero Tolerance (Mega Drive Ego Shooter)………….Nur wurde damals unendlich viel in Deutschland inditziert, Nintendo Deutschland hatte seine Familienfreundliche Selbstzensur und viele Publisher haben Gewaltreduzierte Deutschlandvarianten rausgebracht. Zugegeben, viele Gewalthaltige Spiele erschienen früher eher für PC und Heimcomputer, während auf Konsolen verstärkt Kindertaugliche Spiele rauskamen, aber mehr gewalthaltige Spiele gibt´s heute auch nicht. Es kommt nur eben alles für jedes System raus, und mit der deutlich besseren Darstellungsqualität im Allgemeinen hat auch die Qualität der Gewaltdarstelleung zugenommen, die Quantität aber kaum.Übrigens war Blake Thorne von 93 um einiges heftiger als Doom, ist aber soweit ich weiß nie indiziert worden.

Funatic
11. April 2009 20:05

@mm sehe es auch eher so wie du! klar gabs für snes und saturn ein paar geschnitte games aber allein schon die flut an ab 18 ego-shootern die es auf heutigen konsolen gibt stellt die games von damals locker in den schatten! ist aber auch eine generelle ge

captain carot
10. April 2009 21:04

@mm: Damals kam aber tonnenweise Zeugs nur geschnitten nach D, man denke nur an Contra/Probotector. Oder die ständigen Indizierungen damals.Dagegen stellen heute Edutainment-, Casual- und Onlinegames einen Riesengroßen Teil des Spielekuchens, den es so fr

ronkasfrau
7. April 2009 10:15

Ein Schlag ins gesicht für alle Opfer von Kinderpornografie!Schande Seppel

Ash Rockford
4. April 2009 15:12

Es ist doch immer wieder das selbe Lied. Alles wieder holt sich: Ein Politiker sucht einen Schuldigen, möglichst jemand, der sich nicht wehren kann, und zeigt mit dem Finger auf ihn. Die Lösung scheint so einfach und plausiebel zu sein. Schlussendlich geht es diesem Politiker nur um persönliche Werte, sich zu profilieren und Werbung in eigener Sache zu machen: “”Ich bin jemand!! Ich habe was zu sagen!!! Hört mir zu!! Ich weiss wer es war!!! Nämlich die!!! Die sind Schuld!!””Schlussendlich ist es nichts anderes als Diskriminierung. Ja sogar Rassismus. Alle Videospieler die begeistert ihr Hobby nach gehen, haben nichts im Kopf, sind dick, ernähren sich nur von Pizza und Hamburgern und Pommes, feiern ihr Soziales Leben via Chatrooms und VoiceChat und sind natürlich Arbeitslos. Natürlich sind alle Videospieler schlecht von ihren Eltern erzogen worden, sind Stubenhocker, haben die Schule nicht besucht und lösen jedes Probelm mit Gewalt! Jeder Videospieler besitzt eine Waffe im Haus und läuft gefahr Amok zu laufen. Wir Videospieler sind alle Potentielle Verbrecher für Gewalt und sind dazu verdammt die Soziale Ebene mit unserem niedrigen IQ in den Sumpf zu ziehen. Werft uns alle in den selben Topf!!!Ist euch Politiker jemmals den Gedanken durch den Kopf spatziert, dass die Lösung dieses “”sogannten Problems”” womöglich vielschichtiger sein könnte? Macht ihr es euch nicht zu einfach, wenn ihr behauptet:””Der Amokläufer hat zu Hause Killerspiele gespielt?””Wenn ihr die verschiedenen sozialen Schichten aufrollt werdet ihr sehen, dass sich alles “”weiterentwickelt””. Heute hat jeder viel mehr Möglichkeiten. Schon alleine durch das I-Net ist unsere globale Welt kleiner geworden. USA und Japan liegen nur ein paar bytes entfernt und ich kann gut mit Obama und Uematsu zur selben Zeit chatten. Vor vierzig Jahren hatten wir “”nur”” Fussball und Skifahren. Jetzt haben wir eine fülle von Möglichkeiten. Der gesellschaftliche Druck ist enorm. Jeder muss sich immer und immer wieder beweisen. Wer heute keinen anständigen Abschluss hat, wird es schwer haben. Der Vater und wie die Mutter haben verschiedene Jobs, müssen dabei ihr Kind erziehen, verlieren vielleicht den Überblick, welches Spiel die Kinder spielen. Vielleicht läuft es zu Hause nicht gut. Selbst bei guten finanziellen Verhältnissen kann der Jugendliche in seinem Leben nicht klar kommen. Er flüchtet in eine andere Welt. Vielleicht bei WoW oder bei CounterStrike. Dort wird er akzeptiert. Für eine weile reicht diese soziale Anerkennung aus, aber im “”wahren”” Leben, sei es nun im Privaten Umfeld, in der Schule oder in der Berufswelt, erhält er immer noch keiner anerkennung. Erhält keine Unterstützung. Alle scheinen gegen ihn zu sein. Niemand ist auf seiner Seite. Und wenn doch mal so ein Kompliment kommt, dann hält er dieses Kompliment für falsch…. weil es sonst nie Komplimente und Anerkennung gibt. Er ist unauffällig und will doch auffallen. Er kann aus seinem ICH nicht ausbrechen. Er ist alleine und wird erdrückt von alldem was um ihn Herum abläuft. Verzweiflung macht sich rbeit. Niemand scheint ihn zu verstehen. Immer und immer wieder hört er diese liesen Schreien in sich. Er hält es nicht mehr aus. Gedanken an Selbstmord machen sich breit. Zuerst nur flüchtig… und dann werden sie immer stärker diese Gedanken. Wie jeder Selbstmörder werden schliesslich pläne geschmiedet. zuerst nur aus jux. Wie zum Beispiel: Erhängen, von der Brücke springen, zuerst die Familie auslöschen und dann sich selber…. oder man besorgt sich eine Waffe und läuft Amok. Es ist Selbstmord. Sozialer Selbstmord!!Jeder Psychologe und Psychotherapeut wird meine Aussage bestätigen können! An alle Politiker, macht es euch bitte nicht so einfach!Ich bin klar der Meinung, dass erwachsene Spiele auch nur in die Hände der Erwachsenen gehören! Ich bin ein Fan von Resi und Dead Space. Trotzdem möchte ich mich auch kritisch gegenüber der Spieleindustrie äussern. Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Gewalt zu übertrieben dargestellt wird. Ab und an wünschte ich mir, es wäre etwas dezenter.So genug geschrieben. Ich gehe jetzt Resi 5 spielen. Und am Abend gehe ich mit meiner Freundin tanzen!!Gruss Ash

buddy4all
3. April 2009 22:47

Hoffentlich treten derartige Themen bald wieder in den Hintergrund, ich kann’s einfach nicht mehr hören bzw. sehen…

Matthias Schmid
3. April 2009 17:06

hehe

Matthias Schmid
3. April 2009 16:16

lol…trotzdem immer höflich bleiben…